Die Piratenpartei verstehen – drei Kernbotschaften der Piraten

Das Phänomen Piratenpartei ist von aussen schwer zu verstehen. Während die Grünen sich aus der Umweltschutz-, der Frauen- und der Friedensbewegung heraus gebildet haben und diese Themen von Anfang an klar und verständlich waren, sind die Piraten schwerer fassbar. Sie schaffen es selber noch nicht, ihre Kernbotschaften verständlich auf den Punkt zu bringen. Selbst das Lesen der Parteiprogramme lässt jemanden, der die Kernanliegen nicht teilt, recht ratlos zurück, weil es auf ihn wie ein zusammenhangsloses Sammelsurium von Vorschlägen wirkt. Geht es um Interessenvertretung für Gratis-Downloader und Gamer? Geht es um Transparenz und Demokratie? Geht es um einen populistischen Protest gegen das Establishment? Viele Kommentatoren sind ratlos.

Es kann sein, dass die Piratenpartei Deutschland in diesen Bereichen gewisse Wähler abholt, weil die anderen Parteien so sträflich bürgerfern geworden sind. Die Piratenpartei lebt aber nicht in erster Linie von den Wählern, sondern von den Aktiven, den Engagierten. Die Frage soll deshalb lauten: Was bringt so viele (vormals vermeintlich politikverdrossene) Menschen dazu, so viel Zeit und Energie in das Projekt Piratenpartei zu stecken? Woraus schöpfen sie ihre Motivation? Wieso können sie es nicht in einer anderen Partei oder in einem Interessenverband tun? Und wieso können sie es nicht allgemeinverständlich erklären?

Hier kommt die Antwort: Weil sie, wie die Grünen damals, neue Kernideen haben, in der sie allen anderen Parteien fundamental widersprechen. Diese Kernideen haben zwar nicht so prägnante Bezeichnungen wie „Frieden“ oder „Umweltschutz“. Das bedeutet aber nicht, dass sie weniger bedeutend wären für die Menschheit. Es geht hier nicht um ein «Nischenthema» Internet. Es geht um zentrale gesellschaftliche Fragen. So zentral, dass sie für einen wachsenden Teil der Bevölkerung wichtiger werden als liberale, sozialdemokratische oder grüne Anliegen. Piraten wurden im Internet sozialisiert. Dies führt zu einem so anderen Kultur- und Gesellschaftsverständnis, dass sie oft die anderen Parteien nicht mehr verstehen. Darum können sich viele Piraten auch gar nicht vorstellen, sich in einer anderen Partei zu engagieren. Die Verständnislosigkeit ist also gegenseitig. Was für Piraten selbstverständlich ist, ist für Aussenstehende gänzlich unbekannt. Zu erkennen, wo genau diese Bruchlinien liegen, ist für beide Seiten genauso schwierig festzumachen, aber unabdingbar für eine gelingende Kommunikation.

Hier ist der Versuch, die drei wichtigsten Botschaften der Piraten herauszuschälen und auf den Punkt zu bringen:

1. Plattformneutralität

Zuerst war es bloss die Netzneutralität: Die Forderung, dass im Internet jedes Datenpaket gleich behandelt wird, egal woher es kommt, wohin es geht, und was es enthält. Es gibt keine Überholspur für Privilegierte und keine Diskriminierung von «unwichtigen», «unerwünschten» oder «unprofitablen» Daten – wer immer das dann bestimmen könnte.

Die Piraten haben erkannt, welche freiheitliche, demokratische Kraft die Einhaltung dieses Prinzips freisetzt, und wie es Wissen, Ideen und Kultur, und damit die Menschen, zur Entfaltung bringt. Deshalb weiten sie dieses Prinzip auf jegliche öffentliche Institutionen aus: Infrastrukturen, die Zugang und Teilhabe ermöglichen, müssen gestärkt und ausgebaut werden und gehören diskriminierungs-, überwachungs- und barrierefrei (bzw. so niederschwellig wie möglich) allen angeboten. Und mit «alle» sind auch wirklich alle Menschen gemeint – bedingungslos. Während die anderen Parteien die Informationsfreiheit hier und da beschränken, wollen die Piraten dieses Grundrecht nicht nur verteidigen, sondern zum Leitgedanken jeglicher Politik machen.

Wenn Piraten also «fahrscheinlosen öffentlichen Personennahverkehr», Ausländerstimmrecht und Wahlalter 0, freie Lehrmittel oder einen laizistischen Staat fordern, dann hat dies alles mit dieser Idee zu tun, allen Menschen eine neutrale Plattform zur Verfügung zu stellen. (Michael Seemann hat das noch etwas ausführlicher erklärt.)

2. Versöhnung mit dem Effizienzgewinn

Informatiker und Ingenieure befinden sich in einem moralischen Konflikt: Sie entwickeln Maschinen, die menschliche Arbeit überflüssig, also Menschen arbeitslos macht. Arbeitslosigkeit gilt in allen etablierten Parteien als eines der grossen Probleme, das auf jeden Fall bekämpft werden muss. Also sagt man der Effizienzsteigerung den Kampf an. Längst nicht mehr nur in der Landwirtschaft subventioniert man die Erhaltung ineffizienter Strukturen. Auch die Industrie ist voll davon erfasst worden. Der Erhalt des «Werkplatzes Schweiz» und seiner Arbeitsplätze wird von der Politik gerade zur Staatsaufgabe erklärt. Firmen, die ihre Effizienz steigern und dadurch Stellen streichen, wird der Vorwurf gemacht, sie würden ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Arbeit wird zur Beschäftigungstherapie. Technikfeindlichkeit und Fortschrittspessimismus nehmen Überhand.

Die Piraten können diese Sichtweisen nicht teilen. Sie streben eine Versöhnung der Gesellschaft mit dem Effizienzgewinn an. Der moralische Konflikt lässt sich auflösen, wenn die ganze Gesellschaft an den Fortschritten teilhaben kann. Die Wirtschaft soll die Aufgabe erhalten, die Menschen von der Arbeit möglichst zu befreien. Und der Staat, also die Allgemeinheit, soll dafür sorgen, dass Menschen ohne Erwerbsarbeit trotzdem auf ihre Rechnung kommen, und nicht marginalisiert und mit Brosamen abgespeist werden. Dies bedeutet die radikale Abkehr von der protestantischen Arbeitsmoral, die bis heute in den Schweizer Köpfen steckt. Diese war erfolgreich im Industriezeitalter, aber im Informationszeitalter steht sie im Weg. Die Volkswirtschaft benötigt Effizienz, nicht Vollbeschäftigung.

