Ist ein Kind reicher Eltern mehr wert als ein Kind armer Eltern?

Steuersenkungen und -abzüge haben eine magische Kraft. Damit können Politiker ihren Wählern für die Stimme danken. Bare Münze ist ein gutes Wahlargument.

Nach Unternehmen, Wohneigentümern und Superreichen seien jetzt die Familien dran, heisst es in der CVP und der SP: Sie sollen steuerlich entlastet werden. Klingt gut und kommt an. Nur: Ist das auch gerecht?

Im Kanton Zürich ist gerade eine Steuergesetzrevision im Gange. Die CVP hat einen höheren Kinderabzug von 9000 Franken pro Kind erkämpft. Damit kann eine Familie mit 150’000 Franken steuerbarem Einkommen beispielsweise 3000 Franken einsparen, eine Familie mit 50’000 Franken Einkommen 2300 Franken.

Da frage ich mich nun: Ist denn ein Kind reicher Eltern dem Staat mehr wert als ein Kind armer Eltern? Mein Sinn für Gerechtigkeit sagt: Nein, das sollte nicht sein.

Kinderabzüge sind nicht gerecht, weil reiche Eltern davon mehr profitieren. Anders funktionieren Steuergutschriften für Kinder, wie sie es in den Kantonen Baselland und Genf gibt: Da wird jede Familie pro Kind genau gleich hoch entlastet. Genau das fordert die kantonalzürcher SP mit ihrem konstruktiven Referendum gegen die Steuergesetzrevision. Dieses habe ich soeben unterschrieben. Auf www.taxcalculator.ch bietet die Partei einen Steuerrechner sowie gut zusammengestellte Informationen mit verständlichen Diagrammen an. Dafür hat die SP für einmal ein dickes Lob verdient!

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