Vorbildliche, faire Schlegis

Die Schweizer Eishockeyligen nähern ihre Regeln der NHL an: Künftig schreiten die Schiedrichter bei Schlägereien nicht mehr ein, solange «fair» gekämpft wird, sondern schauen nur, dass sich keine weiteren Spieler einmischen. Die Schläger werden auch nicht mehr unter die Dusche geschickt, sondern können nach einer kurzen Strafe weiterspielen.

Ob Adolf Ogi («Der Sport ist eine wirkungsvolle und kostengünstige Waffe im Kampf um eine bessere Welt. Er ist eine Lebensschule, Brückenbauer und Friedensförderer.») das eine gute Idee findet? Werden die Schulen künftig Eishockey zum Vorbild nehmen und bei Schlägereien auf dem Pausenplatz dafür sorgen, dass die Schlegi «fair» abläuft, statt zu intervenieren?

Ich finde es ein verheerendes Signal: Diese neue Regel sagt aus, dass es schon ok ist, wenn man seine Emotionen nicht im Griff hat und man ein Problem mit den Fäusten löst. Ich finde eine solche Regel viel problematischer als jede Kampfsportart, denn Kampfsportler haben ihre Emotionen im Griff.

Und dann ist man überrascht, wenn eine Studie zu Schluss kommt, dass Jugendliche, die Sportarten wie Eishockey betreiben, auch im Alltag häufiger Gewalt anwenden.

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