Urheberrecht: Umdenken oder untergehen

Amanda Palmer sammelt im Internet innert einem Tag 250’000 und innert eines Monats über eine Million US-Dollar – für ein Musikalbum, das noch gar nicht existiert, sondern erst im September ausgeliefert werden soll. Das erstaunt selbst mich ein wenig, der schon immer wusste, dass die behauptete «Gratiskultur im Internet» ein Mythos ist. Spätestens jetzt sollten es alle ahnen können: Das Internet erfordert von allen Teilnehmern am Musikmarkt ein radikales Umdenken – oder sie werden untergehen wie einst die Kutscher, die sich gegen das Aufkommen des Automobils wehrten. Wer es aber schafft, die Veränderungen zu antizipieren, kann weiterhin mit seiner Musik reich werden.

Leider ist die Schweizer Musikszene auch dem falschen Pfad, wie das aktuelle Statement des Vereins Musikschaffende Schweiz eindrücklich zeigt. Sie pochen auf ihrem «geistigen Eigentum» (obwohl es so etwas im Schweizer Recht gar nicht gibt) und argumentieren moralisch und aus einer Position der Angst heraus. So menschlich und nachvollziehbar das auch ist – es wird nicht gut enden, wenn sie so weitermachen. Das fände ich aber sehr schade. Darum hier ein paar Denkanstösse. Die Hoffnung, dass diese angenommen werden, statt sie als naiv, arrogant und besserwisserisch abzutun, ist zwar nicht allzu gross – aber mein Glauben in die Menschen ist beinahe unerschütterlich. Also…

Ich schlage vor, dass wir uns von den folgenden Vorstellungen verabschieden, statt uns an ihnen festzuhalten:

  • Besitz: In der vergangenen Ära ging es um Besitz von Musik. Konsumenten kauften Musik, liehen sie aus, oder stahlen sie gar. Wer die Musik hören wollte, die ihm beliebte, musste sie besitzen. Heute ist der Besitz egal. Was heute zählt, ist die Sicherstellung des Zugangs, und zwar jederzeit und ubiquitär, also mit allerlei Geräten und wo immer man gerade ist. Ob die Musik nun lokal oder irgendwo im Netz bereitsteht, ist unerheblich.
  • DatenträgerIn der vergangenen Ära war die Musik mit einem Datenträger verbunden. Heute ist sie flüchtig, Teil einer privaten oder öffentlichen Cloud, sie wechselt dauernd das Trägermedium. Daher ist eine Abgabe auf Datenträger ein Anachronismus.
  • Vorgesehene VerwendungIn der vergangenen Ära wurde vorgegeben, wie das Werk verwendet wird: Es wird im privaten Rahmen abgespielt. Heute haben wir viel mehr Verwendungsmöglichkeiten – Youtube ist voll von Beispielen, wie Musikstücke weiterverarbeitet werden. Es ist völlig unpraktikabel, dass für jede Weiterverwendung zuerst ein Gesuch bei der SUISA eingereicht werden muss, eines für eine öffentliche Aufführung, für ein Streaming oder ein Download-Angebot – und was ist, wenn eine öffentliche Aufführung gestreamt und zum Download angeboten wird? Wie sollen Jugendliche verstehen, was zu tun ist?
  • Trennung zwischen Urheber und RezipientIn der vergangenen Ära war klar ersichtlich, wer Kulturschaffender und wer Kulturkonsument war. Mit heutigen Geräten, Software und Publikationsmöglichkeiten ist jeder ein potenzieller Kulturschaffender, und Unzählige nutzen diese Möglichkeiten auch aktiv. Es wird geschrieben, gefilmt, fotografiert, programmiert, musiziert und kombiniert und alles veröffentlicht. Die Grenze verwischt, die Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. Manche finden ein grösseres Publikum, andere nicht – aber wo soll da eine Grenze gezogen werden?
  • EinzelstückverkaufIn der vergangenen Ära wurde Musik in Einzelstücken verkauft. Heute wird zu einem grossen Teil noch ein Kaufprozess imitiert. In Wahrheit handelt es sich aber um Spenden, denn das Werk ist umsonst oder zu einem Spottpreis aus Russland downloadbar. Wer «kauft», der will die Musiker unterstützen, damit sie kommende Projekte finanzieren können. Musik macht Freude, und wenn man etwas dafür spenden kann, dann umso mehr. Die Imitation eines Kaufprozesses ist ein Übergangsphänomen (so wie das Trittbrett bei den frühen Automobilen), das eigentlich nicht nötig wäre. Wichtig ist eine niederschwellige, bedienungsfreudliche Spendenmöglichkeit.
  • Kontrolle der VerbreitungIn der vergangenen Ära hatten die Urheber bzw. die Verwerter die Kontrolle über die gesamte Verbreitung. Sie konnten zum Beispiel ein Werk in den einen Ländern früher als in anderen Ländern anbieten. Sie konnten gar mit Kartellen Hochpreisinseln bilden. Heute ist ihnen diese Kontrolle abhanden gekommen. An ihrer Stelle muss Vertrauen kommen – Vertrauen in die Musikliebhaber, dass diese die Arbeit honorieren werden. Vertrauen kann aber nicht installiert werden, sondern muss wachsen, in einem gegenseitigen Prozess. Amanda Palmer und viele andere haben dieses Vertrauen bereits gefunden.
  • Geldfluss über Detailhandel und Verwerter zum UrheberIn der vergangenen Ära zahlte der Konsument dem Detailhändler, dieser dem Verwerter, und dieser entlöhnte die Urheber. Heute wollen die Musikliebhaber die Urheber möglichst ohne Umwege unterstützen. Über einen Bezahldienst fliesst das Geld im Idealfall direkt zu den Urhebern. Dieses Geld verwenden diese nicht nur für sich, sondern bezahlen damit auch die Produktion, das Marketing usw. – der Geldfluss hat sich umgedreht.
  • Die Macht des VerwertersIn der vergangenen Ära hatte der Verwerter viel Macht. Er passte Künstler auf Zielgruppen an, bestimmte über Produktion und Marketing. Die volle Hoheit über ihr Werk zu haben konnten sich nicht viele Künstler leisten. Durch die Umdrehung der Geldflüsse gewinnt der Urheber die Macht über sein Werk zurück. Natürlich lässt er sich weiterhin von vielen Leuten unterstützen – aber im Zweifelsfall hat er die Möglichkeit, sein eigenes Ding durchzuziehen. Die bisherigen Verwerter werden zu Dienstleistungsanbietern für die Urheber.