3. Emanzipation durch Selbstbestimmung

Was haben eine Frauenquote und ein Kopftuchverbot gemeinsam? Mit beiden Ideen wird versucht, Emanzipation zu erzwingen. Auch diese Idee ist im ganzen Politspektrum weit verbreitet. Gut kann man das bei der Argumentation gegen das bedingungslose Grundeinkommen beobachten: Links wie rechts behaupten, ohne Zwang zur Arbeit würden die Menschen lethargisch und würden sich selbst aufgeben. Feministinnen haben Angst, Frauen würden dann umso mehr die unbezahlte Care-Arbeit machen, Nationalisten haben Angst, jugendliche Ausländer würden nur noch herumhängen, und Sozialarbeiter und Gewerkschafter haben Angst, sie würden ihre Macht verlieren in der Emanzipationsindustrie. Emanzipation durch von oben verordneten Arbeitszwang, das ist ihr Rezept.

Piraten haben die Erfahrung gemacht, dass ganz ohne Zwang so grossartige Dinge wie Linux oder die Wikipedia entstehen. In der Piratenpartei sind die Nerds und Aussenseiter daran, sich selbst zu emanzipieren. Nicht, indem sie sich den Regeln unterwerfen und sich in der gesellschaftlichen Hierarchie nach oben arbeiten. Piraten denken nicht in Hierarchien, sondern in Netzwerken. Sie emanzipieren sich, indem sie sich ein eigenes, tragfähiges Netzwerk bauen. Indem die das machen, was sie für richtig halten, und nicht das, was von ihnen erwartet wird. Diese Emanzipation braucht keinen Zwang, keine Verbote und höchstens rudimentäre Regeln. Diese Emanzipation braucht Freiheit, Zugang zu Wissen, Möglichkeiten zur Teilhabe und Schutzräume durch Anonymität, als Dünger für einen Prozess, der von innen reift. Piraten wissen, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht.

Wenn Piraten also für ein Grundeinkommen und gegen einen Mindestlohn, für Sterbehilfe und Drogenlegalisierungs, für freie Ladenöffnungszeiten und gegen Videoüberwachung sind, dann hat dies damit zu tun, dass Piraten den Menschen das Vertrauen schenken, dass sie in der Regel selbstbestimmt über ihre Arbeits-, Beziehungs-, Lebens- und Sterbensverhältnisse entscheiden können.

Fazit

Die Piratenpartei ist viel mehr als ein Konglomerat von Populisten, Dilettanten und Wutbürgern. Auch wenn die drei hier umrissenen Botschaften vielleicht nur ein persönlich gefärbter Ausschnitt sind, so ist für mich unbestritten: Die Piraten haben ihre eigene, fundamental andere Sicht auf die Welt. Das ist ihr Antrieb, das ist ihre Kraft. Bloss wissen sie es allzu oft nicht in Worte zu fassen, und lassen die Menschen darum fragend bis ratlos zurück. Es ist aber bloss eine Frage der Zeit, bis das passende Vokabular gefunden wurde, das eine Kommunikation ermöglicht. Die Piratenpartei ist gekommen um zu bleiben, und sie wird die Politik verändern.

48 Gedanken zu „Die Piratenpartei verstehen – drei Kernbotschaften der Piraten“

  1. Hallo David:

    Fahrscheinloser Verkehr: nichts neues, Proteste gegen zu hohe Fahrscheine typisch für Jugendbewegungen. Weisste? zB hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bremer_Stra%C3%9Fenbahnunruhen_1968

    Andere Inhalte: schön und gut, hab ich alle auch in meiner Analyse von 2010 vorgeschlagen. Kennste? http://julia-seeliger.de/partei-des-unendlichen-reichtums/

    Plattformeutralität: kenne ich, den Begriff. Warum wird er genau mit Netzneutralität zusammengebracht, und was machen die Piraten zu Netzneutralität? Mir ist dazu bislang nichts Auffälliges über den Weg gelaufen. Bin mir auch unsicher, ob der Durchschnittspirat den Begriff erklären kann.

    Linux und Wikipedia: Aha, und das haben die Piraten erfunden? Und wer verkörpert das in eurer Partei? (oder nutzt ihr alle Apple, höhö …)

    Wie sollen eure Forderungen in der Krise umgesetzt werden? Seid ihr die richtige Partei in der Wirtschaftskrise? Wo sind eure Ideen für den Umbau der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft? (ne, Grundeinkommen ist da nu mal nicht ausreichend)

    Zu deinem Antifeminismus sag ich mal nix.

    Fazit: ich fände es ja schön, wenn die Piraten in der Lage wären, den gravierenden Change durch das Internet zu erklären und politisch zu gestalten. Hab leider nicht den Eindruck, dass dies innerhalb der Partei kompetent gelingt.

    So long,
    schöne Grüße

    Julia

    1. Fazit: ich fände es ja schön, wenn die Piraten in der Lage wären, den gravierenden Change durch das Internet zu erklären und politisch zu gestalten. Hab leider nicht den Eindruck, dass dies innerhalb der Partei kompetent gelingt.

      Julia, du argumentierst am Artikel vorbei. Zu dieser Einschätzung kann und darf man kommen. Sie widerspricht aber nicht der Aussage meines Artikels. Mir geht es darum, zu beobachten und reflektieren, was die engagierten Piraten antreibt, und wieso sie es nicht in anderen Parteien tun (können). Ob man diese Ansichten teilt und die Vorschläge für wichtig und umsetzbar hält oder nicht, darüber kann man natürlich immer unterschiedlicher Meinung sein, und ich würde nie die Legitimität dieser unterschiedlichen Meinungen in Frage stellen.

