Zwangsumsiedlung

Stell dir vor: Du lebst dein Leben lang (14 Jahre) in diesem Land. Du gehst hier in die Schule, sprichst diese Sprache, hast hier alle Freunde und gute Zukunftsperspektiven. Dann wird dir die Aufenthaltserlaubnis entzogen und du wirst in ein fremdes Land geschickt, von dem du zwar den Pass hast, das dir aber fremd ist, und das sehr schlechte Perspektiven bietet.

Ergibt das einen Sinn?

Stell dir vor: Ein Staat investiert in die Bildung und Integration eines Kindes. Er bezahlt Lehrer und Ärzte. Das Kind entwickelt sich gut. Es könnte ein guter Steuerzahler werden, die Investitionen könnten sich damit auszahlen. Bevor es aber so weit kommt, wird das Kind aus dem Land gewiesen.

Ergibt das einen Sinn?

Aus welcher Perspektive man es auch betrachtet: Eine Ausschaffung wie diejenige der Familie Comagic macht absolut keinen Sinn. Es gibt kaum etwas Destruktiveres, als Menschen zu entwurzeln, wenn sie Wurzeln geschlagen haben.

Eine Familie, die auf eigenen Füssen steht und deren Kinder mehr als die Hälfte der obligatorischen Schulzeit in einer hiesigen Volksschule verbracht haben, sollte eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Egal, welche Geschichte sie hat. Alles andere ist herz- und sinnlos.

9 Gedanken zu „Zwangsumsiedlung“

  1. Und was ist mit dem Rechtsstaat? Als Linke könnt ihr natürlich keine Ahnung vom Rechtsstaat haben. Zusammengefasst: Gesetz ist Gesetz. Wer die Voraussetzungen für eine Aufnahme nicht erfüllt, erfüllt sie nicht.

  2. Pingback: Gonorrea
  3. Nicht, dass ich diese Regelungen besonders toll finde.
    Aber war nicht auch mit ein Grund, dass beide Eltern eine „Schein“-Ehe mit Schweizern eingegangen sind um eine Aufenthaltsgenehmigung zu kriegen. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Umstand bei der Entscheidung ein grosses Gewicht hatte.

  4. Natürlich, das ist der juristische Standpunkt. Damit werden aber die Teenager, die nun wirklich nichts dafür können, sogar juristisch absolut unschuldig sind, am härtesten bestraft. So etwas sollte das Gesetz nicht zulassen. Wie gesagt: Wirtschaftlich und menschlich ist die Sache komplett sinnlos.

  5. menschlich und wirtschaftlich eine Bankrotterklärung, da geb ich dir Recht.

    Juristisch aber sicherlich nur über Härtefallregelungen zu lösen. Oder man entkoppelt eltern und Kinder…aber das ist sicherlich nur bei Grenzfällen, z.B. über 16 oder wenn Verwandte vorhanden sind, praktikabel.

  6. Hmm, nur so eine Überlegung… Heute bekommen gescheiterte Manager und Multis Milliarden Franken an Steuergeldern. Als Entschädigung für ihre (in der Vergangenheit?) begangenen Verbrechen (http://tinyurl.com/altq57). Was ist dagegen die Erschleichung einer Aufenthaltsbewilligung für einen Ort, wo doch wir alle gerne leben?

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