Wer hat Interesse an einer freien Schulwahl?

Die freie Schulwahl ist in aller Munde, da die Elternlobby Schweiz in verschiedenen Kantonen Initiativen gestartet hat. Die Befürworter der freien Schulwahl scheinen ziemlich unterschiedliche Leute zu sein. Wer hat alles Interesse an einer freien Schulwahl?

  • Anhänger bestimmter pädagogischen Richtungen wie die Rudolf-Steiner-Pädagogik.
  • Religiöse Eltern (Katholiken, Freikirchler, Juden, Muslime, …), die ihre Kinder in religiöse Schulen wie katholische Internate, Islamschulen und ähnliche Institutionen schicken (wollen).
  • Eltern ausländischer Herkunft, die ihre Kultur den Kindern vermitteln wollen und unsere Kultur ablehnen.
  • Eltern, die mit einem bestimmten Lehrer unzufrieden sind und ihr Kind umplatzieren wollen.
  • Eltern, die finden, dass die Volksschule zu wenig gut ist für ihr Kind, das sie besonders fördern wollen.
  • Leute, die glauben, durch Konkurrenz unter den Schulen werde die Qualität angehoben.

Habe ich jemanden vergessen?
Die Frage ist nun: Wollen wir diesen allen ihre Wünsche erfüllen? Kathy Ricklin findet nicht. Und M.M. plichtet ihr bei.

4 Gedanken zu „Wer hat Interesse an einer freien Schulwahl?“

  1. Für mich ist die Gefahr zu gross, dass damit die Segregation gefördert wird und die Aufklärung an Boden verliert. Ausserdem könnte der gesamtgesellschaftliche Druck für eine hochstehende Volksschule abnehmen und die durchschnittliche Qualität darunter leiden. Ich stehe der Idee unter den heutigen gesellschaftlichen Gegebenheiten mittlerweile sehr skeptisch gegenüber.

  2. Damit bin ich völlig einverstanden. Es geht ja nicht grundsätzlich nur um Interessensgruppen, welche Bildung ihren Interessen gemäss prägen wollen (das mag ja in einigen Fällen harmlos sein, z.B. Rudolf-Steiner-Schulen schädigen ihre SchülerInnen ideologisch kaum), sondern auch um die Möglichkeit, um Bildung schicht- und gruppenspezifisch organisieren zu können (Schulen mit mehr oder weniger hohem AusländerInnenanteil, beispielsweise) – eine Möglichkeit, welche dann nur privilegierten offen stehen würden (die beispielsweise ihre Kinder in die Schule fahren könnten etc.)

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