Geschätzte Musikschaffende: Ihr habt die Wahl. Entweder führt ihr euren Kampf gegen den Wandel weiter. Dann solltet ihr euch aber nicht wundern, wenn euch eure Kunden abhanden kommen oder ihr sie gar gegen euch aufbringt. Oder ihr denkt darüber nach, wo euer Platz in dieser neuen Ära sein könnte. Das hättet ihr zwar schon vor zehn Jahren machen können, aber noch ist es nicht zu spät. Ich verstehe, dass dieser radikale Schritt ein sehr schwieriger ist. Ich wünsche euch von Herzen, dass er euch gelingt.

24 Gedanken zu „Urheberrecht: Umdenken oder untergehen“

  1. Was du nicht siehst: DEN Kunden gibt es nicht. Und so gebe ich mal zurück:

    Besitz: Ich habe zwei Kinder (18 und 20), die jeden Tonträger besitzen wollen. Aus verschiedenen Gründen. Der wichtigste: Sie wollen das Booklet dazu, sie wollen die CD auf dem Regal. Bei Sohnemann geht das so weit, dass er sich auch die Filme auf DVD kauft, die ihm etwas bedeuten – zudem muss er regelmässig Bücherregale kaufen, weil die alten nicht mehr reichen. Die Eltern dieser zwei Kinder (mein Mann und ich) funktionieren auch so. Unsere Familie sucht nicht das Flüchtige, sondern das, was ihr wirklich etwas bedeutet. Und dafür bezahlen wir. Den Rest lassen wir bleiben.

    Datenträger: Ist mit obigem Text abgehandelt. Ich mag die Datenträger. Ich kann mit Clouds nichts anfangen – mögen tue ich sie schon gar nicht. Das muss man nicht gut finden und man darf mich gerne zur Ewiggestrigen erklären und man kann mir auch gerne sagen, dass Clouds DIE Zukunft sind (deshalb mag ich sie trotzdem nicht); was ich möchte, ist, dass man meine Einstellung als eine von vielen toleriert und akzeptiert.

    Jeder ein potentieller Kulturschaffender: Gerne! Gerne! Aber bitte auch jeder so, wie er gerne möchte. Ich zum Beispiel möchte Bücher schreiben, diese Dinger auf Papier, mit einem Cover usw. und ich möchte, dass man dafür bezahlt – ich schliesse auch nicht aus, eBooks zu machen, aber auch dort möchte ich, dass man dafür bezahlt. Wenn jemand kostenlos Geschichten fürs Netz schreiben will: passt genauso gut. Alles, was ich mir wünsche, ist, dass jede Art von Veröffentlichung so respektiert wird, wie sie der Werkschaffer sich wünscht. Damit hätten wir die Vielfalt. Was klar sein muss (und eigentlich auch jedem Schaffenden klar ist: Verdienen tut er nur, wenn jemand die Werke, für die er Geld will, kauft).

    Einzelstückverkauf: Spenden haben für den Empfänger etwas von Gnade, die einem zukommt. Möglich, dass sie auf Augenhöhe geschehen; ich empfinde sie anders, so eine Art Almosen.

    Kontrolle der Verbreitung: Schön für Amanda. Ich erlebe auch das Gegenteil, zum Beispiel Kollegen, die mit Crowdfunding grandios gescheitert sind. Generell finde ich Crowdfunding eine gute Sache, aber ich stelle es auch in Frage. Ähnlich wie bei den Verwertungsgesellschaften bewerben sich eine Menge Leute und nur wenige schaffen es. Mir wird deshalb das Crowdunding im Moment zu schön geredet.

    Detailhandel, Verwerter usw.: Und wenn ich dir jetzt sage, wie froh ich bin, einen Verlag zu haben, der mir die Lektorin stellt, den Grafiker fürs Cover, den Setzer, den Drucker, die PR-Abteilung, den Vertrieb. Und um den Buchladen, der meine Bücher verkauft, um die humorvolle Verkäuferin, die Kunden Bücher schmackhaft macht. Müsste ich all das selber machen, käme ich kaum noch zum Schreiben. Sprich: Es sind nicht alle böse in diesem Geschäft (schwerfällig ist es allerdings, das lässt sich nicht leugnen). Könnt ihr es nicht einfach dem Künstler überlassen, ob er sein Produkt selber unter die Leute bringt oder über einen Verlag / ein Label geht? Beide Wege sind möglich. Warum nur den einen propagieren (ohne aufzuzeigen, wie viel Geld, Zeit und Aufwand jemand aufbringen muss, der all das selber in die Hand nimmt)?

    Die Macht des Verwerters: Und was, wenn mein Verwerter schon heute mehr oder weniger der Dienstleister für den Urheber ist und ihr das einfach noch nicht mitbekommen habt? Verträge mit diesen Verwertern sind nämlich Verhandlungssache. Man kann sich den Verwertern als Künstler unterwerfen oder ihnen auf Augenhöhe begegnen. Heute schon. Ist nicht ganz einfach. Aber das ist Crowdfunding auch nicht.

    Manchmal (gerade wieder nach dem Interview mit dem Pressesprecher der Piraten im Tagi) frage ich mich, wie gut ihr überhaupt über die Musik- und die Verlagsbranche Bescheid wisst. Oder ob ihr nur wisst, was ihr wissen wollt und das, was euch nicht ins Konzept passt, ausblendet.

    Abschliessend und generell: Ich habe nichts unterschrieben, weder das eine noch das andere Manifest. Anpassungen an die neue Zeit sind unumgänglich. Aber es gibt verschiedene Wege, nicht nur den einen, ultimativen Weg. Und vor allem gibt es nicht nur das Internet. Es gibt tatsächlich noch Leute, die lieber die ganz realen Dinge haben.