  2. Nach meinen Beobachtungen ist es ungefähr so: Von den bisherigen „etablierten“ Parteien erwartet niemand ernsthaft eine Veränderung oder ein Überwinden der Krise. Es gibt also grundsätzlich nichts zu verlieren. Deshalb spielt es für den, der sie wählt, eine geringe Rolle, ob die Piraten es „schaffen“ oder nicht. Sie bringen zumindest erst mal neuen Wind und zwar gründlich neuen. In einigen Talk-Shows hat man gesehen – s e h r deutlich gesehen! -, wie eine Marina Weisband, die noch längst nicht ihr 30. Lebensjahr vollendet hat, eine persönliche Größe zeigt, die den alten Herren um sie her völlig abhanden gekommen ist oder die sie nie hatten (beispielsweise ist sie in der Lage, zuzuhören und erliegt nicht dem Zwang, andere zu unterbrechen). So etwas hinterlässt Eindrücke, obwohl meistens unbewusst.
    Weiterhin: Sie stellen sich den Fragen der Neuzeit, und da ist es erst mal völlig egal, ob sie sie lösen. Die alten Parteien stellen sich so gut wie k e i n e r Herausforderung und der Wähler kennt sie nur als korrupte Bande und willige Knechte der Wirtschaftslobbyisten, alle durch die Bank. Auch da ist nichts zu verlieren. – Das Grundeinkommen (geschickt angegangen) i s t eine Lösung, man sollte sich nur gründlich darüber informieren. Nicht vordergründig, um allen ein Einkommen zu verschaffen, ohne dass sie arbeiten müssten, sondern weil das Modell der Lohnarbeit ein Auslaufmodell ist, dessen Ende man sehr bald absehen kann. (D. h., wir b r a u c h e n ein neues soziales Modell und zwar grundsätzlich!!!) – Und so sind die Piraten eben Vorreiter, selbst wenn ihre Geschicklichkeit noch zu wünschen übrig lässt. Alle anderen stehen nur als Wiederkäuer der „alten Sch….“ da.
    Auch meinerseits Grüße,
    Andreas H. Buchwald

  3. @juliaseeliger Was Du von den Piraten forderst, können auch die Grünen für ihre Themen nicht einlösen. Ist seit dem Einzug der Grünen in den BT der Klimawandel gestoppt worden? Herrscht Friede auf der Welt?

    Du geringschätzt die Auswirkungen der digitalen Evolution. Mach so weiter!

    Andreas

  4. Hallo Julia,

    Dein Kommentar hat ein „Gschmäckle“ …

    >> Linux und Wikipedia: Aha, und das haben die Piraten erfunden? <<

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

    An Deinem Beispiel wird ganz deutlich wie wahr doch der erste Satz des Artikels ist: "Das Phänomen Piratenpartei ist von aussen schwer zu verstehen."

    Mir fällt dazu auch ein schönes Zitat ein:

    [Wir verspotten und verachten, was wir nicht verstehen.]

    Dieses Zitat, frei nach Monthy Phyton, macht deutlich, dass manch einer auch gar nicht anders kann, als auf Dinge, die seinen Horizont übersteigen mit Hohn und Spott zu reagieren.

    Liebe Grüße
    Liese

  5. Andreas: ich schätze die Auswirkungen der digitalen Revoolution, meine allerdings, dass sie nicht innerhalb der Piraten zu Hause ist. Das ist meine These, btw.

    Zum Grundeinkommen: Tja, monetäre Transfers in der Krise. Tolle Wurst. Armut für alle, oder was? (Ja, ich habe mich hierzu umfassend informiert)

  6. Kann mich dem Kommentar von Andreas nur anschließen. Finde den Artikel sehr schön geschrieben.

    Lustig das die Piraten durch vorherige Kommentare „abfällig“ als Jugendbewegung deklariert werden. Und noch viel besser ist, dass wenn alte Idee aufgegriffen werden um sie endlich umzusetzen, dann ist das BÖSE.

    Zum Dialog gehört immer wieder selbstkritisch seinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen.

  7. Ach werte Frau Seeliger,

    ich möchte folgend ihre kleine Welt mit Ehrlichkeit und einer Portion Sarkasmus um eine Facette erweitern, denn so eine dünnbrüstige Aussage habe ich lange nicht mehr gelesen.

    Als erstes ist es ein riesen Vorteil der Piraten, dass es tatsächlich erlaubt ist Standpunkte und Positionen, ja sogar das Programm zu diskutieren. Das Sie das evtl. nicht wissen, ist höchstwahrscheinlich dem Umstand geschuldet, das die homogen Partein in Hinterzimmern ihre „Meinungen“ ausarbeiten, die selbstredend nicht eingehalten werden.

    „Plattformeutralität: kenne ich, den Begriff. Warum wird er genau mit Netzneutralität zusammengebracht, und was machen die Piraten zu Netzneutralität? …“

    Nun dieser Passus ist interpretationssache. Lassen Sie mich es versuchen: Neutralität bedeutet wohl, dass Lobbygruppen nicht so einfach mehrere Tausend Menschen beeinflussen können, die moderne technische Mittel zur Willensbildung einsetzen. Im Gegensatz zum „Flaschenhals“ Bundestag in dem jeder Lobby-Mitarbeiter bequem fußläufig alle Partein erreichen kann.

    „Linux und Wikipedia: Aha, und das haben die Piraten erfunden? ….“

    Nutzen Sie das Rad? Ja? Freut mich, denn der technische und physikalische Nutzen ist enorm! Denn sinnvolle Erfindungen stehen der Menschheit zur Verfügung und unterscheiden uns von der Tierwelt. Bei Linux-Distributionen und Wikis verhält es sich ähnlich, es sind äußerst nützliche Mittel die von den Piraten nicht entwickelt wurden aber deren Nutzen imens ist! Oder haben Sie das Rad persönlich erfunden?!

    Produkte großer Hersteller wie Apple sind wohl kaum als Bestandteil einer Partei anzusehen, denn dieser Logik folgend müssten die Herrschaften der roten und grünen Homogen-Partei ja ausschließlich fossile Brennstoffe diverser Anbieter nutzen und die gelbe Homogen-Partei ausschließlich in der dt. Hotellerie residieren. Ich persönlich nutze keine Apple Produkte und fühle mich den Piraten dennoch zugehörig – hmm schade für mich und meine politische Verortung.

    „Wie sollen eure Forderungen in der Krise umgesetzt werden? Seid ihr die richtige Partei in der Wirtschaftskrise? ….“

    Achja das schöne Thema Wirtschaftskrise. Der geneigte Student der Wirtschaftswissenschaften weiß, dass sich Wirtschaft zyklisch verhält und durch die enorm kompetenten poltischen Entscheidungen -meist negativ- beeinflusst werden. Ich erinnere da gerne an das Meisterstück der „Abwrackprämie“.
    Die Piraten haben mit dem Grundeinkommenansatz mehr Rückrad bewiesen als die homogen-Partein es jemals geschafft hätten, denn das umlagefinanzierte Rentensystem wird kollabieren (bzw. ist es schon und wird nur durch staatl. Quersubventunierung aufrecht erhalten)

    Antifeminismus? Ist das eine Krankheit? In dem Land in dem ich lebe sind alle Menschen gleich viel -oder wenig- wert und wenn ehemals gute Ansätze ins absurde oder in die Übertreibung geführt werden, sollte man sich dagegen auch offen aussprechen dürfen! Denn Benachteiligungen kommen durch mangelnde Möglichkeiten, Optionen und infrastrukturelle Defizite zustande und durch nichts anderes. Das können Quoten, extreme Pro- und Antihaltungen nicht ändern!

