Vorsicht, Musikschaffende!

Die Urheberrechtsdebatte ist neu lanciert. In der Schweiz macht der neu gegründete Verein «Musikschaffende Schweiz» auf sich aufmerksam, und in Deutschland hat Sven Regener mit einem spontanen Pamphlet aufgerüttelt. Die Debatte ist wichtig und nötig. Insbesondere auch die Position der Piratenpartei ist offensichtlich sehr erklärungsbedürftig. Dem versuche ich hier abzuhelfen.

Die Sängerin Sina hat sich diese Woche in der Basler Zeitung zu Wort gemeldet. Sie schreibt:

Wir wollen auch in Zukunft nicht, dass der Steuerzahler uns subventionieren muss. Im Gegenteil. Wir wollen einfach weiterhin das machen können, was uns auszeichnet: Musik, die begeistert und berührt.

Ja, Sina, das will ich auch, dass du das kannst! Ich finde es auch ganz richtig, dass du an die Hörer deiner Musik appellierst, dich mit Geld zu unterstützen. Denn irgendwoher muss das Geld kommen, damit du den Freiraum hast, Musik zu schaffen (solange es noch kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt). Ich weiss, dass viel Arbeit in einem Album steckt, ich schätze diese Arbeit und unterstütze sie auch gerne weiterhin mit Geld, indem ich Songs von dir auf iTunes «kaufe». Aber weisst du was? Das, was ich da über iTunes mache, ist nicht kaufen, sondern spenden. Deine Musik kriege ich gratis, die möglichen Bezugsquellen sind gross. iTunes hat vielleicht einen gewissen Mehrwert in Sachen Convenience. Aber wenn ich Musik über iTunes kaufe, dann nur, weil ich spenden will. iTunes ist nicht der Plattenladen, den er vorgibt zu sein, sondern viel eher der Hut des Strassenmusikers.

Sven Regener sagt:

Ich möchte kein Strassenmusiker sein. Das ist eine Frage des Respekts und des Anstands.

Sowohl Sina wie Regener möchten Einzelstücke verkaufen, so wie ein Bäcker Brötchen verkauft. Diese Idee funktionierte einigermassen, als der Vertrieb an physische Trägermedien gebunden war. Anscheinend habt ihr es noch nicht realisiert: Diese Idee, dieses Geschäftsmodell ist tot, mausetot, und wird nie mehr wiederkommen. Nicht die «Piraten» haben es getötet, sondern die Infrastruktur namens Internet. Kein Gesetz kann daran etwas ändern, ausser, das Gesetz tötet das Internet. Klar, die Schweiz könnte ein Download-Verbot wie im Rest von Europa beschliessen, wie das Sina fordert. Aber damit wären wir nicht weiter, Sina, frag mal Sven Regener. Wenn das Gesetz nicht toter Buchstabe sein soll, muss das Gesetz auch durchgesetzt werden, die dies würde nichts weniger als eine totalitäre Internet-Kontrolle erfordern. Ich bin sicher, dass ihr ein solches Gesetz auch nicht wollen würdet.

Also, liebe Musikschaffende: Sagt der Einzelstückverkauf-Idee adieu, für immer. Trauert nur über diesen Verlust, ich kann das gut verstehen, denn sie war eine gute Sache für euch, für diese Art von Populärmusik. Aber wollt ihr jetzt den Rest eures Künstlerlebens diesem Geschäftsmodell nachtrauern? Das wird euch nicht gut tun. Mein gut gemeinter Gratis-Tipp: Schaut nach vorne! Findet heraus, welche Chancen sich für euch auftun, wenn ihr euren Stolz als Einzelstückverkäufer niederlegt.

Sina glaubt, dass sie mit der Moralkeule etwas bewirken kann:

Da stört der Umstand natürlich umso mehr, dass jeder Dritte der Über-15-Jährigen seinen iPod volllädt, so begierig, als ob die Toren des World Wide Web dichtgemacht würden.

Wieso soll Freude am musikalischen Reichtum – und die Ablehnung des freiwilligen Verzichts darauf – Gier sein? Sind wir denn im Kloster? Sorry, Sina, die letzten Klöster sind am Aussterben, und diese Haltung wird genauso wenig erfolgreich sein. Eine künstliche Verknappung der Kulturgüter macht aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive überhaupt keinen Sinn. Niemanden wirst du überzeugen können, dass es besser ist, einen leeren iPod zu haben, als ihn mit (schwarz-)kopierten Songs zu füllen. Ein leerer iPod bringt niemandem etwas – auch dir nicht. (Kommt hinzu, dass ein Teil des Kaufpreises des iPods in deine Kasse fliesst, selbst wenn er leer bleibt.)

Das Bild des gierigen, egoistischen, kriminellen Piraten trifft nicht zu, auch nicht, wenn ihr es tausendmal wiederholt. Diejenigen, die am meisten Musik schwarzkopieren, sind auch diejenigen, die am meisten Geld für Musik ausgeben. Indem ihr eure eigenen Fans und Kunden zum Feindbild stilisiert, bringt ihr sie garantiert nicht dazu, euch stärker zu unterstützen.