  2. @alice: könnte es sein, dass deine gescheiterten crowdfunding kollegen einfach nicht die richtige idee hatten und/oder es schlecht verstanden, auf diese aufmerksam zu machen? jedenfalls habe ich in meinen 30 jahren kulturarbeit vor dem internet hunderte von künstlern getroffen, die mit ihrem ding kein oder nur ein extrem kleines publikum fanden. viele haben dutzende von gesuchen an stiftungen etc. rausgelassen und nix bekommen.
    anderseits habe ich heute den eindruck, dass mit dem internet die chancen für alle enorm gestiegen sind und der output noch nie so gross war.

    zum thema verwerter und warum sie zunehmend überflüssig werden hab ich soeben via turi2 zehn steile thesen zum ebook entdeckt:
    http://www.netzfundbuero.de/2012/05/29/zehn-steile-thesen-zum-ebook/

  3. Die steilen Thesen kenne ich – die habe ich dank Petra van Cronenburg gefunden.

    Die Antithese: Ich kenne je länger je mehr Jugendliche, die zurück zur Schallplatte gehen und es geniessen, beim Typen im Plattenladen herumzuhängen. Dasselbe wird mit den Buchläden passieren. Es mag weniger geben in Zukunft, aber die, die es gibt, werden es in sich haben.

    Zudem: eine der Thesen besagt, dass es gerade kreative, mutige Verlage geben wird, die bestehen werden. Was wiederum meine Ansicht bestätigt, dass all diese verschiedenen Möglichkeiten irgendwann friedlich nebeneinanderher existieren werden.

    Was ich einfaches Landei feststelle: Rund um mich herum leben haufenweise internetlose Leute; sprich, Leute, die das Internet nicht die Bohne interessiert. Wenn ich meinen Englischklassen (Erwachsene Kursteilnehmer) begeistert über irgendwelche Webseiten berichte, kommt das grosse Kopfschütteln und die Antwort: „Wir arbeiten schon am PC – am Abend wollen wir unsere Ruhe und unser richtiges Leben.“ Bei Lesungen interessiert die Jungs und Mädels das eBook einen Deut – für die Jugendlichen ist Internet Facebook, Youtube und 20 Minuten 🙂 Plus die Seiten, auf denen sie ihr Zeug (Musik und Filme) herunterladen. Wobei sich sehr viele Jugendliche auch immer noch diese altmodischen Datenträger kaufen. So wahnsinnig internetfokussiert ist also nicht die ganze Gesellschaft. Ich glaube eher, dass Leute, die sich oft im Internet bewegen, das Internet schlicht und einfach überschätzen.

    Zum Crowdfunding: Nicht jedem ist das Crowdfunding gegeben. Nicht jeder hat das richtige Projekt. Und nicht jeder packt es richtig an. Das ist wie bei den Bewerbungen bei den Labels und Verlagen. Deshalb wird es irgendwann sehr viele geben, die es versuchen, ganz viele werden ihr Geld nicht zusammenbekommen.

    Ich finde sehr viele der neuen Möglichkeiten spannend – und trage mich immer wieder mit dem Gedanken, zumindest einen Teil meiner Bücher als eBooks selber herauszugeben. Trotzdem möchte ich meinen Verlag nicht missen. Er bietet mir sehr viel, das ich sonst selber finanzieren oder selber tun müsste (Lektorat geht nicht – das muss jemand anderes machen). Verwerter werden meiner Ansicht nach nicht überflüssig; nicht, wenn sie es richtig gut anpacken. Aber nicht jeder wird sie mehr brauchen, da stimme ich zu.

  4. Ein Nachtrag:; Ich war lange Zeit bei SellaBand dabei – eine Crowdfunding-Seite für Musiker. Ich habe da auch begeister mitgesponsort und nun eine Menge CDs zuhause, die ich sonst nicht kennen würde. ABER: Von den Unzähligen, die dort versucht haben, zu Geld zu kommen, hat der grösste Teil sein Geld nicht zusammenbekommen.

    Der Grund, warum ich aufgehört habe: Keine dieser CDs hat mich schlussendlich vom Hocker gehauen. Dann höre ich doch lieber die Garagenband aus dem Rheintal.

    Was ich aber tue: Ich verdiene heute noch Geld durch mein damaliges Engagement – weil man als Sponsor an den Einnahmen beteiligt ist … allerdings bewegt sich das im Bereich „ein Cappuccino pro Jahreszeit“. Die reinvestiere ich in meine SellaBand Lieblingskünstlerin.

  5. @Alice: Das Problem ist eigentlich – so tragisch es scheinen mag – es gibt kein Menschenrecht von Kunst leben zu können. Angenommen, du schreibst den tollsten Roman, der nur kein Mensch kauft, was dann? Warum ich das Beispiel hier bringe? Weils immer noch Kulturschaffende gibt, die denken, wenn ihre Dinge nicht gekauft werden, werden sie einfach nur runtergeladen. Dass sie aber mal wirklich dämlichen Mist produzieren, fällt denen im Traum nicht ein 🙂 Jeder schiesst ja mal einen Bock…

  6. EInmal mehr erzählt David Herzog Sachen, die nicht stimmen. Ich habe weder Zeit noch Lust, den gesamten Katalog zu widerlegen. Nur einen Punkt möchte ich kommentieren:

    «Mit heutigen Geräten, Software und Publikationsmöglichkeiten ist jeder ein potenzieller Kulturschaffender.»

    Genau so gut hätte man vor 50 Jahren sagen können: «Mit den heutigen Blockflöten und Aquarellblocks ist jeder ein potenzieller Kulturschaffender.»

    Das stimmt nur in der Theorie. Sicher: Jeder hat die Möglichkeit, Blockflöte zu spielen oder auf dem Computer etwas kreatives zu tun. Aber die wenigsten machen es. Die ganze Software hat nicht dazu geführt, dass heute mehr Leute kreativ wären als früher. Denn nicht die Software (und auch nicht die Blockflöte) machen einen Künstler aus, sondern die Ideen. Der gesamte elektronische Karsumpel hat daran kein Mü geändert. Auch mit dem neusten Computer und der tollsten Software braucht man immer noch spannende Ideen, um Musik zu machen oder ein Blog oder was immer. Und tolle Ideen sind heute genau so Mangelware wie früher.

