Kinder vor Übergriffen schützen

Nachdem ich kundgetan habe, dass ich den Entscheid für die Unverjährbarkeit von «pornographischen Straftaten» an Kindern für keinen guten Entscheid halte, möchte ich auf die konstruktive Ebene wechseln: Wie, wenn nicht mit Unverjährbarkeit, kann man unsere Kinder schützen?

Erst mal: Die allermeisten Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern geschehen durch nahe Bekannte: Eltern, Onkel, Lehrer, Musiklehrer, Trainer, Jugendleiter usw. – relativ enge Bezugspersonen des Kindes.

Es gibt Massnahmen, die beim Täter ansetzen:

  • Hohe Gefängnisstrafen für überführte Täter zur Abschreckung und Bewusstseinsbildung, dass sexuelle Übergriffe keine Kaveliersdelikte sind.
  • Konsequente Überprüfung der Vergangenheit bei der Einstellung von Lehrern, Trainern und anderen Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben – damit Täter nicht einfach den Ort wechseln können, wenn es an einem Ort brenzlig wird.
  • Keine Überzeichnung der Täter zum Monster, sondern Ausbau der Hilfestellung für potenzielle Täter, so dass mehr Personen mit einer entsprechenden Veranlagung Unterstützung holen, bevor es zur Tat kommt.
  • Kindern klare Grenzen aufzeigen und unmissverständlich einschreiten, wenn sie Grenzen verletzen – erschreckend viele der Täter sind selber Kinder oder Jugendliche.

Dann gibt es Massnahmen, die bei den Opfern ansetzen:

  • Unbenennende Prävention im Kindergarten und in der Schule, bei der die Kinder lernen, Stopp zu sagen, wenn ihnen etwas nicht passt, und sie lernen, dass ihr Körper ihnen allein gehört.
  • Frühe, altersgerechte Aufklärung, damit die Kinder benennen können, was mit ihnen geschieht.
  • Die Kinder immer ernst nehmen und gut zuhören.
  • Das Kind gute Körperkontakte erfahren lassen.

Und schliesslich sollte man auch im Umfeld ansetzen: Das gesamte Umfeld des Kindes für das Thema sensibilisieren und aufrufen zum Wachsam bleiben. Jedoch auch dafür sensibilisieren, wie wichtig gute Körperkontakte sind.

Grundsätzlich ist man damit auf einem guten Weg. In den letzten Jahren wurden grosse Fortschritte gemacht. Es bleibt aber noch viel zu tun. Die Unverjährbarkeit wird dabei nichts nützen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.