Wenn also das Geschäftsmodell des Einzelstückverkaufs weder durch Gesetze noch durch Moralreden zu retten ist, welche alternativen Optionen bieten sich dann?

  • Diejenige des Staatsangestellten oder Staatssubventionierten. Dann würde dein Wunsch in Erfüllung gehen, dass «jeder, der arbeitet, auch seinen Lohn erhalten» soll. Modelle gibt es verschiedene, von Fördergeldern bis Kulturflatrate.
  • Diejenige des Gebühreneintreibers. Bei einer begrenzten Anzahl Radios, Clubs und Streaminganbieter scheint es weiterhin zu funktionieren, Gebühren einzutreiben für das öffentliche Abspielen eurer Songs. Auch über die Leerträger-Abgabe scheint ein wenig Geld reinzukommen.
  • Diejenige des «Strassenmusikers». Ihr lebt von den Zuwendungen eurer Fans. Dies kann durch Spenden, durch imitierte «Verkäufe» oder durch Crowdfunding geschehen.
  • Diejenige des Dienstleisters. Ihr bietet Konzerte oder andere Dienstleistungen persönlich an ein beschränktes Publikum oder für Werbung an.

Jetzt seid ihr dran, liebe Musikschaffende, denn es liegt nicht an uns Piraten, eure Geschäftsmodelle zu entwickeln. Macht konkrete Vorschläge! Oder macht es wie Knackeboul und viele andere, versteht euch als Unternehmer und sucht euer Geschäftsmodell in dem Markt, der sich euch bietet. Dann könnt ihr aber genauso wenig wie jeder andere Unternehmer erwarten, dass jeder, der arbeitet, auch einen Lohn erhält. Hingegen könnt ihr erwarten, dass man es euch gönnt, falls ihr in diesem Markt finanziell erfolgreich seid (was bei Staatssubventionierten und Gebühreneintreibern schwieriger wird).

Wir Piraten sind offen für Vorschläge. Solange die Vorschläge nicht in Richtung Zerstörung des Internets, Abschaffung der Grundrechte und Kriminalisierung von Musikfans gehen, könnt ihr davon ausgehen, dass wir grundsätzlich auf eurer Seite sind! Ihr seid nicht unsere Feinde, wir sind eure Unterstützer!

32 Gedanken zu „Vorsicht, Musikschaffende!“

  1. Auf http://david.herzog.politnetz.ch/ führst du die Werte Kostenwahrheit und bedingungsloses Grundeinkommen an, während du hier mit diesem Post genau das allen Musikschaffenden absprichst. Dieses ganze scheinheilige, pubertär-dreiste Piratengetue unterstreicht deine vorderhand konstruktive Position (”wir sind eure Unterstützer”) nicht, sondern untergräbt sie vielmehr. Wenn ihr tatsächlich stehlen wollt, um den Armen zu helfen, hättet ihr euch Robin Hood-Partei nennen sollen… Piraten nämlich stehlen, plündern und rauben. Unrechtmässig. Das war schon immer so, und ist allem Anschein nach noch immer so. Immerhin da seid ihr konsequent.

  2. Wo spreche ich den Musikschaffenden welche Werte ab? Was ist dreist, was ist scheinheilig?

    Wir stehlen nicht. Kopieren ist nicht stehlen.
    Und wir wollen nicht «den Armen helfen». Ich will freie Entfaltung für jeden, und dafür halte ich das Grundeinkommen für ein gutes Mittel.
    Schon gar nicht wollen wir das eine für das andere.

  3. Ich teile Herzogs Meinung da voll und ganz. Ich möchte in die Diskussion einbringen, dass etwa Jazz beispielsweise davon lebt, dass sogenannte „Standards“ in Form von „Real Books“ unter den MusikerInnen getauscht werden; damit man experimentieren und weiterentwickeln kann.

  4. @David – Freie Entfaltung für jeden? Schliesst dein „jeden“ auch die Musikschaffenden ein? Oder beschränkt sich unsere freie Entfaltung nur darauf, dir und allen anderen Konsumenten jährlich zum Nulltarif ein neues Album kredenzen zu dürfen?

    @MéLa – Jazz mag von Standards leben, da hast du vollkommen recht. Aber Jazz muss keinen Wocheneinkauf machen, keine Stromrechnung zahlen und auch das Auto nicht in den Service bringen, weil der Vergaser dahin ist. Das müssen nur die Musiker. Auch Jazzmusiker, wie z.B. Miles Davis einer war. Der Miles Davis, der das berühmteste und meistverkaufte Jazz-Album aller Zeiten geschaffen hat: Kind Of Blue. Kind Of Blue wurde vor über 40 Jahren aufgenommen – und wandert gemäss npr.org noch heute 5000 mal wöchentlich über den Ladentisch. Gegen Bezahlung.

  5. @Simon: Ja, die Forderung nach freier Entfaltung schliesst auch jeden Musikschaffenden ein. Aber sie schliesst nicht die Möglichkeit der Kontrolle des Internets mit ein. Im Internetzeitalter bedeutet Veröffentlichung immer auch Kontrollverlust. Daran können weder ihr Musikschaffenden noch wir Piraten etwas ändern.

