SF und die Anonymisierung

Liebes Schweizer Fernsehen

Ist ja toll, dass ihr euch bis vor Bundesgericht für die Anonymität eines Kommentar-Verfassers auf eurer Website kämpft, obwohl ihr für dessen Aussagen dann selbst geradestehen müsst. Ich finde es gut, dass IP-Adressen ab heute ein wenig besser geschützt sind.

Aber wenn euch der Datenschutz doch so wichtig ist, wieso sendet ihr dann am gleichen Tag in der Rundschau einen Bericht über einen mutmasslichen Sexualstraftäter «Hans W.» und zeigt dabei Screenshots von seiner Präsentation auf einer Website, so dass man sich seinen richtigen Namen innert Sekunden ergoogeln kann? Ist Datenschutz plötzlich nicht mehr wichtig, wenn es nicht um Quellen geht? Oder habt ihr einfach das Internet noch nicht begriffen? (Ausserdem finde ich, dass ihr in dem Bericht die Forderung nach einem öffentlichen Sexualstraftäterverzeichnis zu unkritisch im Raum stehen lässt und dann sogar noch mit der Plattitüde kommentiert: «Der Täterschutz wird höher gewichtet als der Schutz der Patienten.»)

Meiner Meinung nach ist sowas ein Fall für den Presserat, wenn nicht für die Gerichte.

sexuelle_uebergriffe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.