    „Fazit: ich fände es ja schön, wenn die Piraten in der Lage wären, den gravierenden Change durch das Internet zu erklären und politisch zu gestalten. Hab leider nicht den Eindruck, dass dies innerhalb der Partei kompetent gelingt.“

    Wunderbar stark ihr Fazit! Durch die plakative Üerschrift, der Anglizisme und die Interpunktionen bekommt es einen Touch Allgemeingültigkeit, Glückwunsch!
    Das Internet ist das Mittel der Wahl wenn es darum geht, Basisdemokratisch zu agieren. Denn mehrere Tausend Meinungen zu manipulieren oder durch Gruppen zu beeinflussen gestaltet sich schwierig. (Exkurs, Demokratie stammt aus dem Griechischen: Demos = Volk Kratia = Herrschaft. Es bedeutet also Volksherrschaft. Quelle, Literaturasyl.de)
    Demokratie bedeutet nicht, dass sich eine kleine Gruppe graumelierter Herren, durch Lobbyisten in ihrer Willensbildung „begleitet“, gegen den Willen des größten Teil des Volkes durchsetzen.
    Denn das, werte Frau Seeliger nennt man dann wohl Partein-Autokratie (Der Begriff Autokratie (grch. αυτοκρατία, von αυτός, autós, „selbst“, und κρατείν, krateín, „herrschen“) bedeutet Selbstherrschaft, also eine durch sich selbst legitimierte Herrschaft. Quelle, Wikipedia.org)

    Und abschließende möchte ich noch ein paar Beispiele für die enorme Kompetenz der homogen-Partein geben die für sich sprechen:
    – das Kunstprodukt „€“
    – Abwrackprämie
    – Herdprämie
    – Bachelor-Master System
    – Minijobs
    – unbezahlte Praktika hochqualifizierter Menschen
    – Streichung der Zahnarztleistungen auf ein Minimum
    um nur einige zu nennen. (Von Gesetzesvorlagen auf Briefbögen großer Beratungsgesellschaften und Kanzlein mal abgesehen)
    Meinen Sie ernsthaft, dass man das als „kompetent“ bezeichnen kann? Nein? Dann ist noch nicht alles verloren, werte Frau Seeliger!

    Ich hoffe, durch meine bescheidenen Aussagen ihre Meinung bereichert zu haben.

    Es grüßt aus Dresden
    Lars Lange

    🙂

  8. Plattformneutralität: Bloß ein anderes Wort für Ungleiches gleich behandeln. Macht im Netz Sinn, aber warum sollten Reiche jede staatliche Infrastruktur zum gleichen Preis nutzen können wie Arme? Und vor allem: Wo fängt man an mit der kostenlosen Bereitstellung? Bildung, schön und gut, das ist ehrlich gesagt, keine Meinung, die man nur bei den Piraten findet.
    Aber dann: Kitas? Museen? Konzerte? ÖPNV ja, Stadtrad nein? Was ist mit PKW-Maut, Parkplätzen? Und was gilt bei knapper Infrastruktur? First come, first serve? Survival of the fittest?
    Infrastruktur im RL ist eben nicht kostenlos beliebig reproduzierbar.

    Und dann zu 2. „Die Volkswirtschaft benötigt Effizienz, nicht Vollbeschäftigung.“ So ein hanebüchener Blödsinn!!! Schon mal was von Careökonomie gehört? Einem riesigen Wirtschaftszweig, der sich diesem Effizienzgeblubbere weitestgehend entzieht? Wer soll die ganze Drecksarbeit, die dort anfällt leisten? Wer vergütet das? Freiwillige, die man mit emotionaler Erpressung „überredet“?
    Und wer definiert in Eurer Welt eigentlich, was „effizient“ ist? Ist ressourcenfressende Technologie effizient, wenn sie bei wenig Personaleinsatz eine hohe Stückzahl produziert? Oder kann es nicht volkswirtschaftlich ein Ziel sein, weniger Stück mit höherem Personaleinsatz bei deutlich niedrigerem Ressourcenverbrauch zu produzieren?

    Und der bizarre Gedanke in 3. Emanzipation sei ein Prozess, für den man sich bloß das richtige Netzwerk suchen müsste, ist mir fast zu doof, um ihn zu kommentieren. Das Scheißnetzwerk für alle in Deutschland lebenden Menschen sind nun mal wir alle und das nennt sich dann Staat. Und natürlich hat dieser Staat auch die Aufgabe, Menschen nicht durch vermeintlich neutrale Regeln, die in Wirklichkeit nur der herrschenden Klasse dienen, zu antiemanzipatorischem Verhalten anzustiften. Deshalb gibt es eine Schulpflicht, die die Emanzipation der Eltern beschneidet, deshalb gibt es Gewerkschaften und Antidiskriminierungsgesetze, die die Macht der ArbeitgeberInnen beschneiden.

    „Feministinnen haben Angst, Frauen würden dann umso mehr die unbezahlte Care-Arbeit machen“ – das ist doch keine Angst vor Spinnen, sondern es ist die fucking Realität, dass Frauen den allergrößten Teil der nicht oder schlecht entlohnten Carearbeit leisten. Und Du willst das unter dem Deckmantel der Emanzipation („muss ja jede Frau selber wissen, welchen Weg sie in die Armut nimmt“) auch noch schön so lassen, weil, hey: Hätten Sie sich mal dem Managernetzwerk angeschlossen oder ihre Zeit bei der Wikipedia verbracht, statt ihre Kinder und die sterbende Oma zu versorgen.

    Was hier skizziert wird, ist eine Gesellschaft, in der unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung eine totale Scheißegalhaltung ggü. den Mitmenschen propagiert wird. Obdachlos? Selbstbestimmt. Süchtig? Selbstbestimmt. Teil einer Gewaltbeziehung? Selbstbestimmt. Analphabetin? Selbstbestimmt. Alleinerziehend? Selbstbestimmt.
    Aufsuchende Sozialarbeit? Flankierende Gesetzgebung? Da könnte ja jedeR kommen.

    Eure Welt ist auf den weißen, europäischen, weitestgehend gesunden und der Schriftsprache mächtigen Mann ausgelegt, der es für „neutral“ hält, wenn er weiterleben kann wie bisher. Und tatsächlich glaubt, die „Nerds und Außenseiter“, die er bei den Piraten trifft, seien schon die Marginalisierten dieser Welt.

    Aber danke, dass Du das hier noch mal so klar gemacht hast.