    Das war nur ein Beispiel, um zu zeigen, dass David Herzogs Behauptungen dem Vergleich mit der Realität nicht standhalten.

    Im übrigen bin ich sehr einverstanden mit Alices Kommentaren. Nur weil eine einzige Musikerin so gerissen ist und eine Million mit Crowdfunding garniert hat, kann man doch nicht behaupten, mit diesem Finanzierungsmodell könne jeder Musiker reich werden. Ich persönlich habe keine Lust, Künstlern einen Vorschuss zu zahlen. Dafür gibt es Plattenfirmen. Ich zahle lieber für ein fertiges Werk, das ich spannend finde.

  7. @a,b. ich gehöre zu der realistischen Sorte. Ich weiss, und praktisch alle meiner Kollegen wissen, dass es kein Menschenrecht gibt, von seiner Kunst / seinem Werk (meine Bücher sind keine Kunst, sie sind Unterhaltung) leben zu können. Und stell dir vor: Du kannst tatsächlich den tollsten Roman schreiben (satirefrei) – aber niemand kauft ihn. Nicht, weil ihn die Leute runterladen, sondern weil die Zeit gerade nicht reif dafür ist, das Buch in den vielen anderen Büchern untergegangen ist oder aus was für Gründen auch immer. Auch das wissen wir (okay, es mag Ausnahmen geben, aber ich kenne keine solchen; alle, die ich kennen, wissen, wie der Hase läuft). Ich habe Kollegen, die meiner Ansicht nach GENIALE Bücher geschrieben haben, die trotzdem am unteren Ende der Verkaufszahlen dümpeln. Ist ärgerlich, kann passieren, gehört zum Autorenleben. Worum es mir geht: Wenn ich möchte, dass man für meine Bücher bezahlt, möchte ich, dass dieser Wunsch respektiert wird. Ob es dann 10 oder 100’000 verkaufte Exemplare sind, kann niemand vorher sagen. Man kann auch Böcke schiessen. Ja. Und manchmal werden die zu Bestsellern. Die Leserschaft da draussen ist unberechenbar – weshalb bis heute auch niemand so richtig weiss, wie man einen Bestseller schreibt (ausser man ist schon aus anderen Medien bekannt). Mit all diesen Risiken leben wir seit Jahren. Die meisten von uns üben deshalb sicherheitshalber einen Brotberuf aus. Womit auch gleich gesagt ist, dass ich keinen einzigen Autoren kenne, der weltfremd vor sich hinträumt (vielleicht kenne ich die falschen Autoren … ).

    Es ist nicht unbedingt nur der kostenlose Download, den wir fürchten. Es ist vor allem die Geringschätzung. So quasi: Dein Ding ist nichts wert. Oder diese in unzähligen Diskussionen vorgetragene Aggressivität gegenüber Leuten, die die Musik, das Schreiben, das Malen usw. zum Beruf gemacht haben.

    Mal ganz ehrlich: Kein einigermassen vernünftiger Typ wird hauptberuflich Autor, Musiker oder was auch immer. Ich könnte in anderen Berufen mehr verdienen. Aber das geht in Ordnung. Nicht in Ordnung geht im Moment für mich ein grosser Teil der Debatte, in der wir zu ewiggestrigen, stehengebliebenen, ängstlichen Menschlein degradiert werden. Das sind wir nicht. Was mir besonders sauer aufstösst, sind all die Leute, die jetzt kommen und glauben, so ein Album, so ein Buch lasse sich einfach mal so aus dem Ärmel schütteln. Um es einmal deutlich zu sagen: ein Buch zu schreiben ist nicht zuletzt harte und machmal auch zähe Arbeit. Ja, Arbeit. Und da kommen einem Sprüche wie „ihr schafft ja doch nichts Neues, war eh schon alles da“ ganz, ganz gewaltig schräg rein. Auch ziemlich schräg rein kommt der Spruch, dass wir halt neue Wege gehen müssen. Die meisten Autoren gehen seit Jahren neue Wege (selbst wenn sie für Verlage schreiben wie ich) … möglich, dass es noch nicht die richtigen Wege sind, möglich, dass wir sie nicht energisch genug gehen, möglich, dass wir sie in den Augen vieler völlig falsch gehen – aber wir gehen sie.

    1. Hallo Alice, danke für deine ausführlichen Kommentare und den Blogpost.

      was ich möchte, ist, dass man meine Einstellung als eine von vielen toleriert und akzeptiert.

      Es war überhaupt nicht die Absicht meines Textes, gewisse Nutzungsverhalten als moderner, richtiger oder besser darzustellen und andere als ewiggestrig. Im Gegenteil: Ich wehre mich gegen die moralische Aufladung. Die Musikschaffenden denken und argumentieren stark moralisch. Sie bezeichnen Leute, die ihre Musik hören ohne diese als Einzelstück zu kaufen, als Diebe. Ich sage: Veränderte Konsumgewohnheiten sind keine moralische Frage. Es geht doch den Leuten nicht darum, Geld zu sparen, sondern um eine Qualitätssteigerung für sie persönlich. Ich kenne auch Piraten, die sich Musik und Filme vom Netz saugen, und danach die gleichen Werke auch noch als CD/DVD/Blu-ray kaufen, bloss um sie ins Regal zu stellen.

      Alles, was ich mir wünsche, ist, dass jede Art von Veröffentlichung so respektiert wird, wie sie der Werkschaffer sich wünscht.

      Diese Kontrolle über das Werk nach der Erstveröffentlichung halte ich für nicht mehr durchsetzbar, und ich verstehe auch den Wunsch nicht, und was das mit Vielfalt zu tun hat. Die Erstveröffentlichung geht einher mit einem Kontrollverlust. Die Leute machen danach damit, was sie wollen, und meines Erachtens ist das gut so. Echte Vielfalt und Freiheit.

      Spenden haben für den Empfänger etwas von Gnade, die einem zukommt.

