Lukas Reimann und die Geister, die er rief

Die APPD ist laut Eigendefinition „der Anwalt des Pöbels und der Sozialschmarotzer“. Als politische Ziele nennt die APPD das Recht auf Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich, die Neugliederung Deutschlands (Balkanisierung), die „Radikalisierung des Bildungsstandards“ bei gleichzeitiger Abschaffung der Schulpflicht, die Legalisierung aller Drogen und die Lockerung des Versammlungs- und Demonstrationsrechts.

Oberstes Ziel ist für die APPD die Umsetzung der Pogoanarchie (auch Pogo-Anarchie), ein Gesellschaftsmodell für „Frieden Freiheit Abenteuer“.

(Quelle: Wikipedia)

Dass Markus Gäthke, Aktivist (Landesvorsitzender) der APPD, bei der Anarchisten, Punks, aber auch Rechtsextreme ihre Hände im Spiel haben, eine Website wie come-to-switzerland.com betreibt, verwundert wohl nicht gross. Dass dieser Aktivist über eine Ecke mit Lukas Reimann verbunden ist, ist auch nichts Ungewöhnliches. Über sechs Ecken soll man ja mit der gesamten Welt verbunden sein. Eine solche Verbindung sagt überhaupt nichts darüber aus, ob Reimann und Gäthke zusammenarbeiten. Ich finde es durchaus glaubhaft, dass diese Aktivisten unkoordiniert und unabhängig voneinander ihren Aktivismus betreiben.

Seltsam wird es dann, wenn politische Gefährten von Reimann die Website des Pogo-Anarchisten in Leserbriefen zur Untermauerung ihrer Argumente verwenden. Das hat nichts mit einer Verschwörung zu tun, aber mit einem anderen grossen Problem: mit der unkritischen Verwendung von Argumenten. Von den Gegnern der Personenfreizügigkeit (und teilweise auch von den Befürwortern) wird haarsträubend argumentiert. Alles, was irgendwie als Argument verwendet werden kann, wird verwurstet und publiziert, ohne die Herkunft und den Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Das hat System. Daher ist es kein Zufall, dass Reimann mit der Website come-to-switzerland.com in Verbindung gebracht wird. Und er ist auch nicht das unschuldige Opfer, als das er sich nun darstellt. Es sind die Geister, die Reimann rief und nun nicht mehr los wird – dummerweise vier Tage vor der Abstimmung. Um die Geister loszuwerden, müsste sich Reimann eine (selbst-)kritischere Haltung aneignen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.