  9. @juliaseeliger „Zum Grundeinkommen: Tja, monetäre Transfers in der Krise. Tolle Wurst. Armut für alle, oder was? (Ja, ich habe mich hierzu umfassend informiert)“

    Deine Kommentare hier sind allesamt unsubstantiierte Kritik. Mag sein dass alles was die Piratenpartei macht scheisse ist, aber wenn du hier in irgendeiner Weise konstruktiv beitragen willst, dann bring Argumente statt Flames.

    Und wenn du denkst dass der Hinweis auf die Selbsterhaltungstendenz von Machtstrukturen „Antifeminismus“ ist, ist sowieso Hopfen und Malz verloren.

    Du trägst gerade null zum Erkenntnisgewinn bei.

    Wenn du denkst dass ein bedingungsloses Grundeinkommen nur nutzloser Transfer ist, dann bist du wohl sozialistisch und findest es muss zu einer Neuverteilung der Produktionsmittel kommen. Kann man drüber reden, man muss es aber tun, und nicht nur meckern.

    Oder bist du libertär-objektivistisch im Randschen Sinne und findest nur der Halsabschneider-Kapitalismus in dem die Schwachen auf der Strecke bleiben führt zum Glücke der Menschheit? Dann darfst du aber nicht Feminist sein.

  10. Sehr interessanter Artikel. Besonders der Ansatz, die Themen der PP – die oftmals missverstanden werden – in Relation zu „etablierten“ Themen zu setzten.

    Und BTW: Gegen die Frauenquote zu sein hat nichts mit Antifeminismus zu tun. Ich bin gegen jegliche Quote in der Beziehung. Sie schafft nämlich keine Gleichberechtigung, sonder nur Diskriminierung und Unmut. Und zwar auf beiden Seiten. Die ganzen Studien gehen am Thema vorbei (Frauen mit Hochschulabschluss insgesamt interessieren nicht, Frauen mit relevanten Abschlüssen für solche Positionen wären das).
    Zudem sind dann Frauen in Zukunft mit einem Stigma behaftet. Ich sag nur Fraueninformatik als Studiengang…mögen die Inhalte noch so komplex sein, es wird jeder drüber lachen…

    Mfg

  11. Wurde ja schnell zu ner Deutschen Diskussion das ganze 🙂 @Katja selten soviele Kraftausdrücke und Beleidigungen gelesen. Grundsätzlich lässt es dich sehr schwach aussehen, selbst wenn irgendwo dazwischen noch was wahres dabei währe. Wenn du dich mit dem BGE auseinandersetzen würdest, dann wüsstest du, das mit dem BGE Care-Arbeit belohnt würde. Zumal dieser Artikel vorallem die Schweiz betrifft, es geht dabei um 2000 bis 2500 CHF (ca.1600 bis 2000 Euro). Das ist eine enorme Summe für Leute die heute Ehrenamtlich arbeiten.

    Aber was mir besonders auffällt ist deine enorme Wut und Frustration. Anscheinend haben daran die Parteien die dir genehm sind nichts geändert trotz Quoten und anderweitigen lustigen Ideen. Think About It !

  12. die Piraten greifen sehr wichtige Themen auf und reflektieren modern, sachlich und vor allem menschlich über den richtigen Umgang damit. direkt demokratisch und kollektiv erörtert wird die -bisher nach außen nur sehr schwach kommunizierte- klar definierte Einstellung zu diesen verschiedenen Kernthemen. aber ist dies genug, um Partei zu werden, um in REgierungsgremien aktiv bei zahlreichen anderen Themen auch mitsprechen zu können? das gegenwärtige Parteiensystem erlaubt es noch nicht einer populistischen -oder populären- Ansammlung von Gleichdenkenden ohne Frontmann mit Vertretungsbefugnis ein Mitspracherecht zu gewähren. Entweder die Piraten bleiben weiterhin die „Stimme des Volkes“, auf die man mehr hören sollte, oder aber versucht sich der politischen Realität etwas an zu passen, denn leider werden wir es nicht schaffen von heute auf morgen die Wirklichkeit neu zu gestalten. Kurz: „Demokratie ist eine Idee, aber keine REgierungsform“

  13. Bravo!!

    Ich bin total freudig überrascht, solch einen Text von der schweizerischen Seite her lesen zu können!

    Werden diese Grundpositionen auch in der AG Kamp oder in einer anderen AG besprochen?

    Wieviele aktive PPSler würden nach deiner Einschätzung David hinter diesem Text stehen können? Oder besser gefragt, wieviel Reibung existiert innerhalb der PPS zu diesen Punkten?

    Und für mich 😉 die spannendste Frage, was sagt euer neuer Präsident zum Thema BGE?

    1. @Maria:

      Werden diese Grundpositionen auch in der AG Kamp oder in einer anderen AG besprochen?

      Es ist die AG Policy (PPP), in der das Platz hat, ja. Und Stammtische.

      Wieviele aktive PPSler würden nach deiner Einschätzung David hinter diesem Text stehen können? Oder besser gefragt, wieviel Reibung existiert innerhalb der PPS zu diesen Punkten?

      Bis jetzt habe ich auf diesen Blogpost jedenfalls von keinem Piraten eine negative Rückmeldung erhalten. Ich glaube, die genannten Kernbotschaften werden von einer grossen Mehrheit gutgeheissen. Bei den einzelnen Forderungen, die sich daraus ableiten, zeigt sich dann natürlich (zum Glück) ein differenzierteres Bild. Auch ich befürworte nicht alle Positionen, die ich als Beispiel verwendet habe.

      Und für mich 😉 die spannendste Frage, was sagt euer neuer Präsident zum Thema BGE?

      Er hält sich mit seiner Meinung zurück. Ich mag mich erinnern, dass er mal ein Modell der negativen Einkommenssteuer eher bevorzugt hat.

      Komm doch mal an einen Stammtisch in St. Gallen oder Winterthur!

  14. @Patrik Hafner:
    „selten soviele Kraftausdrücke und Beleidigungen gelesen.“

    Wenn Du mehr lesen willst, einfach mal in die Twitter-Timeline von Frau Julia Seeliger schauen… 😉

    Alles frisch aus dem Mund(?) von @zeitrafferin:

    „@Digitale_Horde Nein, das stimmt nicht. Und ich muss auch nicht *bald* zahlen, kleiner dummer Lügner. cc @realityoverflow“

    „@ok_pretch der Sinn des Holocaust-Beschlusses ist in dem Artikel genannt, Hohlbirne.“

    „@RegKritiker Laber mich nicht voll, Vernebler – bring deine Fakten zum vorletzten Tweet oder geh kacken.“

    Faustregel zum Umgang mit der ehemaligen Grünen-Aktivisten:
    Immer zustimmen, niemals kritisieren, sonst Block.