  6. @Simon: Es passt zu deinem Beispiel, dass es Argumente gegen das Urheberrecht beinhaltet. Leider weilt Miles Davis schon über ein Jahrzehnt nicht mehr unter uns, dennoch ist seine Musik beliebt. So sehr, dass dafür bezahlt wird, wer aber kassiert? Sind 40 Jahre Urheberrecht auf Miles Davis‘ „Kind of Blue“ nicht genug? Wessen Stromrechnung und Vergaser wird hier bezahlt? Wäre es nicht an der Zeit, Miles Davis‘ Musik als Kulturerbe freizugeben, damit alle Interessenten diesen Teil der Musikgeschichte mithören können?

    @David: Einverstanden. Warum eigentlich soll in der digitalen Welt alles kriminalisiert werden? Vor 30 Jahren wurden halt Tapes kopiert, später dann CDs. Es war schon damals nicht anders, nur das Medium hat gewechselt. Deswegen wurden trotzdem bespielbare Tapes und CDs, sowie Tapedecks und CD-Brenner ohne Kontrolle verkauft.

  7. Nur so am Rande: Das Austauschen von Kopien „zum Eigengebrauch“ unter Freunden ist nach Schweizer Urheberrecht erlaubt (Art. 19, Abs. 1 URG)

    Mich stört dieser Herrschaftsanspruch der Kulturschaffenden, dass nur sie das Recht hätten, Kultur zu schaffen und dementsprechend auch zu kommerzialisieren. Ich betrachte jeden, der etwas Neues schafft oder etwas Bestehendes weiterentwickelt (dazu gehören sehr viele), als Kulturschaffenden – und die grosse Mehrheit tun das ohne Entgelt.

    Zu erwarten, dass an Kulturschaffende immer Geld fliesst, würde bedeuten, dass ohne Geldfluss keine Kultur geschaffen würde. Geht es dabei also noch um Kultur schaffen oder nicht doch eher ums ganz profane Geldverdienen? Darum finde ich es seitens (kommerzieller) „Kulturschaffender“ fragwürdig, den Aspekt „Kultur“ ins Feld zu führen. Kultur zu schaffen oder weiterzuentwickeln betrachte ich deshalb als Privileg – und nicht als Garantie auf ein Einkommen…

    Und noch was: David hat es eher am Rande erwähnt, aber Tatsache ist, dass wir „Kulturkonsumenten“ in Sachen Urheber-Entschädigung doppelt an die Kasse gebeten werden: Einmal beim Kauf eines Musikstücks und einmal beim Kauf eines Players (z. B. iPod). Was denn Sina dazu meint, dass sie ihre Fans doppelt belastet?

  8. die diskussion ist nicht nur wichtig, sie ist überfällig. was mich an den protesten der herren und damen promimusiker etwas stört ist, dass sie sich in den letzten jahren herzlich wenig ums netz geschert haben und jetzt plötzlich das grosse wehklagen aufführen. kommt – für einen berufsstand, der „was mit medien“ macht – etwas spät, imho.

    hatten wir das nicht schon mal? z.b. bei den zeitungen und buchverlagen? die haben sich doch auch jahrelang nicht gekümmert und versuchen jetzt, ihre veralteten geschäftsmodelle mit neuen gesetzen (z.b. leistungsschutzrecht) zu retten.

    ich bringe immer wieder gern dieses beispiel: die rhein schifffahrt funktionierte zuerst nur rheinabwärts. in basel baute man schiffe, transportierte mit der strömung die ladung rheinabwärts, baute am zielort die schiffe wieder auseinander, um dann häuser oder sonstwas daraus zu machen. das war eine riesen business. bis die dampfmaschine kam und die schifffahrt auch rheinaufwärts möglich machte. – jeder kann sich denken, was dann passierte…

  9. @Vito – Dass du nicht daran denkst, dass mit Klassikern wie „Kind Of Blue“ neue Künstler quersubventioniert werden, lässt vermuten, dass du von der Thematik nichts verstanden hast. Die Antwort ist Nein.

  10. David – nur weil Du und ihr einfach mal so aus dem Nichts daher behauptet, ihr würdet nur kopieren und das sei kein Diebstahl, heisst das noch lange nicht, dass dem auch wirklich so ist. 

    Veröffentlichung heisst nicht, dass damit automatisch irgend jemand die Lizenz zum Gratis-Konsum erworben hätte. Wär ja noch schöner! 
    Ich weiss schon, ihr hättet das nur zu gern. Aber ihr habt nun mal kein Recht darauf. Weder auf Gratis-Original-Content noch auf eine Gratis-Kopie. Es gibt kein Menschenrecht auf Gratis-Musik. 
    Da könnt’ ihr euer Sprüchli, von wegen, das sei jetzt heutzutage nun mal gottgegebene Realität und Musikschaffende hätten sich dem doch bitte zu beugen, noch Millionen Mal runter leiern – dieses Recht werdet ihr nie kriegen.

    Zudem – zu eurem Leidwesen wird ja schon jetzt tonnenweise Zeugs im Netz kontrolliert und das sehr wohl zu Recht! Warum unterschlägt ihr das geflissentlich?
    Wir können ja mal bei der Kinderpornografie anfangen – seid ihr da denn auch so generös? Fordert ihr da auch freie Entfaltung? Wollt ihr da auch keine Kontrolle? Nähm’ mich mal Wunder?

