Lukas Reimann ist resistent gegen neue Erkenntnisse

Lukas Reimann, Nationalrat der SVP, sagte im Jahr 2000 zu den Bilateralen Verträgen I Nein mit folgenden Argumenten:

In der Schweiz liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 1,9 %, in der EU im Durschnitt über 20 %, darum könnte es passieren, dass ein Strom von aussen in die Schweiz kommt und unsere Stellen rar werden.

Wir haben Qualitätsdiplome in der Schweiz, die etwas gelten. Was nun passieren würde, wäre wie wenn man ein gut gefülltes mit einem fast leeren Glas mischen würde. Das gäbe zwei gleich Glas Wasser. Es würde also heissen, dass alle Diplome gleich wären, und bespielsweise die französische Matur, die 80 % der Leute machen, gleich viel Wert wäre wie die Schweizer Matura, die 20 % der Leute machen. Es kann ja nicht sein, dass die Schweizer 60 % dümmer sind als die Franzosen.

In der EU ist das Bildungsniveau relativ tief. Die Unis sind überfüllt. das ist nicht das gleiche wie in Zürich oder Lausanne. Darum wird der Ansturm ziemlich gross sein, und es könnte auch sein, dass der Numerus Clausus auf weiteren Studiengängen eingeführt werden muss.

Schweizer Gemeinden müssen ihre Aufträge europaweit in allen Sprachen ausschreiben und erst noch dem billigsten Anbieter europaweit vergeben. Der billigste Anbieter ist im Normalfall nicht ein Schweizer Unternehmen. Das heisst, europäische Unternehmen werden Schweizer Unternehmen die Aufträge wegschnappen. Dadurch gehen in der Schweiz Stellen verloren und KMU-Betriebe werden geschlossen. Der Konkurrenzdruck wird zunehmen.

Zur 7-Jahres-Klausel möchte ich noch sagen, dass es in sieben Jahren unmöglich sein wird, einfach zu sagen «Stopp, jetzt machen wir nicht mehr mit», und alle wieder hinauszuschicken. Das mit diesen sieben Jahren ist meiner Meinung nach nicht möglich.»

OK, da war Reimann noch nicht mal 18. Solche Aussagen kann man ihm daher gut verzeihen. Mittlerweile ist er aber 26. Er hat gesehen, dass keine seiner Befürchtungen eingetreten ist, auch nicht, als die Verträge auf 10 weitere osteuropäische Länder ausgeweitet wurden. Trotzdem will er das machen, was angeblich unmöglich ist: Stopp sagen.

Reimann geht es genau nicht um das, um was er vorgibt sich zu kümmern: um den Wohlstand in der Schweiz.

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