    Frau Seeligers Artikel in der FAZ hat übrigens noch keine Kommentare. Ob’s an der journalistischen Qualität liegt?

    http://faz-community.faz.net/blogs/allerseelen/archive/2012/05/08/tauchgang.aspx

  15. Hat noch keine Kommentare, weil sie noch nicht moderiert sind. Das ist naturgemäß unangenehm, hier kam es ja auch schon zu Grenzüberschreitungen.

    Also, um es zusammenzufassen: ich kenne die ganzen inhaltlichen Sachen, siehe Analyse. Ich freue mich, wenn Themen und Denkweisen, die mir wichtig sind, vertreten werden. Ich fände es aber noch schöner, wenn diese kompetent vertreten würden. Das ist meiner Ansicht nach bei der Piratenpartei Deutschland nicht der Fall, was etwas schade ist. Man kann meine Beobachtungen pars pro toto nehmen.

    Und ich wundere mich, warum man aus der Schweiz denkt, die Piratenpartei Deutschland besser zu kennen als ich.

    Zum Grundeinkommen nochmal: so, wie es die Piratenpartei Deutschland fordert, stellt es die Betroffenen schlechter als Hartz-IV. Das lehne ich ab. Wenn die Piratenpartei Deutschland das so ok findet, dann ist das deren Ding. Verfassungsgemäß dürfte das dann allerdings auch nicht sein – und man will doch eigentlich „die Partei des Grundgesetzes“ sein.

    😉

  16. @ P.H.:
    Ein BGE wird immer in der Höhe am unteren Ende der Einkommensstruktur liegen, was damit zu tun hat, dass es de facto als eine Art Mindestlohn wirkt.
    Also ist es absolut unmöglich, mit Care-Arbeit und BGE die gleichen finanziellen Ressourcen (und damit de facto auch die gleiche gesellschaftliche Macht als KonsumentIn etc) zu sammeln wie jemand, der zusätzlich zum BGE über Erwerbsarbeit noch ein Einkommen bezieht.
    Außerdem ist Carearbeit nichts, was Menschen wie in einem klassischen Ehrenamt leisten, sondern in den meisten Fällen familiale Arbeit 24/7. Es gibt Studien dazu, welche negativen Auswirkungen die familial erbrachte Carearbeit auf die Gesundheit der Pflegenden hat – und deshalb braucht es deutlich mehr staatliche Unterstützung als bloß ein schönes BGE und gut ist.
    Zumal anzunehmen ist, dass sich viele Preise daran orientieren wie hoch das durchschnittliche Haushaltseinkommen ist und entsprechend ansteigen, wenn es ein hohes BGE gibt – was die Kaufkraft dieser Summe dann natürlich deutlich negativ beeinflusst.

    Wenn übrigens zweimal „Scheiß“ und einmal „fucking“ Dich schon davon abhält, sich mit sachlichen Argumenten auseinanderzusetzen, dann bist Du ja in Sachen Kommunikation auch echt mit allen Wassern gewaschen.
    Und ja, ich werde wütend, wenn weiße, privilegierte Mittelklassejungs mir erzählen, die ganzen Menschen, die tatsächlich marginalisiert sind, hätten sich eben bloß nicht den richtigen Netzwerken angeschlossen, die die innere Reifung zum emanzipierten Menschen dann quasi automatisch gefördert hätten.
    Nochmal: Die Welt, die hier skizziert wird, ist für mich in vielen Kernelementen einfach viel zu nah an der neoliberalen Welt dran, in der wir jetzt schon leben.

    Zu den Problemen mit Carearbeit und BGE übrigens auch in der Schweiz: http://antjeschrupp.com/2012/04/03/kampf-gegen-windmuhlen-carearbeit-und-grundeinkommen/

    Es ist einfach, jemandem, der unbequeme Fragen stellt, einfach zu unterstellen, sie/er sei wohl prinzipiell ein frustrierter, uninformierter Mensch. Viel schwerer wäre es, wenn Du versuchen würdest, auf meine Einwände ernsthaft einzugehen. Deine „es ist mir egal, was Du kritisierst, aber WIE du es tust, ….!“-Attitüde sagt übrigens mehr über Dich aus als über mich…

  17. @julia seeliger weil David Herzog der Betreiber dieses Blogs Mitglied der Piratenpartei Schweiz ist? Weil wir auch ne Piratenpartei haben? Weil wir auch das BGE fordern und die restlichen Dinge über die du dich lustig machst? Weil wir uns International dank Internet austauschen? Schon mal was von der PPI gehöhrt? Du scheinnst ziemlich schlecht informiert zu sein.

  18. @Katja nö deine Einwände sind mir nicht egal sonst würde ich mir kaum die Zeit nehmen dich darauf hinzuweisen. Währs mir egal gäbe es oben rechts ein rotes Kreuz. Ist einfach schade darum weil evtl. berechtigte Einwände durch dieses Vulgäre Auftretten in den Hintergrund geraten.

    Aber zu deinen wirklichen Fakten. Soweit mir bekannt haben weder die Deutschen noch die Schweizer Piraten ein Modell zum BGE vorgelegt sprich eines was wirklich spruchfähig (offiziel) ist. Wir diskutieren aber darüber und sind für ein BGE. Jetzt ist es halt so, dass die Piraten dies öffentlich machen. Der Punkt ist jeder ist dazu eingeladen mitzudiskutieren auch du mit deinen gar nicht falschen Bedenken. Nur weil die Presse eine mögliche Position aufschnappt und die als einzige Wahrheit verkaufen möchte,heisst dies noch lange nicht das es auch als solche gehandelt wird. In unserer Sektion (Schweiz SG) haben wir bereits dein Problem erkannt und sind vorläufig bei einer möglichen zusätzlichen Unterstützung durch die Krankenkassen stehen geblieben. Ich kann dir wirklich nur empfehlen dich bei den Piraten in deinem Bundesland zu melden und dann bei der betreffenden AG mitzuarbeiten. Jeder Input wird ernstgenommen. Aber unterlass dieses weisses Mitteklassejungs Vorurteil das du auch aus der Presse hast. Ich persönlich 34 und sitze an den Stammtischen auch mit netten junggebliebenen Menschen über 50 zusammen.

  19. Faszinierend, wie schön die Grundaussage stimmt, warum Nichtpiraten die Partei nicht verstehen. Danke an die Damen in der „Diskussion“.