    Beharrt ihr da auch auf dem Recht, dass jeder tun und lassen kann, was er will? 
    Na, komm schon, ist doch kein Problem? Da zieht sich doch auch jeder nur eine Kopie? Denen wollt’ ihr doch bestimmt auch nicht das Recht auf unkontrollierten Freiraum im Netz absprechen??

    Und erzählt ihr den betroffenen Kindern oder deren Eltern dann auch, dass das Internet frei und unkontrolliert bleiben soll? Sie hätten halt den Wandel der Zeit verschlafen und sollen sich doch jetzt bitteschön damit abfinden… und halt ein bisschen besser auf ihre Kids aufpassen… oder “ein anderes Geschäftsmodell“ suchen?? 

    Falls ich richtig liegen sollte, nehmt’s wenigstens auch gleich in euer Parteiprogramm auf und steht öffentlich dazu. Falls nicht, steht eure Argumentation aber auf ziemlich wackligen Beinen.

    Weisst Du, ich bin auch nicht mit allem in unserer Gesellschaft einverstanden und ich find’ ebenfalls, das eine oder andere gehört überdacht.
    Und ich kann mich sogar mit einigen eurer Ideen (die ja auch nicht alle die euren sind, apropos “bedingungsloses Grundeinkommen“) da und dort anfreunden.

    Was ihr euch aber in dieser Sache an Aussetzern leistet, ist unterste Schublade und an Respektlosigkeit und Arroganz nicht zu überbieten.

    Selbst Du hältst Dich, sogar in Deinen eigen vier Wänden und zu Deinem eigenen Wohlbefinden, an gewisse Regeln und „Übereinkünfte“, um Dir und Deinen „Mitmenschen“ ein einigermassen friedliches Miteinander in dieser Gesellschaft zu gewährleisten und selbst Du wirst darüber hinaus auch bis in Deine eigenen vier Wände kontrolliert. Auch dies letztlich zu Deiner eigenen Zufriedenheit.

    Ob euch das nun passt oder nicht: Es ist – zumindest bis heute – ein Jahrhunderte alter und unverzichtbarer Teil des Kulturverständisses und entspricht einer gemeinsamen Überzeugung dieser Gesellschaft, dass auch kreative Arbeit bezahlt werden soll. Offenbar wollt’ ihr das einfach nicht wahr haben.

    Darüber hinaus hat die Zivilgesellschaft ja noch so einige Errungenschaften mehr vorzuweisen, die sie sich zum Wohle aller erarbeitet hat. Unter anderem zum Beispiel die Freiheit, dass auch Du sagen kannst, was Du denkst. Dagegen ist nichts einzuwenden. 

    Es ist aber sehr wohl etwas dagegen einzuwenden, wenn Du und ihr meint, dank dieser Freiheit euer eigenes “Wohl“ (das offenbar einzig darin besteht, ein bisschen zu schmarotzen und nichts für die Arbeit anderer bezahlen zu müssen) über jenes anderer stellen zu können.

    Und es ist ganz bestimmt etwas dagegen einzuwenden, wenn ihr meint, von eurem bequemen Sessel aus die Arbeit anderer als Allgemeingut deklarieren zu können und ihnen darüber hinaus auch gleich noch auf höchst selbstgefällige Art vorschreibt, sie hätten sich doch bitte nach einem anderen Geschäftsmodell umzuschauen – einfach mal so, weil’s euch grad so schön in den Kram passt.

    Wer oder was hat euch eigentlich dazu berufen, zu dieser höheren Einsicht, dass ihr euch anmasst, die Arbeit anderer zu verschenken?
    Eure Freiheit trampelt auf der Freiheit anderer rum.
    Ein bisschen mehr Bescheidenheit stünde euch deshalb mehr als gut an.

    Nun denn.. alleine die Tatsache, dass ihr alle jetzt so eifrig eure Blogs schreibt und notgedrungen auf jene paar Exponierten eindrischt, die sich getrauen, für ihre Rechte einzustehen, zeigt, dass ihr offenbar endlich ein bisschen Gegenwind spürt. Wurde aber auch langsam Zeit!

    Drum, wir werden ja sehen, ob’s daran was zu ändern gibt. 
    Und bevor Du uns noch in dieselbe Tüte zu stecken versuchst, von wegen weder Musikschaffende noch ihr könntet das ändern: Im Gegensatz zu euch selbsternannten Piraten versuchen wir’s. 
    Das ist doch immerhin schon mal ein gewichtiger Unterschied.

    ivo (Yep, Du hast’s erraten… Musikschaffender.)

    p.s. Und @Titus noch – keiner spricht Dir ab, Kultur zu schaffen. (Ich hab‘ überdies nie behauptet, ich würd‘ „Kultur“ machen. Das ist mir so was von egal, wie man das nennt.)
    Mach, was Du willst, nenn’s wie Du’s willst und wenn Du’s frei von Entschädigung tun willst, ebenfalls kein Problem. Das ist Dein Bier.
    Es ist aber nicht Dein Bier, mir vorzuschreiben, dass ich meine Arbeit gefälligst zu verschenken habe.

