Abschaffen: Parteigruppierungen nach äusserlichen Merkmalen

Ist es nicht sonderbar, dass die stärksten Gruppierungen innerhalb von Parteien sich nach äusserlichen Merkmalen wie Geschlecht und Alter zusammensetzen und nicht nach politischen «Gesichtspunkten»? Sind Jungparteien und Frauenparteien nicht genauso überholt wie es eine «Partei der Schwarzen» oder eine «jüdische Partei» wäre?

Sind wir noch nicht in der Zeit angekommen, in der Alter und Geschlecht politisch keine Rolle mehr spielt? Ich bestreite nicht, dass die Chancengleichheit der Geschlechter in der Schweiz hergestellt ist. Aber diese Chancengleichheit ist doch ein gemeinsames Ziel von Männern und Frauen, oder? Wozu braucht es denn noch eine reine Frauenpartei? Bräuchte es nicht eher eine Gruppierung von Frauen und Männern, die sich gemeinsam für Chancengleichheit einsetzen?

Ich meine, eine Partei bräuchte Gruppierungen nach politischen Anliegen bzw. Ansichten. Wie wärs zum Beispiel mit einer «Grünen FDP», einer «SP liberale Gesellschaft» oder den «Eurogrünen»?

(Sorry, ich merke gerade, dass ich das Stilmittel der rhetorischen Frage etwas überstrapaziert habe.)

3 Gedanken zu „Abschaffen: Parteigruppierungen nach äusserlichen Merkmalen“

  1. Ich glaube nicht, dass es im Sinner einer Partei wäre, wenn man eine „Marxistisch-Leninistische SP Liste“, „Konservative Christdemokraten“ oder „Nationalradikale SVP“ wählen könnte. Die Unterscheidung nach Alter, Geschlecht und Beruf (bspw. Unternehmerliste) kommt den Bürgerinnen und Bürgern entgegen, weil sie dann nach Sympathie wählen können.

    Sobald eine Partei eine derartige Flügelspannweite hat, dass Aufsplitterungen sinnvoll sind, sollte sie sich aufsplittern. Sonst werden neue Parteien gegründet. Wie die Grünliberalen.

  2. Na gut, das eine sind die Listen, das andere die Parteistrukturen.

    Aber auch bei den Listen: Ich finde Junge, Alte, Frauen oder meinetwegen Secondos nicht per se symaptischer als andere. Hingegen fände ich es hilfreich z.B. eine FDP-KMU-Liste oder eine SP-Gewerkschafts-Liste zur Auswahl zu haben. Oder eine AUNS-Liste – die müsste sich je nicht nationalradikal nennen um ihre Klientel zu finden.

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