Flatterst du schon?

Es gibt ja so viele grossartige Dinge im Netz – Unterhaltendes, Inspirierendes, Informatives, Anregendes. Wenn ich etwas toll finde, kann ich dies vielerorts in den Kommentaren kundtun. Und ich kann den Link dazu weiterverbreiten. Beides ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Man kann damit seine Wertschätzung zeigen – aber wirklich etwas davon haben tut der Urheber des grossartigen Dings nicht.

Bis jetzt. Ein neuer Micropayment-Dienst namens Flattr ist nun in der geschlossenen Beta-Phase, und wer sich sputet, kriegt vielleicht dafür noch einen Zugang. Flattr ermöglicht mir drei Dinge: Ich kann damit Wertschätzung zeigen, ich kann damit einen Link promoten, und: Ich kann den Urheber mit richtigem Geld unterstützen. Und jetzt kommt der Clou: Dies alles mit einem einzigen Klick! Ich finde das ein vielversprechender Ansatz.

Wer also einen Flattr-Account hat, darf mich ab sofort unterstützen – und im Gegenzug werde ich auf meinen Surftouren stets nach einem Flattr-Button Ausschau halten.

Übrigens, ja, es gibt auch noch Kachingle, bei dem Ronnie auf dem 4. und Frau Zappadong auf dem 9. Platz der deutschsprachigen Charts liegen. Jedoch habe ich Kachingle nicht eingerichtet, weil mich zwei Dinge stören: Es wird dabei quasi ein Surfprofil meines Surfverhaltens erstellt, und man kann nicht im Anschluss an das Lesen/Hören/Anschauen entscheiden, ob man einen Beitrag unterstützen möchte – sondern es werden einfach die Anzahl Besuche gezählt, die man auf einer unterstützten Website abstattet.

13 Gedanken zu „Flatterst du schon?“

  1. Man kann bei Kachingle auch „anonym kachinglen“, Dein Einwand ist aber dennoch berechtigt.

    Es sind halt zwei nicht ganz gleiche Konzepte und irgendwie überzeugen mich beide noch nicht vollends. Vielleicht ja dann in einigen Monaten. Hoffentlich!

    ps. meinen Klick hast Du auch! (Ich fände ja gut, wenn man sehen würde, wer wo geflattert hat. Ja, da sprechen wieder andere Gründe dagegen.)

  2. OK, das wusste ich nicht, dass man auch anonym kachingeln kann.

    Ich finde eine Trennung von persönlicher Empfehlung (via Twitter, Facebook, Lesezeichendienst, …) und anonymer Bezahlung (Flattr) gut. Ich will manchmal etwas unterstützen, ohne es gleich allen mitzuteilen. Und ich will manchmal etwas weiterverbreiten, ohne es mit Geld zu unterstützen.

    Es wird sehr interessant sein zu sehen, wie stark die Flattr-Charts von anderen Charts abweichen.

  3. @Ugugu: Bei kachingle im Moment 20 % inkl. Transaktionsgebühren, bei flattr 10 % exkl. Transaktionsgebühren, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Hinter flattr steht Peter Sunde, einer der Gründer von Pirate Bay. Ich denke nicht, dass es ums Datensammeln (und Weitervermarkten) geht. Seine Aussagen, dass er grösstmögliche Anonymität gewähleisten will, sind ziemlich glaubwürdig, finde ich (siehe Video). Aber natürlich muss man das im Auge behalten.

  4. @Ugugu: Dass ein Dienst etwas abzwackt, find ich in Ordnung, das muss sich ja auch für den Organisator lohnen, oder? Man kann sogar die naive Hoffnung hegen, dass die Kommissionsprozente bei regem Gebrauch durch viele Nutzer sinken können.

    Daten sammeln? Hm ja, aber wer sammelt denn keine Daten?

  5. Ich habe Kachingle bei Ronnie Grob entdeckt und gefunden, dass ich da einen Selbstversuch machen will. Mein erster Kachingle-Eindruck:

    Der grösste Nachteil: Man bekommt die erste Auszahlung erst, wenn man 50 Dollar erreicht hat – was bei jemandem mit wenigen Kachinglern eine Ewigkeit oder länger dauert.

    Weitere Nachteile:
    – Die meisten Blogs, die bis jetzt dort mitmachen, sind totaler Schrott – sprich, ich habe absolut keine Lust, denen was zu spenden.
    – Die meisten Blogs sind Englisch. Für mich kein Problem – aber ich glaube kaum, dass ein Amerikaner je bei Zappadong Kachingeln wird … versteht ja nix. Meine Chancen auf eine genügend grosse Kachinglerzahl sind also gering.
    – Meine Lieblingsblogs, die ich gerne finanziell unterstützen würde, sind nicht vertreten.
    – Ich kapiere nicht so ganz, wie meine Besuche gezählt werden. Auf der eigenen Webseite wird jeder Besuch automatisch registriert. Auf den anderen Seiten werden meine Besuche nur gezählt, wenn ich via Kachingle-Profil reingehe. Das ist ziemlich mühsam.

    Trotzdem: Ich zieh das jetzt mal eine Weile weiter durch mit Kachingle und sobald Flattr aus der Beta-Phase raus ist, hänge ich mich dort auch ein. Nicht, weil ich Stutz machen will (keine Chance!), sondern weil mir der Gedanke des freiwilligen Zahlens gefällt. Und weil jedes System erst einmal getestet werden muss.

    @ugugu: Auch ich finde das Abzwacken okay. Ist schliesslich eine Geschäftsidee und je mehr das Geschäft wächst, desto teurer wird der Unterhalt. Wenn diese Micropayments sich durchsetzen könnten, hätten alle etwas davon: Jene, die die Idee umgesetzt haben und jene, die durch dieses System zu (etwas) Geld kommen.

  6. @Ronnie: Also wenn es Indizien geben würde, dass das Geschäftsmodell auf Userdaten basieren würde, die sie auf allen Seiten mit Flattr-Button sammeln würden, dann wäre für mich Flattr definitiv gestorben. Peter Sunde scheint mir aber kein Geschäftsmann dieser Art zu sein, sonst hätte die Geschichte von Pirate Bay anders ausgeschaut.

    @Zappadong: Danke für den «Erlebnisbericht».

    @Sven: Es konnten sich schon einige deutschsprachige Blogs anmelden, ja. Ich habe das Gefühl, dass in der Blogosphäre die Einstellung sehr wohlwollend ist. Ob dies auch für Künstler und Journalisten gilt, kann ich nicht einschätzen.
    Aber im Moment scheinen sie keine weiteren mehr aufzunehmen.

  7. Wir haben mal durchgerechnet, was Flattr eigentlich kostet. Von brutto 100% gehen knapp 8 % für Geldtransferdienste (Paypal, Moneybrokers etc.) drauf, flattr nimmt noch einmal 10% von allen Auszahlungen. De Facto gehen also knapp 18% des gutgemeinten Online-Liebesbeweises für Gebühren drauf. Klingt unbrauchbar. Eine direkte Banküberweisung wäre in den meisten Fällen sehr viel effektiver. Mehr dazu auf unserem englischen Blog: http://www.kliklak.net/blog/flattrcom-can-you-show-your-love-on-the-net
    Kommentare gerne.

  8. Eine direkte Banküberweisung von 20 Rappen bzw. Cents ist garantiert nicht effektiver. Ausserdem wird flattr mit der Marge runtergehen, falls sie Gewinn machen würden. Ich finds brauchbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.