    Um es mit Sven Regener zu sagen – wenn ihr nichts für unsere Songs bezahlen wollt, dann lasst euch eure Liedchen von Kim Schmitz vorsingen.

  11. Danke Ivo, sehr treffend.
    Und an David, einfach mal ganz einfach:

    Schreib‘ dir deine Songs selbst. Oder zahle dafür wenn du das nicht kannst. Wahlweise könnte ich dir anbieten, wöchentlich meine Wohnung zu putzen. Als Gegenleistung erhältst du, sofern ich gerade in Spenderlaune bin, einen Stick mit total spannender Musik. Natürlich nur wenn du versprichst, nicht mein Auto zu klauen. Shit, my bad, du kopierst ja lediglich, klaust nicht.

    Gosh, Realsatire pur.

  12. ..schreibt mal einer ein bisschen gute Musik hier in der Schweiz bitte! Dann siehts vielleicht anders aus mit den „KOPIEN“ …ist klar: „zur falschen Zeit am falschen Ort“ mit dieser Bitte aber sorry für 99.9% CH-Musik würde ich persönlich auch keinen einzigen Rappen ausgeben.
    Komisch, dass es den „richtig guten Künstlern“ immernoch prächtig geht… auch deren Labels?
    Think about it…

  13. … achje wir sind alle zu… Achherjeh, sind wir? Echt?

    Ausser der simplen Lust zum Pöbeln sehe ich wenig Sinn. JA klar, mir gefallen 99% so ziemlich aller Musik auch nicht. Die kopiere ich auch nicht, weil die mir nicht gefällt. Klingt eigentlich logisch. Ich schleiche mich ja auch nicht durch die Hintertür ins Kino, damit ich bei den Filmen, die mir nicht gefallen werden, nicht zahlen muss…. 🙂

    Wo genau war hier bitte das Argument für oder gegen was?

    Aber vielleicht bezahlst du ja für die 0.1% CH-Musik, die dir gefällt. Das wäre ein Anfang. Cool, danke dafür.

  14. @Heiko:
    Dass Du Dich (jenachdem immernoch)in Kinos schleichst zeugt von Abenteuertum und ein Stückweit Gangsterqualitäten… 😀

    Schade dass sich die Künstler drum kümmern müssen…
    Eigentlich geht der grössere Kuchen dieser Bitch- genannt „MusikBusiness“ sowieso an die Labels.
    Musik ist meiner Meinung nach ein Genussmittel-das die Sinne erweitern soll und nicht eine Dienstleistung.

    Musik ist ein Stück der Evolution, nur die Besten kommen weiter… und nur die Besten bewähren sich.

    „Wahre Kunst bleibt unvergänglich.“
    Ludwig van Beethoven
    „Musik ist Religion für mich, auch im Jenseits wird es Musik geben.“
    Jimi Hendrix

    Macht Musik verdammt!!!!

  15. Klar, David!

    Wein ist auch ein Genussmittel, darum läufst Du einfach in den Coop und holst Dir gratis ein paar Flaschen, cool!

    Das Problem ist, dass Leute wie Du gar nicht mehr merken, dass sie klauen,
    ganz nach dem Motto, was machbar ist, ist erlaubt!

    Wenn ich Deine Zeilen zu diesem Thema lese, muss ich sagen, Du hast überhaupt nichts begriffen!

  16. Danke IVO und Heiko
    Ich spreche jetzt einfach mal all jene an, die immer und immer wieder Ihre Klappe weit aufreissen, wenn es um das Thema des geistigen Eigentums anderer geht. Ihr habt einfach überhaupt nichts begriffen. Die inhaltliche Tragödie Eurer Beiträge zu diesem Thema entwickelt jedoch schon fast einen gewissen Witz. Ihr merkt nämlich noch nicht mal, auf was für eine peinliche Art und Weise sich Euer „nicht Wissen“ entfaltet mit diesem unfundamentierten Gelaber. Es gibt wohl kaum eine effektivere und aussagekräftigere Art unter Beweis zu stllen, was für ein asoziales Greenhorn man ist, als sich immer wieder so engagiert und überzeugt gegen die Arbeit anderer und deren Recht daran zu äussern. Lernt doch erst mal das kleine 1X1 bevor Ihr Euch öffentlich zu solchen Themen äussert. Ihr wollt gratis Musik hören? dann geht aufs Kloh und nehmt Euch beim pinkeln auf, den Track könnt Ihr dann GEMA-Frei abspielen so oft Ihr wollt.

