Linktipps (Woche 17/09)

Es war eine Woche mit interessanten Debatten.

Eine Debatte über den Lehrerberuf (Substanz berichtete):

  • Faule Lehrer zerstören die Volksschule | Peter Hartmeier | tagesanzeiger.ch
    «Sie veranstaltet keine Medienkonferenz, um der zahlenden Bevölkerung für ihre Grosszügigkeit zu danken – sondern um dagegen zu protestieren. Diese Lehrer empfinden Fremdsprachenkurse während ihrer unendlich langen Sommerferien (6 Wochen; übers ganze Jahr sind es 13) als Zumutung.»
  • Von wegen 13 Wochen frei – Ein Lehrer klärt auf | Andreas Eisenring | tagesanzeiger.ch
    «Eine Zürcher Sekundarlehrperson arbeitet im Durchschnitt pro Woche 46,6 Stunden – berechnet auf der Basis von vier Wochen Ferien, wohlverstanden! (…) Glauben Sie mir, eigentlich geht es gar nicht um Englisch-Weiterbildung. Es herrscht Lehrermangel. Höchste Zeit, die Arbeitsbedingungen so auszugestalten, dass dieser schöne Beruf wieder attraktiv genug wird.»
  • Werdet Lehrer! | Martin Beglinger | Das Magazin
    «In Finnland werden neun von zehn Anwärtern für eine Lehrerausbildung abgelehnt. Es wird gesiebt wie in Harvard, und wer es schafft, darf sich mit Fug zu den Besten zählen. Diese besten zehn Prozent empfinden ihren künftigen Beruf denn auch nicht als Verlegenheitslösung, sondern als erste Wahl.»
  • «Der Unmut gegen die Reformitis ist riesig» | Interview mit Beat W. Zemp | NZZ Online
    Das Reformtempo an Schulen ist hoch, und Beat W. Zemp, Präsident des Verbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), versteht das Aufbegehren im Berufsstand.

Eine Debatte über die Kontrolle über das Internet:

  • Der Kampf der Kulturen | Ralf Bendrath | netzpolitik.org
    «Diese Generation wird auch weiterhin von den technischen Eigenschaften Gebrauch machen und sich nicht an künstlich eingezogene Grenzen halten wollen. Wenn nach Pirate Bay auch die Torrent-Suche bei Google verboten werden sollte, dann tauscht man eben wieder auf dem Schulhof per USB-Festplatte oder Handy-Verbindung. Die harte Pädophilen-Szene hat sich ja offenbar bereits auf diese Offline-Vertriebswege zurückgezogen. Und wenn die Regierung eine Great Firewall aufbaut um missliebige Feindsender auszusperren, dann gräbt man eben Tunnel.»
  • Internetzensur: Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren | Interview mit Christian Bahls | ZEIT ONLINE
    «Was noch viel krasser ist: Es werden zwischen den Staaten nur die Sperrlisten für die Filter ausgetauscht. Doch niemand bekämpft in seinem eigenen Land die Server, auf denen die Inhalte lagern. Wenn die zu den 1.500 Adressen gehörenden Server in den USA, Holland, Kanada und Deutschland dicht gemacht würden, die derzeit existieren, wären 90 Prozent der weltweit mit einem Browser erreichbaren Kinderpornografie nicht mehr verfügbar.»
  • Vergesst diese chinesische Firewall! | Christina Leutwyler | tagesanzeiger.ch
    «Das alles ist gut gemeint, aber zutiefst unliberal und letztlich wenig erfolgversprechend. Denn wie lässt sich begründen, dass ein Schweizer zwar nach Baden-Baden, Vichy oder Venedig fahren und dort im Casino spielen, das Gleiche aber nicht im globalen virtuellen Raum des Internets tun darf? Die rasante technologische Entwicklung rund ums Internet müsste die Schweiz veranlassen, eine neue Glücksspielpolitik zu entwickeln, statt bloss zu mauern.»

Eine Debatte über Ahmadinedschad (Substanz berichtete):

  • Israelkritik verboten | Jens Berger | Der Spiegelfechter
    «Was hätten die Lenker der westlichen Boykottstaaten denn beschlossen, hätte sich nicht Ahmadinedschad, sondern Avigdor Lieberman als Redner in Genf auf die Liste setzen lassen? Avigdor Lieberman ist der neue israelische Außenminister. Er forderte mehrfach offen die Deportation der israelischen Araber in das Westjordanland.»
  • Eklat: Eklatante Eklatfreudigkeit | Der Postillon | 🙂

Neue Parteienwebsites und ein Ministeriumstwitterkanal:

Und allerlei interessante Gedanken:

  • Der Gripen-Pilatus-Deal: Marktverzerrung auf Kosten der SteuerzahlerInnen | Bündnis gegen neue Kampfflugzeuge
    «Diese indirekte Subventionierung der Rüstungsindustrie auf Kosten der SteuerzahlerInnen stellt eine Markverzerrung zuungunsten des zivilen Bereichs von Pilatus dar und verhindert die längst überfällige Strukturanpassung und die Konversion zur zivilen Produktion.»
  • Journalismus: mein Wunschzettel | Das Frage-Blog
    «Ich möchte wissen, wer den Artikel geschrieben hat und welche Meinungen der Journalist in der Vergangenheit vertreten hat, um mir ein Bild von ihm machen zu können und seine Beurteilungen einordnen zu können. Welche Perspektive bezieht dieser Journalist? Wo steht er?»
  • Ein Haftbefehl für George W. Bush, bitte! | Robert Misik | misik.at
    «Wer für grobe Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, soll nicht so einfach davon kommen. Mag sein, dass es Bush und Cheney nicht als sehr große Strafe ansehen, wenn sie für immer in den USA festsitzen. Aber es wäre ein Akt des zivilisatorischen Fortschritts, wenn diese beiden wüssten, sie würden sofort in Handschellen abgeführt, wenn sie – beispielsweise – in Tegel landen.»

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