      Ich verstehe nicht, wieso eine Spende Almosen sind, ein imitierter Kauf aber nicht. Meines Erachtens geht es um Honorierung der bisherigen Arbeit und um einen Vorschuss, um zukünftige Arbeit zu ermöglichen. Ich kann nicht verstehen, wieso ein «Kauf» moralisch höher gewertet wird als eine Spende. Für mich ist es das genau Gleiche.

      Könnt ihr es nicht einfach dem Künstler überlassen, ob er sein Produkt selber unter die Leute bringt oder über einen Verlag / ein Label geht?

      Klar überlass ich das dem Künstler. Aber: Wenn ich etwas spende, dann habe ich ein etwas ungutes Gefühl, wenn ich nicht sicher sein kann, dass von dem Geld auch etwas bis zum Künstler gelangt. Meine Spendenfreudigkeit wird eindeutig gesteigert, wenn ich den Künstler direkt bezahlen kann. Leute kaufen gerne direkt beim Bauernhof, und Leute spenden gerne direkt dem Künstler. Das ist doch verständlich? Dem kann der Künstler Rechnung tragen oder auch nicht, das ist sein Entscheid. Aber ich finde, er sollte sich dann nicht beklagen, wenn die Einnahmen nicht stimmen.

      Verträge mit diesen Verwertern sind nämlich Verhandlungssache.

      Mag sein, dass du dich von deinem Verlag fair behandelt fühlst. Viele Künstler fühlen sich aber auch ausgenutzt. Künstler verlieren mit Total-Buy-out-Verträgen die Macht über ihr Werk. Würde das Geld direkt zu den Künstlern fliessen, gäbe es eine Machtverschiebung, da bin ich überzeugt.

      Manchmal (…) frage ich mich, wie gut ihr überhaupt über die Musik- und die Verlagsbranche Bescheid wisst.

      Wir haben sicher in erster Linie eine Konsumenten- bzw. Nutzersicht. Wir fühlen uns als mündige Nutzer diskreditiert und missverstanden. Natürlich haben wir nicht die Insights in die Verlags- und Musikbranche wie sie du oder die «Musikschaffenden» haben. Darum halte ich mich auch grundsätzlich zurück mit Konzepten und Empfehlungen, was die Künstler und Verwerter tun sollen. Meine Empfehlung ist einfach: Versucht zu verstehen, was die Leute wirklich wollen, seht die neuen Möglichkeiten als Chance, probiert die Dinge aus, bevor ihr Gesetzesverschärfungen fordert.

      Ich kenne je länger je mehr Jugendliche, die zurück zur Schallplatte gehen und es geniessen, beim Typen im Plattenladen herumzuhängen.

      Ich denke auch nicht, dass Schallplatte und CD aussterben werden. Wie viel von dem Geschäft übrig bleibt, wage ich nicht zu prognostizieren. Jedoch haben sich die CD-Verkäufe innert der letzten 10 Jahre immerhin mehr als halbiert, wenn ich die IFPI-Zahlen richtig im Kopf habe, und dieser Trend setzt sich fort. Das muss man einfach akzeptieren.

      So wahnsinnig internetfokussiert ist also nicht die ganze Gesellschaft. Ich glaube eher, dass Leute, die sich oft im Internet bewegen, das Internet schlicht und einfach überschätzen.

      Ich denke, dass die Leute gar nicht internetfokussiert sein müssen, damit es sich in allen möglichen Bereichen durchsetzt. Das Internet ist je länger je weniger das Ding da im PC, sondern ein Feature in jedem Gerät. Zum Beispiel hat eine Stereoanlage einfach Internet und greift auf die Musik zu, ohne dass man eine Siberscheibe einzuschieben hat.

      Es ist nicht unbedingt nur der kostenlose Download, den wir fürchten. Es ist vor allem die Geringschätzung. So quasi: Dein Ding ist nichts wert.

      Aber eine Spende ist doch gerade das Gegenteil von einer Geringschätzung, nämlich eine Geste der Wertschätzung.

      Oder diese in unzähligen Diskussionen vorgetragene Aggressivität gegenüber Leuten, die die Musik, das Schreiben, das Malen usw. zum Beruf gemacht haben.

      Kannst du mir Beispiele zeigen solcher Aggressivität? Ich stelle nur Aggressivität gegenüber Leuten fest, die an der Repressionsschraube drehen wollen. Das ist doch nicht verwunderlich, dass die Leute sich dagegen wehren?

      Und da kommen einem Sprüche wie “ihr schafft ja doch nichts Neues, war eh schon alles da” ganz, ganz gewaltig schräg rein.

      So lange sich eine Arbeit nicht mit Steuern oder Abgaben finanziert, kommt von mir jedenfalls kein solcher Vorwurf. Sobald wir alle aber dazu gezwungen werden, diese Arbeit zu finanzieren (und das ist über die SUISA-Abgaben leider zu einem gewissen Teil der Fall), muss halt schon die Frage gestellt werden, ob diese Arbeit einen gesamtgesellschaftlichen Gewinn darstellt oder nicht. Wenn nicht, sind meines Erachtens auch keine Abgaben gerechtfertigt. Die Argumentation richtet sich dann aber nicht gegen die Künstler, sondern nur gegen die Abgabe. Solange es Abgaben gibt (und die wollen die Musikschaffenden ja ausbauen), müssen die Künstler damit leben, dass sie sich für ihre Tätigkeit rechtfertigen müssen.

  8. „Die Erstveröffentlichung geht einher mit einem Kontrollverlust. Die Leute machen danach damit, was sie wollen, und meines Erachtens ist das gut so. Echte Vielfalt und Freiheit.“

    Siehst du, und da setzt bei mir der blanke Zynismus ein. Da kommt mir der Gedanke an das Raubrittertum auf. Da verstehe ich die Musiker, die sich ausgebeutet vorkommen. Was mir auch einfällt – und davon scheinen eine Menge Leute nicht mehr viel zu halten: Die Freiheit des einen hört da auf, wo sie die Freiheit des anderen beschneidet. DAS ist der Punkt, wo mir jegliche Lust am Diskutieren vergeht. Da fühle ich mich nur noch auf „geiz ist geil – alles andere als gratis zu teuer“ reduziert.