  20. Patrick: meines Wissens hat eine Untergruppe der deutschen Piraten (evtl. waren es die Sozialpiraten) ein Grundeinkommensmodell vorgelegt.

    Schnell gegoogelt, Analyse der taz dazu.

    Holger, was meinst du genau? Kannst du erklären, inwiefern Katja und ich „die Piraten nicht verstehen“? Bislang hast du ja kein Argument gebracht …

  21. @julia seeliger das ist richtig aber eben kein endgültiges Modell, einfach ein erster Vorschlag mit dem man arbeiten könnte oder eben nicht. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass nicht mal begriffen wurde warum wir transparent arbeiten. Nicht weil wir uns so sexy finden im Sinne von seht mal her was wir gemacht haben. Es geht darum das Ihr alle mitkriegt an was Wir arbeiten und uns dazu Eure fachlichen Informationen (Expertise) zutragen könnt.

  22. zu der Versöhnung mit dem Effizienzgewinn.
    Ich bin für eine Art neue international Universität- dieses heißt eine Datenbank an der , Professoren und Dr. , sonstige mehr oder weniger fertig Studierte arbeiten . Diese sollen über ein Stipendium finaziert werden. Das Kremium welches diese zulässt, sollten dann Menschen sein sogar mehr oder weniger ein teil der Universität die Werte diskutieren. Es geht um das fair auszahlen von Gehältern bis zur schnellen Nachregulierung von Krankenversicherung , um kurven Progressive Steuersätze usw.. „werte“ der Arbeit. Ich glaube der Staat bekommt es gar nicht hin weil die die Staat leiten über spott, dieses kann einer am besten leiten der überhaupt kein interesse am staat hat, sich doch nur selbst anzeigen dürfen. Ich persönlich müsste es eigentlich schon eher hinbekommen mit allen sehr großen firmen von gates bis apple usw und den richtigen piraten dessen chef ich als „dorf“ sogar bin. die „pfeifen“ piraten sind unsere feinde worunter alle großen firmen oder alle firmen der welt länder leiden. Ich habe aber auch eine ganze menge an universtäten auszusetzen „bleibt kein haar trocken :-(((((((“ und an „branchdefence“ „schrubbe sie so lange bis ….. rauskommt“.

  23. @Katja
    „Also ist es absolut unmöglich, mit Care-Arbeit und BGE die gleichen finanziellen Ressourcen (und damit de facto auch die gleiche gesellschaftliche Macht als KonsumentIn etc) zu sammeln wie jemand, der zusätzlich zum BGE über Erwerbsarbeit noch ein Einkommen bezieht.“

    Warum trennst du das? Ein BGE muss ja nicht umbringt die starre Trennung von Care-Arbeit und Erwerbsarbeit bedeuten. Ich sehe eher das Gegenteil. Erwerbsarbeit kann über ein BGE flexibler gestaltet werden. Studien zeigen doch, dass die Erwerbstätigkeit sich ändern wird. Das veraltete klassische Modell von „man arbeitet 20 Jahre Vollzeit im gleichen Betrieb“ wird sich sowieso auflösen und hat sich in einigen Branchen bereits aufgelöst. Vollzeitbeschäftigung wird es nicht mehr in dieser Form wie wir es heute noch kennen geben, sondern mehr Teilzeit oder Projekt Arbeit. Oder besser gesagt wir werden alle sowieso in Zukunft weniger arbeiten müssen/dürfen. Da bleibt also dann für alle mehr Zeit sich um die Care-Arbeit kümmern zu können. Ich würde es also nicht trennen wollen. Es wird wegen einem BGE ja nicht plötzlich zwei arten von Menschen geben die sich gegenseitig bekämpfen. Die Carer gegen die Erwerber oder so. Ich versteh dich deshalb nicht so ganz.

    „Außerdem ist Carearbeit nichts, was Menschen wie in einem klassischen Ehrenamt leisten, sondern in den meisten Fällen familiale Arbeit 24/7. Es gibt Studien dazu, welche negativen Auswirkungen die familial erbrachte Carearbeit auf die Gesundheit der Pflegenden hat – und deshalb braucht es deutlich mehr staatliche Unterstützung als bloß ein schönes BGE und gut ist.“

    BGE und staatliche Unterstützung sollen sich ja nicht im Wege stehen, sondern müssen sich gegenseitig sinnvoll ergänzen.

    „Zumal anzunehmen ist, dass sich viele Preise daran orientieren wie hoch das durchschnittliche Haushaltseinkommen ist und entsprechend ansteigen, wenn es ein hohes BGE gibt – was die Kaufkraft dieser Summe dann natürlich deutlich negativ beeinflusst.“

    Ah ja, das nimmst du an? Laut deiner Theorie würde das ja heissen, dass Aldi seine Preise über das durchschnittliche Haushaltseinkommen der Bürger bestimmt.. Genau so werden Preise gebildet… 😉
    Es muss auch nicht zwangsläufig heissen, dass ein BGE automatisch zu einem durchschnittlichen höherem Haushaltseinkommen führen würde. Ich frage mich wie du darauf kommst?

  24. Werte Frau Seeliger,

    Sie sind ein weiteres Bespiel für ein Phänomen, das ich gern als „gutmenschlichen Allgemeingültigkeitsanspruch“ bezeichne. Kurz eine Erläuterung meinerseits dazu:

    Aus einem mir nicht bekannten Grund glauben die Freunde des linken Spektrums und auch der Grünen, auf der Grundlage eines wenig differenzierten Weltbildes alle anderen Menschen mit eben jenem „beglücken“ zu müssen.
    Ich drücke es mal etwas salopper aus: ihre Meinung zählt, alles andere ist Murks, gegen fundierte Meinungen haben Sie sowieso etwas und vorallem eins: keine Einsicht und keinen Erkenntnisfortschritt.
    So einfach kann die Welt sein.
    Freut mich für Sie.

    Das Sie ihre Argumentationsgrundlage der TAZ entnehmen, ist dabei noch belustigender Nebeneffekt: denn ARtikel anderer Journalisten sind immer durch Subjektivität geprägt (auch Statistiken) und können, wenn Sie ihre Informationen aus nur einer Quelle haben, zu keiner umfassenden Meinungsbildung beitragen.