  17. Also liebe „Geistiges Eigentum“-Verfechter.
    Zuerst mal sollte man geistiges eigentum besitzen, kreieren oder sich kaufen. JA KAUFEN oder mieten weil für gute Leistung gibts gegenleistung.
    Das blöde ist nur wenn ich zahlen soll für schlechte Leistung(geistiges Schaffen von mir aus)dann wird mir schlecht wenn ich sehe wie korrupt und schlecht CH-Musik ist.
    Ich finde CH-Musikschaffende und zwar nur die die sich soooo exponieren in dieser Sache gerade… sollen zahlen damit sie in den Radios gespielt werden damit sie Konzerte geben dürfen und so weiter.
    Dass jeder dahergelaufene behaupten kann er erschaffe im Geiste etwas auch nur annähernd musikalisches, geist- und sinnberührendes ist traurig an der heutigen gesellschaft.
    Daher recht hast du wohl… es kommt auf das gleiche raus ob ich jetzt eine CH-Produktion bezahle oder mich beim pissen aufnehme und das höre. 🙂
    und je nachdem würde sich rausstellen dass ich beim pissen kreativer bin als manche Musikproduktion die es nur aufs Geld abgesehen hat…
    In dem Sinne, bitte ein bisschen was abschneiden bei Yello, Bobo Maja Brunn, Endo Gölä nicht jammern – schaffen.

  18. Lieber „lächerlich“ – Es sagt ja niemand, dass du etwas kaufen musst, das dir nicht gefällt. Das lädst du ja auch nicht herunter – ob jetzt illegal oder legal. Die Diskussion betrifft aber genau so die Musik von Yello, Stiller Has oder Gölä. Die sind auch Musiker. Und versuchen, ebenfalls davon zu leben. Aber was red‘ ich da – gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.

  19. Hm, ich glaube wir reden hier von verschiedenen Sachen. Urheberrecht ist keine Masche, um ansonsten unbescholtenen Bürgern hintenrum Geld aus der Tasche zu ziehen… Sondern Anerkennung und Lebensgrundlage für Leistungen, die nur dann überhaupt kostenpflichtig sind, wenn sie genutzt werden. Wenn mir die Leistung – die immer ein Angebot darstellt – nicht gefällt, nutze ich sie einfach nicht. Die Menschen, die davon leben, werfen sich also auf den Markt und sind in Abhängigkeit von Einsatz, Kreativität, Durchhaltewillen, Genie, Wahnsinn und Schicksal dann mehr oder weniger erfolgreich.

    Musikbusiness-Bashing hilft da nicht weiter: erstens ist es meine persönliche Wahl ob und mit wem ich im Business zusammenarbeite, zweitens verdienen wohl in jeder Branche Vertrieb und Verwaltung mehr als die Produktion uns drittens geht das Leute, die nicht im Musikbusiness arbeiten, schlichtweg nichts an. Das ist unsere Sache. Wir kümmern uns darum.
    Klar passiert da -wie überall- ein Haufen Mist, doch niemand zwingt mich dazu und ich kann jederzeit independant gehen ohne irgendwelche Verträge zu unterschreiben. Ist ja nicht so, dass Sony’s Schlägertrupps mich aus dem Business drängen… 🙂 Jeder ist aufgefordert, selbst zu seiner Bank zu gehen, einen Kredit für sein nächstes Album aufzunehmen, eigenverantwortlich damit zu geschäften und zu hoffen. Viele von uns machen genau das (alle hier schreibenden Musiker machen das übrigens, greez bros‘! )
    Klar: Business und „gute Musik“ waren offensichtlich immer schon entkoppelt aber genau da greift das Urheberrecht, das uns sowohl grundsätzliche Rechte garantiert als auch grundsätzliche Verdienstmöglichkeiten. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Das Business-Bashing lenkt nur von der eigentlichen Problematik ab.

    Auch das CH-Szene-Bashing ist wenig produktiv: hier geht es schlussendlich nicht um die Finanzierung erfolgloser Zeitgenossen, die sich für „Künstlerinnen“ oder gar „Kulturschaffende“ halten, sondern darum, dass produktive Menschen die gesetzlich geregelten Rechte an ihrer Arbeit weiterhin selbst wahrnehmen wollen. Niemand wird gezwungen, CH-Musik, die ihm nicht gefällt, zu finanzieren. Das ist der Markt: niemand hat -gottlob- einen Anspruch auf Erfolg. Aber er hat die Chance sich mit viel Arbeit und Kreativität ein Leben zu schaffen, und das Recht, nicht beständig dabei bestohlen zu werden. Die Leute klauen ja nur Musik, die ihnen gefällt. (Das Gegenteil würde ich sehr spannend finden 🙂

    Was mich persönlich am meisten stört: Internet, Google, YouTube und so weiter sind per se völlig uninteressant und werden ausschliesslich durch den Content lebendig, der entweder freiwillig gestellt wird – coole Sache – oder der durch Enteignung zum allgemeinen Gut wurde – uncoole Sache. Nun, dann sollen sie für letzteres gefälligst zahlen.

    Interessant finde ich auch, dass die heulenden Internet-User selbstverständlich für alles andere diskussionslos löhnen: den Computer, der alle 2 Jahre – NATÜRLICH – erneuert werden muss, das ultraschnelle DSL, damit es beim Downloaden auch richtig flutscht, die Software, den CLOUD-Account, den Porno-Account und selbst die Monatsgebühr für den Russenserver mit den ganzen gecrackten Games. Aber genau diesem User ist es scheinbar nicht zu zumuten, ein paar Franken für Musik oder andere Werke zu bezahlen. Da brüllt man dann „Meinungsfreiheit im Internet“ und hält sich für den anonymen Retter der Welt… 🙂

    Diskutiert ihr echt mit euren Zahnärzten deren Tarife? Weil ihr eigentlich beim Pinkeln eure Zähne selber flicken könntet, es aber aus unerfindlichen Gründen nicht tut (Besserwisser aber nicht Besserkönner) oder aber 2 Porsche und eine Ferienhaus im Tessin eigentlich genug sind (Marxist)?