    Zur Diskussion: Es übersteigt meine Kapazitäten, dir all die Anwürfe rauszusuchen, die mir in Diskussionen über den Weg gekommen sind.

    „Versucht zu verstehen, was die Leute wirklich wollen, seht die neuen Möglichkeiten als Chance, probiert die Dinge aus, bevor ihr Gesetzesverschärfungen fordert.“
    Das ist auch so ein Punkt, den ich nicht mehr hören kann, weil er mir zu den Ohren raushängt. Bloss weil dieses Argument länger wiedergekäut wird als das Gras von der Kuh, wird es nicht wahrer. Wir SUCHEN und GEHEN neue Wege. Lies doch mal meinen Blogeintrag zu den neuen Wegen. Ich bin sicher, dass es bei Musikern auch so ist. Auf jeden Fall ist es bei jenen Musikern so, die ich kenne.

  9. @Alice Gabathuler:

    Das ist kein Zynismus, mag aber für dich und die Buchbranche nicht gelten. Aber schau dir mal die Knebelverträge in der Musikindustrie an… Dort sind die Musiker Sklaven der Industrie. Und „machen damit was sie wollen“ heisst auch, man kombiniert bestehende Werke zu etwas neuem und das kann wohl kaum gegen deine Interessen sein. Schliesslich „käust“ du und andere (ich verwende jetzt mal deinen Ausdruck) auch Themen, die schon x-mal vorhanden waren. Das ist kein Vorwurf, sondern eien Tatsache. (Warum dann x-wiedergekäute Werke so einen enormen Erfolg haben, verstehe ich bis heute noch nicht… aber das ist eine andere Geschichte).

    Im Übrigen, so funktioniert u. a. auch Webdesign: Man kann z. B. den Code einer Webseite nicht davor schützen, dass er von anderen wiederverwendet wird. Gerade so können neue Dinge entstehen…

    Sag mir bitte, welche Musiker hier wirklich so neue Wege gehen? Und was verstehst du dabei unter neuen Wegen? Natürlich ist das wahr, es trifft halt auf eine vielzahl Musiker zu, da geht die kleine Gruppe, die wirklich was tut unter. Und die bekommen jetzt mit allen anderen auf den Deckel, was natürlich unfair ist. Für mich heisst ein neuer Weg z. B. das anbieten von FLAC-Files im Package mit (natürlich nicht kostenlosen) MP3s oder dergleichen. Nein nein, sowas gibts hier nicht wirklich…

    Damit wir das richtig sehen: Musiker werden ausschliesslich von der Industrie ausgebeutet. Von keinem einzigen Konsumenten. Deshalb sind jetzt auch die Rechte an Songs, die bald mal auslaufen so ein grosses Diskussionsthema in den USA. Dort versucht die Industrie alles, um das zu stoppen… warum wohl?

    Was David und viele andere nicht verstehen: Statt so höhnische und total deplatzierte Guantanamo-Vergleiche zu bringen, sollten Musiker lieber mal bei ihren grossen Konzernen anklopfen, denn die sind es, die es in der Hand haben. Stattdessen drischt man lieber auf den kleinen Konsumenten ein.

  10. Der Punkt, wo _mir_ jegliche Lust am Diskutieren vergeht, ist, wenn dieser “geiz ist geil – alles andere als gratis zu teuer”-Vorwurf kommt, obwohl ich doch lang und breit erkläre, dass es gerade nicht darum geht. Für dich und viele andere Kulturschaffende gibt es anscheinend nur zwei Optionen: Totale Überwachung der Nutzer, oder dann „Enteignung“. Nur weil ich mich vehement gegen die Überwachung einsetze und den Kontrollverlust akzeptiere, heisst das noch lange nicht, dass ich es gut finde, wenn Kulturschaffende nicht honoriert werden. Ich sage: Es gibt Honorierung auch ohne Kontrolle. Und ich sehe überall Bestätigungen dafür. Ist das so schwer zu verstehen?

    „Wir SUCHEN und GEHEN neue Wege. Lies doch mal meinen Blogeintrag zu den neuen Wegen. Ich bin sicher, dass es bei Musikern auch so ist.“

    Ich kenne Musiker, die neue Wege gehen. Das sind aber nicht die, die nach Repression rufen. Von den Leuten, die sich in «Musikschaffende Schweiz» organisieren, hat zum Beispiel noch kein einziger ernsthaft versucht, sich über alternative Wege als den Einzelstückverkauf, z.B. eben mittels Crowdfunding, zu finanzieren. Ernsthaft würde bedeuten, auch mehrere Anläufe zu unternehmen, und nicht schon den ersten halbherzigen Versuch als Beweis dafür zu sehen, dass es nicht geht. Statt es einfach einmal auszuprobieren, ruft man den Staat zur Hilfe und will einen grossen Teil der eigenen Kunden kriminalisieren. Ich sehe darin bloss Denkfaulheit, Mutlosigkeit und Verantwortungslosigkeit, tut mir leid, ich finde keine versöhnlicheren Begriffe.

  11. Honorierung ohne Kontrolle: Wenn es das wirklich gäbe … dann wäre alles ganz einfach. ABER: Solange hemmunglos gratis heruntergeladen wird und mir in Kommentaren (nicht hier bei dir im Blog!) klipp und klar gesagt wird, dass ich als Künstlerin kein Recht auf Honorar habe (Kunst macht man aus Überzeugung, nicht zum Geldverdienen, ausserdem habe ich nur neu gemodelt, was es schon gab ect), glaube ich nicht daran. Natürlich gibt es Leute, die freiwillig bezahlen – aber es gibt halt leider auch eine Unmenge, die sich – nicht zuletzt aufgrund der gehässigen Diskussionen um das Urheberrecht – total im Recht fühlen, wenn sie gratis Dinge aus dem Netz laden.

