Tschau Zivildienst, ich werde dich vermissen

Ich habe letzte Woche meinen 390. Diensttag absolviert und somit meine Zivildienstpflicht erfüllt. Die zusätzlichen 130 Tage (gegenüber dem Militärdienst) und den Aufwand mit der Gesuchstellung und Anhörung habe ich nie bereut. Im Gegenteil: Ich schaue mit etwas Wehmut zurück auf tolle Erfahrungen.

Nie vergessen werde ich «les enfants de Massongex», die Kinder aus Afrika, die ich auf einer schwierigen medizinischen Reise ein Stück weit begleiten durfte, ihre unbändige Lebensfreude und ihr tapferes Ertragen ihres Schicksals.

Nie vergessen werde ich auch die Randständigen, die an der Molkenstrasse eine Bleibe gefunden haben, ihr Leben auf der Schattenseite der Wohlstansgesellschaft.

Nie vergessen werde ich auch die Jugendlichen, die sich zusammengefunden haben, um sich Gedanken um die Zukunft unseres Landes und des Planeten machten, engagiert diskutierten und nach Lösungen suchten.

Es waren tolle Einsätze, von denen ich immer überzeugt war, dass sie sinnvoll sind. Ich durfte meinen kleinen, bescheidenen Beitrag an das Gedeihen unseres Staates und der Welt beitragen. Das erfüllt mich mit Stolz. Ich wünschte mir, diese Möglichkeit stünde allen in der Schweiz wohnhaften Personen offen. Nachdem die «Gewissensprüfung» vereinfacht wurde, sollte man sie ganz abschaffen. Man sollte den Zivildienst auch Frauen und Ausländern zugänglich machen. Und man sollte den blauen Weg erschweren – oder die Dienstpflicht gleich richtig abschaffen.

Ich bin sicher, dass unsere Jugend solchen Ideen früher oder später zum Durchbruch verhelfen wird.

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