    Tut mir leid, ich wollte ja anständig bleiben, aber zum Schluss noch dies: das Urheberrecht die menschliche Schaffenskraft zensuriere ist wirklich das Seltsamste, was ich in diesem Zusammenhang gelesen habe. Aber ich bin mir mittlerweile sicher: das kann in der fortlaufenden Diskussion noch getoppt werden. Immerhin ist auch DAS Kreativität!… 🙂

    Doch ich gebe ehrlich zu: dass ich mir auch noch von einem Haufen It-Spezialisten sagen lassen muss, meine Arbeit sei per se nicht Geldwert – selbst wenn ihnen meine Arbeit den Tag versüsst- die sich eher die Realität verkennend „Piraten“ nennen und sonst keinen bisher erkennbaren kreativen Beitrag an die Gemeinschaft leisten (ist ja nicht so, dass die den ganzen Content im Internet produzieren), zieht mir ziemlich in der Leiste… Offensichtlich 😉

    Ernsthaft: Ich bin überhaupt kein Freund der lamentierenden KünstlerInnen, „Oh wir Armen“, da sag ich auch: nun, entweder kauft es jemand oder eben nicht. Aber hier jammere ich nicht, ich lasse mich einfach nur nicht gerne verarschen. Das ist für mich der Unterschied

    Und jetzt gehe ich zum Briefkasten runter und schaue, ob meine SUISA-Abrechnung endlich da ist.

  20. Hallo Heiko

    Bezüglich Bashing gehe ich mit dir weitgehend einig. Das ist fehl am Platz und bringt uns nicht weiter.

    Bezüglich Google, Youtube: Es gibt meiner Meinung nach kein geistiges Eigentum und daher auch keine Enteignung. Die Google Suche verstösst auch nicht gegen Urheberrecht. Youtube-Filme können gegen Urheberrecht verstossen, aber solche Verstösse kann man melden, dann werden sie entfernt. Youtube geht sogar noch viel weiter und sucht automatisiert nach Verstössen und lässt Rechteinhaber gar eigenhändig Inhalte sperren. Wo ist da die uncoole Sache?

    Bezüglich User: Wenn sich jemand beklagen kann, dann die Pornoindustrie. Diese ist im Gegensatz zur Musikindustrie tatsächlich massiv eingebrochen. Für Musik wird hingegen weiterhin bezahlt.

    Der Rest deines Beitrages zeigt, dass du noch immer nicht verstanden hast, dass es uns nicht darum geht, Künstler weniger zu bezahlen. Ich habe aber keine Lust, dir das noch einmal zu erklären.

    Die Behauptung, dass Piraten keinen kreativen Beitrag an die Gemeinschaft leisten würden, zeigt bloss deine Ignoranz. Soll ich dir mal was sagen? Ohne freie Software wärst du sowas von aufgeschmissen.

    Dafür kriegen wir leider keine Abgeltung per SUISA.

  21. Danke für Dein Engagement!

    Ich kann mich sicher anderswo informieren, inwiefern und wie denn eine „pauschale“ Hochrechnung der Verkaufscharts in der Schweiz(und/oder Ausland) die Tantiemenausschüttung(SUISA) beeinflusst?
    Oder hast Du da fundierte Kenntnisse und die nötige Lust und Zeit diesen Piraten hier dies näher zu bringen?
    Aber aufjedenfall Danke für Dein Engagement, bist ein starker Mensch sowie Robin Hood oder vielleicht auch Luther King der für die schwachen einsteht. Kompliment!

    @Simon: lass dir helfen. Es geht nicht lange und du steckst mittendrin… umgeben von vielen bunten Farben und Klängen und weichen Wänden. Agression ist die Sprache derer die keine Argumente haben.

    In dem Sinne schlägt Euch die Köpfe ein die die wollen ihr unnützes Ungeziefer!

  22. Hey David

    Sehr interessant. Du meinst das wirklich ernst, dass es deiner „…Meinung nach kein geistiges Eigentum…“ gibt? Wow. Aber willkommen im Club der Sonderlinge: ich glaube z.B. dass es keine Klimaerwärmung gibt, gelte damit aber auch bei gewissen Leuten als Depp. 🙂 Naja, dezidierte Meinungen bescheren einem nicht immer nur Freunde.

    Aber ernsthaft: ich kann irgendwie nicht glauben, dass wir dermassen aneinander vorbei reden, da muss irgendwo ein Trick sein. Ok, wenn du tatsächlich geistiges Eigentum abschaffen willst, bleibt wohl nicht viel zu sagen, weil an diesem Dreh- und Angelpunkt werden wir uns nicht einig werden.