    Als Betriebswirt maße ich mir mal an meine Sicht der Dinge in den Äther des Netzes zu schreiben:
    Mit dem ALG II (auf vulgär Hartz IV genannt) ist ein „Grundeinkommen“ bereits garantiert und wird durch einzig die Hürden der Bürokratie und Repressalien reglementiert. Wenn nun ein bedingungsloses Grundeinkommen – ohne die ganzen Hürden – zur VErfügung stünde erreicht man -meiner bescheidenen Meinung nach – folgende Effekte:

    – Bürokratieabbau
    – Arbeitsmarktimpulse
    – Verringerung prekärer Beschäftigung
    – fixe Berechnungsgrößen für Sozialabgaben
    um nur einige zu nennen.

    Um das zu erreichen müsste der Kündigungsschutz gelockert werden und die Errungenschaften der ROT/GRÜNEN Regierung (Zeitarbeit, Minijob usw.) abgeschafft werden. Das würde dem dänischen System sehr ähneln. Wie sicher vielen bekannt ist, hat deren Arbeitsmarkt die Krisenzeiten bis dato gut überstanden und die Arbeitslosigkeit hält sich in Grenzen. (rund 6% lt. Statista)
    In D hingegen ist die offizielle bei rund 9% UND die verdeckte, also alle herausgerechneten ALOs dazugenommen wohl eher um die 2-4%. (8 Mio. ALGII Empfänger wie Aufstocker usw., sind rund 10% der Bevölkerung)

    Aber was schreibe ich hier eigentlich, Sie haben sicher eh eine besserwisserische Phrase, womit Sie alles abbügeln (Wenigtens besser als öffentl. Bodenbeläge ala Pflastersteine an den Kopf zu bekommen, wenn man nicht im linken Gleichschritt marschiert…)
    Für die übrigen evtl. mal ein Denkansatz.

    Es grüßt herzlich
    L. Lange

  25. Ich finde den Beitrag und die Diskussion in den Kommentaren sehr anregend. Meine Kritik an der Piratenpartei in der Schweiz könnte man eindampfen: Wo setzt sich die Piratenpartei für diese drei Anliegen ein? Was sind die politischen Ideen, die daraus resultieren? Wo gibt es konkrete Ideen, die nicht einfach Netzpolitik in einem sehr engen Sinne sind? (Außer auf diesem Blog?)

    Julia Seeligers Position kann ich in fast allen Punkten sehr gut nachvollziehen.

    1. @Philippe: Politik dauert halt etwas länger als das Verfassen eines Blogposts oder eine Diskussion an einem Stammtisch. Bis so ein ausgewogenes, fundiertes Positionspapier geschrieben und abgesegnet ist, vergeht viel Zeit. Vielleicht wollen wir die Sache zu gründlich machen. Es sind Positionspapiere zu Themen wie Ungleichheit und soziale Mobilität, Gleichstellung, BGE, Finanzpolitik und weitere in Bearbeitung. Und so lange wir keine offizielle Parteimeinung gefasst haben, können wir uns auch nicht als Partei für diese Ideen einsetzen. Immerhin unterstützen wir offiziell die BGE-Initiative. Und ja, die Personaldecke ist sehr dünn, die Konstanz insbesondere bei jungen Mitgliedern mangelhaft (was aber nicht wirklich verwunderlich ist), und das Expertenwissen ausserhalb der Internetthemen ebenfalls. Das ist so, wie es ist. Dafür brauchen wir uns nicht zu rechtfertigen. Wünschen, dass es anders wäre, kann man immer. Damit es anders wird, muss es aber jemand tun.

  26. „Schon mal was von Careökonomie gehört? Einem riesigen Wirtschaftszweig, der sich diesem Effizienzgeblubbere weitestgehend entzieht?“

    Careökonomie, Wirtschaftszweig – schon allein die Begriffe strafen die obige Aussage Lügen. Und wer mal im Gesundheitswesen oder Pflegedienst gearbeitet hat, der weiss, wie sehr Effizienzsteigerungen dort das Menschliche verdrängen. 15 min pro Pflegefall – wer sich mehr Zeit nimmt, bspw. für ein persönliches Gespräch, kriegt Ärger. Überall tickt die Uhr der Fallpauschalen.

  27. @ Schweizer Piraten

    Wir freuen uns über jede Unterstützung beim Unterschriften sammeln 🙂

    z.B. in Winti jeden Samstag und auch sonst immer gern.
    diesen Samstag in St.Gallen auf dem SUFO.

  28. Auch wenn ich durch Kameraüberwachung, Polizeistraftaten erst erfolgreich bearbeiten konnte, Habt Ihr Vieles, was mir gefällt. Auch in meinem privaten Umfeld habt Ihr Eindruck gemacht.
    Es gibt 2 Möglichkeiten. Entweder macht Ihr alles Kaputt, oder, vielleicht aber auch „und“ revolutioniert Ihr die versteinerte Politik und bringt sie ins 21.Jahrhundert.
    Ach übrigens. Im richtigen leben, das ist nachgewiesen, hatten Piraten schon gelebte Demokratie, da war die „offizielle Obrigkeit der Anständigen noch in Anarchie und Monarchie verwurzelt. Die Erfolge von Piraten findet man in Monaco.

  29. Mit Verlaub Fr. Seliger, ihr Ego reicht scheints bequem für 2. Ihre zentrale Aussage ist „ich“.. ?!
    Wenig konstruktiv und ansonsten hübsch intellektuell verschwurbelt.
    Irgendwer sagte einmal sinngemäß:
    „Wissenschaftler sind Leute die einfache Sachverhalte kompliziert darstellen (können). Künstler sind Leute die komplizierte Sachverhalte einfach darstellen (können).“ (Zu den Künstlern scheinen sie nicht zu gehören.)
    *kotzphase beendet.

    Ansonsten, guter Artikel und interessante Kommentare. Danke dafür.

  30. @David

    „Bis jetzt habe ich auf diesen Blogpost jedenfalls von keinem Piraten eine negative Rückmeldung erhalten. Ich glaube, die genannten Kernbotschaften werden von einer grossen Mehrheit gutgeheissen. Bei den einzelnen Forderungen, die sich daraus ableiten, zeigt sich dann natürlich (zum Glück) ein differenzierteres Bild. Auch ich befürworte nicht alle Positionen, die ich als Beispiel verwendet habe.“

    So solls auch sein. Die Kernbotschaft ist das was zählt, denn schliesslich bin auch ich nicht mit allem einverstanden was du geschrieben hast 😉
    Hach, ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich freue. Habe ja die schweizer Piraten fast ein bisschen aufgegeben.. Aber nun lässt mich dein Text wieder hoffen und er motiviert mich auch extrem bei der PPS (wieder) mit zu machen!! 🙂

    „Komm doch mal an einen Stammtisch in St. Gallen oder Winterthur!“

    Ja das werde ich gerne tun!

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