Die Schule kaputtreglementieren

Der Kanton Zürich hat Sekundarlehrerknappheit. Und er tut viel dafür, dass dies auch so bleibt. Zum Beispiel mit einem mit einem relativ neuen Reglement, das einem Primarlehrer, der als Sekundarlehrer arbeiten möchte, möglichst viele Steine in den Weg legt. Primarlehrer können noch maximal drei Jahre Sek unterrichten. Danach müssen sie die Seklehrerausbildung beginnen, oder es muss ihnen gekündigt werden. Denn: Bei einem Sekundarlehrer kommt es ja nicht auf die Fähigkeiten an, sondern er braucht einfach das richtige Papier. Das ist das einzige, was zählt. Das führt dann zur absurden Situation, dass einem Lehrer, der immerhin drei Jahre Erfahrung hat, zu Gunsten eines Sekneulings gekündigt werden muss, der dann wiederum nach drei Jahren gehen muss.

Aber nicht nur das: Ausgebildete Primarlehrer, die schon jahre- oder jahrzehntelang in der Sekundarschule unterrichten, notabene zum Primarlehrerlohn (entlöhnt wird nach Papier, nicht nach Aufgabe!), können, auch wenn sie ihre Fähigkeit zum Sekundarlehrer längst unter Beweis gestellt haben und beste Mitarbeiterbeurteilungen erhalten haben, keine neue Stelle als Sekundarlehrer antreten. Auch auf sie wird die neue Reglementierung angewendet, und so müssen sie nach maximal 3 Jahren die Sekundarlehrerausbildung beginnen, sonst muss ihnen gekündigt werden.

Die Privatschulen werden weiterhin keine Mühe haben, hervorragende Lehrer zu finden. Denn der Kanton will sie nicht.

2 Gedanken zu „Die Schule kaputtreglementieren“

  1. Danke für den Hinweis!

    Immerhin hat im «Landboten» von gestern der oberste Zürcher Bildungsbeamte Wendelspiess selbst gesagt, die Hürden für Primarlehrer seien zu gross. Das ist schon mal ein Fortschritt – sonst lässt er immer verlauten, er sei über die Kritik «erstaunt». Vielleicht muss man die letzte Spur Hoffnung doch noch nicht verlieren.

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