    Wie es mit den Verträgen in der Musikindustrie aussieht, weiss ich nicht (ich würde einen Knebel-Vertrag nicht unterschreiben). Ich kenne nur Musiker, die ihre Tonträger selber finanzieren. Ich weiss aber, wie es unter anderem im Bereich der Gagen bei Auftritten aussieht – und ganz ehrlich: keine Ahnung, wie man damit überleben soll, geschweige denn die Kosten einholen, die man hatte, um sich den Tonträger zu finanzieren. Ich sage es gerne noch einmal: Ich war über ein Jahr auf einer der grössten Crowdfunding-Plattformen für Musiker und habe erlebt, wie der allergrösste Teil sein Geld NICHT zusammenbekam. So kommt es dann auch, dass alle Musiker, die ich kenne, einen Beruf haben, mit dem sie Geld verdienen, das sie dann in ihre Musik investieren, manche in der Hoffnung, dass es sich eines Tages auszahlt, die anderen aus Spass an der Freude.

    Zu den Musikschaffenden Schweiz: Ich finde ihre Anliegen total berechtigt und ich verstehe ihren Hilferuf. Wie sie es anpacken, lässt mich manchmal schaudern. Das Wort Guantanamo ist nun wirklich fehl am Platz und wer Kommentare, die ihm nicht passen, löscht, hat das Internet nicht wirklich begriffen.

    Zur Überwachung: Der Staat überwacht auch andere Bereiche im Netz, zum Beispiel die Online-Kinderpornografie. Dagegen hast du bestimmt nichts, oder gilt auch hier, dass man den „Kontrollverlust“ akzeptieren muss, weil „man sowieso nichts dagegen tun kann.“

    Gegen Kopien für den Privatgebrauch haben die allermeisten Künstler auch nichts. Aber Plattformen, in denen das Teilen mit zwei Millionen „Online-Freunden“ möglich ist, sind der Sache nun wirklich nicht förderlich.

    Denkfaulheit: Das glaube ich nicht. Jeder Kulturschaffende, der nicht gerade unter einem Stein lebt, weiss, dass er sich anpassen muss, so wie er sich immer wieder neuen Gegebenheiten angepasst hat.
    Mutlosigkeit: Ja, die sehe ich. Die überfällt angesichts der aggressiven Diskussionen auch mich immer mal wieder. Ich habe regelmässig Phasen, in denen ich mir überlege, mir einen anderen Job zu suchen und nur noch für mich zu schreiben. Doch dann gewinnt jedesmal der Trotz 🙂
    Verantwortungslosigkeit: Wem gegenüber? Für wen muss denn der Künstler verantwortlich sein? Für sein Label? Für die Konsumenten, die nicht bezahlen wollen (überspitzt formuliert)?

    Ich glaube, kein Musiker verlangt vom Staat, dass er ihm den Lebensunterhalt garantiert. Musiker möchten Rahmenbedingungen, in denen sie sich einigermassen sicher bewegen können. Diese Rahmebedingungen können und sollen angepasst werden – aber nicht zu 100 Prozent zu Ungunsten der Musiker.

    Zur Spende: Du hast (oder hattest) doch mal Flattr installiert. Und, wie lief’s? Geld für mehr als einen Cappuccino verdient? Ich hatte Katchingle (auf Cappuccino-Basis – einer pro Monat).

    Fazit: Das mit den Spenden ist so eine Sache. Das mit dem Crowdfunding auch. Das mit den Auftritten gegen wirklich gute Gagen ebenfalls. Und wer – ausser enge Freunde – kauft schon ein T-Shirt einer Band? Also: Andere Ideen? Das wäre doch mal ein Vorschlag an die Piraten: Bringt konstruktive Vorschläge! Steckt uns an mit eurer Begeisterung. Zeigt uns, wo es auch langgehen könnte.

    1. Honorierung ohne Kontrolle: Wenn es das wirklich gäbe … dann wäre alles ganz einfach. ABER: Solange hemmunglos gratis heruntergeladen wird und mir in Kommentaren (…) klipp und klar gesagt wird, dass ich als Künstlerin kein Recht auf Honorar habe (…), glaube ich nicht daran.

      Angenommen, es wird immer noch etwa gleich viel für Musik ausgegeben wie vor 15 Jahren (leider gibt es keine genauen Zahlen) – spielt es dann eine Rolle, wie viel Musik zusätzlich gratis heruntergeladen wird? Meines Erachtens: Nein. Das Herunterladen ist kein Problem, solange es weiterhin Leute gibt, die gerne Geld für Musik ausgeben. Ich persönlich gebe mehr Geld für Musik aus, seit ich das Internet habe. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich da eine Ausnahme bin.

      Ich war über ein Jahr auf einer der grössten Crowdfunding-Plattformen für Musiker und habe erlebt, wie der allergrösste Teil sein Geld NICHT zusammenbekam.

      Du hast ja auch selber gesagt, dass dir die Musik dann auch nicht so sehr gefallen hat. Denkst du wirklich, die Bands hätten ohne Internet eine grössere Chance gehabt, sich zu finanzieren? Natürlich kann der grösste Teil der Bands nicht davon leben, das war schon zu Vor-Internet-Zeiten so. Ausserdem überzeugt mich das SellaBand-Konzept nicht so ganz. Da ist Potenzial für mehr, wie Kickstarter beweist.

      Zur Überwachung: Der Staat überwacht auch andere Bereiche im Netz, zum Beispiel die Online-Kinderpornografie. Dagegen hast du bestimmt nichts, oder gilt auch hier, dass man den “Kontrollverlust” akzeptieren muss, weil “man sowieso nichts dagegen tun kann.”

      Ich setzte mich vehement ein gegen *jede* verdachtsunabhängige Überwachung von Internetnutzern. Kinderpornographie wird erfolgreich bekämpft, indem Hinweisen nachgegangen wird und die Serverbetreiber aufgefordert werden, diese Inhalte zu löschen. Damit habe ich keine Probleme. Auch bei urheberrechtlich geschützten Werken auf One-Click-Hostern wird das gemacht. Dort finde ich es zwar sinnlos, aber akzeptabel. Völlig inakzeptabel ist die verdachtsunabhängige Überwachung, und ohne diese wird man den Filesharern nicht beikommen. Sie hätte (bzw. hat bereits z.B. in Frankreich) massive Kollateralschäden zur Folge. Jeder müsste Angst haben, über sein Internetzugang könnte jemand was Illegales downloaden. Jeder müsste Angst haben, im Internet auf einen Link zu klicken, der ein geschütztes Werk herunterlädt. Für den Iran und Co wären wir ein willkommenes Vorbild und Rechtfertigung für die Internetüberwachung. Und, und, und. Wenn es möglich wäre, Filesharing bürgerrechtskompatibel zu verhindern, gäbe es mit Gewissheit schon zahlreiche Staaten, die dies tun würden. Gibt es aber nicht. Es gibt bloss Staaten, die die Filesharer zwar kriminalisieren, aber das Verbot nicht durchsetzen können. Dies schadet bloss der Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates, aber bringt gar niemandem etwas.