    Aber wenn du mal Lust auf einen Kaffee und ein Gespräch unter 4 Augen verspürst: anytime. Du hast meine Mailadresse -ist ja dein Blog- und weisst also wer ich bin und was ich mache. Könnte noch interessant werden.

  23. Heiko, ich will geistiges Eigentum nicht abschaffen, ich halte es für inexistent. Was es gibt sind Immaterialgüterrechte, das sind beschränkte Monopolrechte, die mit dem Begriff «Eigentum», der aus dem Sachenrecht kommt, nichts zu tun hat. Immaterialgüterrechte will ich nicht abschaffen, bloss reformieren.

    Diese Sachen habe ich übrigens an deiner Schule gelernt, bei den Dozenten Mischa Senn und Felix Stalder. Ich denke nicht, dass ich da ein Sonderling bin. Mischa Senn hat sein Buch absichtlich «Kommunikationsrecht» und nicht «Geistiges Eigentum» genannt.

    Wäre ein gutes Thema für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit an eurer Hochschule.

  24. David, jetzt machst du mir Angst… :-))
    Das Angebot zum Kaffee gilt. (Das zum Wohnungputzen übrigens auch… lol) Denn du musst mir echt erklären warum diese Reformation die Menschheit weiter bringt.

  25. Ich bleibe dabei:
    „Die Gesellschaft sieht sich mit der schlichten Tatsache konfrontiert, dass der Ausschluss vom Besitz schöner und nutzbringender intellektueller Erzeugnisse – und von dem Wert all dieser Wissenszuwächse für die Menschen – nicht länger der Moral entspricht, wenn jedermann sie zu den gleichen Kosten wie jede Einzelperson besitzen kann. Hätte Rom die Macht gehabt, jedermann zu ernähren, ohne dass daraus weitere Kosten als die entstanden wären, die für Cäsars eigene Tafel zu zahlen waren, hätte man Cäsar mit Gewalt verjagt, wenn noch irgend jemand hätte verhungern müssen. Das bürgerliche System des Eigentums verlangt jedoch, Wissen und Kultur nach Maßgabe der Zahlungsfähigkeit zu rationieren.“

    – Eben Moglen: dotCommunist Manifesto

  26. Einfach mal so, aus Neugierde: Frage an jene unter euch, die Musik kostenlos herunterladen und behaupten, sie kaufen auch gaaaaaanz viel Musik, Filme und Games: Was lädt ihr euch den kostenlos herunter?
    Musik, von Musikern, deren Musik ihr auch ab und zu kauft (wenn ja, warum einen Teil bezahlen, den anderen nicht)
    Musik, die zu wenig gut ist, um bezahlwürdig zu sein (wenn ja, warum dann überhaupt herunterladen)
    Musik von Musikern, von denen ihr denkt, sie verdienen auch ohne euer Geld genug?
    Andere Gründe (welche)?
    Nein, die Fragen sind nicht zynisch gemeint; mich würde die Antwort wirklich interessieren.

  27. @Alice: Bei mir in erster Linie das dritte, Musik von Musikern, von denen ich denke, sie verdienen auch ohne mein Geld genug, wenn es sich um internationale Stars und Musik aus den 80ern und 90ern handelt. Ein bedeutenderer Teil meiner Musiksammlung ist aber im Austausch mit Freunden zustande gekommen, halt so im Stil von «Kennst du den schon?» – und hopp, rüberkopiert. Ist ja auch einfacher, als die Songs noch in iTunes oder sonstwo zusammenzusuchen und sich zu überlegen, ob er mir das Geld wirklich wert ist. Musik, die ich aus eigenem Antrieb will, lade ich aber in der Regel von iTunes.

    Filme und Games lade ich weder herunter noch kaufe ich welche (mit ganz wenigen Ausnahmen). Filme schaue ich im Fernsehen, nehme sie dort auf, oder schaue sie im Kino. Gamen tu ich schon lange nicht mehr.

  28. @David. Danke für die Antwort.

    Es gibt für mich zwei Arten von Austausch: Der eine ist der unter Freunden. Der geht für mich völlig in Ordnung. Der andere ist über grosse Filesharing-Plattformen (nicht am Wort aufhängen bitte, ich weiss nicht genau, wie man die nennt), also dort, wo nicht ein paar wirkliche Freunde etwas herunterladen, sondern einfach eine ganze Menge Menschen, die sich auf derselben Plattform tummeln. Damit habe ich Mühe. Das ist für mich halt wirklich einfach das Gratisabgreifen von Musik (oder Filmen oder Büchern), ein Selbstbedienungsladen, an dem sich eine neue Industrie (für alle, die so furchtbar gegen Industrien schimpfen!) bereichtert und dabei den Musikern, Filmemachern, Autoren, Fotografen usw. die Lebensgrundlage entzieht.

    Mir ist klar, dass mit dem Internet neue Möglichkeiten und Chancen auf uns zukommen, aber ich wünsche mir trotzdem den Respekt vor dem Musiker/Filmemacher/Autor/Fotographen für seine Arbeit – denn Musik und Filme zu machen und Bücher zu schreiben IST Arbeit (eine befriedigende, aber ist trotz allem Arbeit). Diese Menschen gehören für ihre Arbeit bezahlt.

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