Top 6 der Schikanen für Velofahrer

Das sind die Top 6 oder besser gesagt die Flop 6 der grössten Schikanen im Leben eines Velopendlers (für deutsche Mitlesende: Velo = Fahrrad):

  • Platz 6: Wenn man zu zweit ist, aber nur ein Velo hat, und die Gesetze einem verbieten, zu zweit auf dem Velo zu fahren. In Holland haben sie mich (bzw. die Schweizer) laut ausgelacht, als ich ihnen dieses Schweizer Strassenverkehrsgesetz erläuterte. Dort fahren selbst 60-Jährige zu zweit auf einem Velo. Man kann ja den Packträger so gestalten, dass man nicht herunterrutscht und die Füsse nicht in das Rad kommen können.
  • Platz 5: Wenn der Schneeräumungsdienst auch drei Tage nach dem Schneefall noch nicht auf die Idee gekommen ist, die Zufahrten zum stark frequentierten Veloweg zu räumen. Denken die, Velofahrer fahren immer geradeaus?
  • Platz 4: Wenn Autofahrer mit der Schnauze über die Kein-Vortritt-Markierung auf den Radweg fahren, um zu warten, bis die Strasse, auf die sie einbiegen wollen, frei ist.
  • Platz 3: Wenn die Baustellensignalisation die Velofahrer vergisst: zu kurze Grünphasen; generelle Fahrverbote, obwohl es für Velos genügend Platz hat; zu enge Wege für Veloanhänger; usw. Ich bin dazu übergegangen, Baustellensignalisation grundsätzlich zu ignorieren oder bestenfalls als gut gemeinte Ratschläge zu verstehen.
  • Platz 2: Wenn man dazu genötigt wird, hintereinander zu fahren, obwohl man gerade in ein gutes Gespräch verwickelt ist. In Autos, Traktoren, Pferdekutschen, … darf man auch nebeneinander sitzen, selbst wenn man langsam unterwegs ist. Die Velofahrer sind die einzigen, denen man die Unterhaltung mit den Mitfahrern vergönnt.
  • Platz 1: Wenn man rechtsabbiegen will und das auch problemlos könnte, ohne irgendjemandem in die Quere zu kommen, aber die Ampel auf rot steht. Rechtsabbiegen sollte für Velofahrer immer erlaubt sein – mit kleinen baulichen Änderungen wäre das möglich, ohne den restlichen Verkehr zu behindern.

Übrigens, liebe Autofahrer: Jeder Velofahrer, der an einer roten Ampel wartet, macht dies nur aus Rücksicht gegenüber den Autofahrern. Die Ampel braucht es nur für die Autos, nicht für die Velos. Denkt daran, wenn ihr euch das nächste Mal darüber aufregt, wenn ein Velofahrer das Rot überfährt.

11 Gedanken zu „Top 6 der Schikanen für Velofahrer“

  1. Und nicht zu vergessen die Autofahrer, die einen auf freier Strasse so dicht überholen, dass man Angst haben muss ihnen noch einen Kratzer in die Seite zu machen mit den Pedalen (während man stürzt) …. oder im Winter an einer Ampel hinter einem Lastwagen zu stehen – wenn der anfährt kommt gelegentlich ein Schwall Eiswasser und, wenn man noch mehr Pech hat ein paar grosse Eisklumpen dazu von dessen Dach runter.
    Das mit den Ampeln … das wär ja nett, wenn das mit dem rechtsabbiegen gelten würde.
    Pharmama

  2. Zu #2:
    Die Verkehrsregelnverordnung verbietet das nebeneinander Fahren nicht ganz:

    Art. 431 Motorräder, Motorfahrräder und Fahrräder; Hintereinanderfahren

    (Art. 46 Abs. 2 und 47 Abs. 1 SVG)

    1 Die Führer von Fahrrädern und Motorfahrrädern dürfen nicht neben andern Fahrrädern oder Motorfahrrädern fahren. Sofern der übrige Verkehr nicht behindert wird, ist das Nebeneinanderfahren zu zweit jedoch gestattet:

    a. in geschlossenem Verband von mehr als zehn Fahrrädern oder Motorfahr-rädern;
    b. bei dichtem Fahrrad- oder Motorfahrradverkehr;
    c. auf Radwegen und auf signalisierten Rad-Wanderwegen auf Nebenstrassen;
    d. in Begegnungszonen.

    Von Interesse ist sind vor allem die Punkte a und b. Man muss nur eine kritische Masse erreichen – und schwupps ist’s absolut legal.

