Amoktaten und neue Medien

Es sind diejenigen Aussagen, bei denen man ein Schmunzeln nicht wird verkneifen können, wenn man in 20 Jahren das Zeitungs- oder Filmarchiv durchforstet. Zum Beispiel:

Auch im Fall Winnenden war dieses Netz der Überwachung [von Webforen und Chats] jetzt zu breitmaschig. Der Ruf nach mehr Ressourcen nach der jüngsten Schreckenstat wurde bereits laut.»

Oder:

Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counterstrike oder Crysis lernen können.»

Es ist so sicher wie der Tod, dass man nach einer Amoktat die Schuld im Internet und in den «Killerspielen» findet. Es wäre ein «Running Gag», wenn es nicht so ernst gemeint wäre. Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, dass die Politik noch keinen Schritt weiter ist. Während die Musikindustrie langsam eingesehen hat, dass mit Repression keine Kontrolle über die neuen Medien gewonnen werden kann, hören wir von den Politikern von links bis rechts die ewig gleiche Leier.

Strafaufgabe für die Politiker: Jeden der folgenden Sätze 100-mal abschreiben (von Hand, oder meinetwegen mit der Schreibmaschine):

  • Internetüberwachung ist so sinnlos wie die Überwachung aller mündlichen Gespräche.
  • Medienrestriktionen werden sofort umgangen und verfehlen ihr Ziel immer.
  • «Killerspiele» machen nicht gewalttätig, aber manchmal mögen Gewalttäter auch Killerspiele.

So. Wenn Sie das erledigt haben, dürfen Sie sich einen lustigen Film anschauen:

(via)

3 Gedanken zu „Amoktaten und neue Medien“

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