  3. „Die Ampel braucht es nur für die Autos, nicht für die Velos. Denkt daran, wenn ihr euch das nächste Mal darüber aufregt, wenn ein Velofahrer das Rot überfährt.“

    Toller Beitrag. Nur, hat auch ein Velo-Fahrer sich an die Strassenverkehrsgesetze zu halten. Ausserdem, an häufig frequentierten Strassen, Kreuzungen, etc. sind vermehrt Markierungen für Fahrräder, doch wenn man diese nicht nutz oder nicht zu Nutzen weis… Selber Schuld!

    PS: Toller Blog, jeodoch solltest Du etwas subjektiver schreiben. Teilweise etwas einfältig und kleinkariert.

    Grüsse

  4. @Pharmama: Das stimmt. Das mit dem Zu-nah-Überholen hat mich auch oft genervt – aber in letzter Zeit irgendwie nicht mehr, sonst wäre es mir eingefallen. Vielleicht sind die Autofahrer doch etwas rücksichtsvoller geworden?

    Vergessen habe ich auch noch den Punkt, wenn Autofahrer vor der Ampel rechts keinen Platz für die Velofahrer lassen.

    @Andreas: Ja, in Amsterdam ist man sehr oft per Zufall zu mehr als zu zehnt unterwegs – tolles Gefühl. Leider hupen in der Schweiz die Autofahrer auch, wenn man in grossen Gruppen zu zweit nebeneinander fährt.

    @Aha: Danke. Hast du ein Beispiel für «einfältig und kleinkariert»?

  5. Hallo, danke der Nachfrage.

    Damit meinte ich, dass teilweise, so wie in diesem Artikel, einfach mit zuwenig weitsicht geschrieben wird.

    Ich weis, was Du mit dem letzten Absatz meintest, auch teile ich die Meinung, dass Autofahrer mehr Rücksicht auf Radfarhrer nehmen sollten.
    Trotzdem finden sich zuviele Wiedersrpüche in diesem Absatz.

    Ich hoffe, Du verstehst mich nicht falsch, und kannst meine Kritik konstruktiv annehmen. 🙂

    Danke&Gruess

  6. OK, soweit habe ich verstanden. In diesem Fall versuchte ich nicht, das Thema allumfassend abzuhandeln, sondern einfach mal einen bestimmten Standpunkt in Worte fassen. Das darf m.E. auch mal sein.

  7. @Aha
    Als «Restflächenverwertung» bezeichnete neulich der städtische Velobeauftragte das Radwegnetz der Stadt Zürich – eine äusserst treffende Bezeichnung. Es ist deshalb nicht erstaunlich, wenn Radfahrer lieber auf der Strasse vorankommen wollen, als sich im Zick-Zackkurs nach den paar Metern Radstreifen und -wegen zu richten, die da und dort zusammenhangslos und scheinbar zufällig vorhanden sind.

    Radstreifen werden ausserdem immer wieder Zum Parkieren und zum Güterumschlag missbraucht, ebenso wenig werden die vorgelagerten Stoppmarkierungen bei Kreuzungen respektiert. Aber unsere dolle Polizeivorsteherin sieht sich halt völlig ausser Stande, den rollenden Verkehr zu überwachen.

  8. Ich glaube nicht, dass man dafür jemanden haftbar machen kann. Jeder ist selber dafür verantwortlich, dass er nicht stürzt. Das scheint in Deutschland anders zu sein, da habe ich oft an Treppen im Freien Warntafeln gesehen, im Stil von «Betreten auf eigene Gefahr». Das gibt es in der Schweiz nicht.

  9. @Ledermüller: Für Eis oder Schnee auf dem Trottoir kann ein Hausbesitzer durchaus haftbar gemacht werden. Inwiefern dies für Fahrradwege gilt, weiss ich nicht, möglicherweise (vorsicht juristisches Jekami, bin kein Jurist) spielt es eine Rolle, ob der Fahrradweg Bestandteil der Strasse oder des Trottoirs bildet?

    @David: Also das mit dem Platz abschneiden vor dem Rotlicht hab ich damals in der Fahrschule so gelernt. Es dient quasi zum Schutz der Radfahrer, damit man beim Rechtsabbiegen nicht aus Versehen Velofahrer anrempelt, die sich allenfalls im toten Winkel befinden. Oder wird das heute nicht mehr so gelernt?

  10. @Ugugu: Nein, wenn du als Autofahrer an der nächsten Kreuzung kein Vortritt hast, musst du rechts den Velofahrern eine Gasse lassen. Nur wenn du Vortritt hast und rechtsabbiegen willst, kannst du aus genanntem Grund abschneiden.

    So habe ich das in der Fahrstunde gelernt, vor gut 2 Jahren. Und das ist auch sinnvoll so.

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