      Verantwortungslosigkeit: Wem gegenüber? Für wen muss denn der Künstler verantwortlich sein? Für sein Label? Für die Konsumenten, die nicht bezahlen wollen (überspitzt formuliert)?

      Gegenüber der freien Gesellschaft. Errungenschaften wir das Briefgeheimnis wären Makulatur, wenn Massnahmen ergriffen würden, die Filesharing effektiv verhindern würden.

      Zur Spende: Du hast (oder hattest) doch mal Flattr installiert. Und, wie lief’s? Geld für mehr als einen Cappuccino verdient? Ich hatte Katchingle (auf Cappuccino-Basis – einer pro Monat).

      Natürlich gebe ich über Flattr viel mehr aus als ich einnehme. Ich könnte meine Texte auch sonst nicht verkaufen. Und natürlich braucht so ein Dienst eine gewisse Verbreitung, damit es funktioniert. Würde Flattr auf Youtube, Facebook und vielen journalistischen Angeboten integiert, bin ich überzeugt, dass viel mehr Leute davon leben könnten (heute sind es bei Flattr ein paar wenige, deren Zielgruppe Power-Internet-User sind). Ich verstehe nicht, wieso Spenden schlechter funktionieren sollten wie Einzelstückverkäufe, denn für mich ist das das Gleiche.

      Also: Andere Ideen? Das wäre doch mal ein Vorschlag an die Piraten: Bringt konstruktive Vorschläge! Steckt uns an mit eurer Begeisterung. Zeigt uns, wo es auch langgehen könnte.

      Der erste Schritt wäre eine Änderung der Einstellung: Die eigenen Fans nicht mehr wie Schwerverbrecher behandeln, sondern wie Kunden. Ein möglichst enges und ehrliches Verhältnis zu ihnen aufbauen. (Sieht man ja bei Kommentaren wie a.b., wie gestört dieses ist.) Dann den bestmöglichen Service bieten, möglichst niederschwellig, möglichst grosse Auswahl, kombiniert mit einer möglichst einfachen Bezahlmöglichkeit, am besten nicht nur dort, wo die Werke bezogen werden, sondern auch dort, wo die Werke konsumiert werden.

  12. @Alice: Oh, jetzt wo du KiPo ins Spiel bringst… Genau das ist doch das Argument, das immer wieder hervorgebracht wird – gegen das kann schliesslich niemand was haben (das man dagegen vorgeht).

    Nur, das geht so in Richtung Guantanamo-Vergleich. Eines mit dem anderen rechtfertigen ist nie gut… 🙂

    „Zu den Musikschaffenden Schweiz: Ich finde ihre Anliegen total berechtigt und ich verstehe ihren Hilferuf. “

    Also ich habe bisher noch nie gehört, dass ein Künstler bankrott gegangen ist oder dergleichen. Klar, die Musiker haben es nicht einfach. Aber das hat eben nicht nur mit dem Vervielfältigen von Musik zu tun, sondern auch mit dem Angebot…

    Der Hilferuf wird von den Konsumenten nicht goutiert. Wir haben jahrelang zuviel bezahlt für CDs, etc. Jetzt sollten die Musiker bei ihren Konzernen anklopfen, denn die sind für sowas zuständig… 🙂

    Zum Schluss noch: Würden alle so sachlich wie du diskutieren, Alice, wäre das ganze viel einfacher 🙂

  13. Künstler gehen nicht bankrott. Sie stellen einfach fest, dass sie von ihren Werken nicht leben können – und gehen deshalb für die Fixkosten des Lebens einer geregelten Arbeit nach. Ihre Musik oder ihr Schreiben machen sie dann in der Freitzeit (ich habe die ersten neun Jahre voll gearbeitet neben dem Schreiben …).

    Für CDs zu viel bezahlt? CHF 15 bis CHF 30 sind zuviel? Dafür bei Starbucks CHF 7.20 für einen läppischen Kaffee hinblättern? Oder für irgendeinen Kult-Stoff-Turnschuh CHF 100 (obwohl er einen Materialwert von unter 10 Franken hat). Vielleicht hat sich beim Konsumenten auch einfach nur die Wahrnehmung verschoben. Gewisse Dinge (all diese Markenkleider und Markenhandtaschen) können nicht genug kosten, selbst wenn sie in Vietnam von Kindern hergestellt wurden. Aber eine CD über 20 CHF ist dann Raub, gell? Sorry, damit komme ich nicht klar. Das ist eine Haltung, die ich nicht verstehe. Vielleicht müsste man auch einfach einmal zusammenzählen, wie viel Zeit Arbeit in einer CD steckt (auch vom Konzern, der in diese CD investiert) und dann mit realistischen Verkaufszahlen operieren. Nicht jede CD ist ein Hit – genau, wie nicht jedes Buch ein Bestseller ist.

    Danke für das Kompliment – aber auch mir kommt die Sachlichkeit manchmal abhanden. Einfach, weil ich NICHT verstehe, warum Konsumenten Bücher und CDs zu teuer finden – um dann ab in den nächsten Computershop zu zischen und sich ein ziemlich teures Produkt zu leisten, das vor lauter Kinderkrankheiten nur so strotzt (aber eben, es ist hip, im Gegensatz zu einer drögen CD oder einem noch drögeren Buch). Zugegebenermassen ist daran nicht nur der Konsument schuld, sondern leider auch eine Industrie, die ihm glaubhaft machen will, dass heute sehr vieles sehr, sehr billig ist. Um noch einmal zynisch zu werden: Ich warte auf den grossen Zusammenbruch des Systems, wie es sich uns präsentiert. Ein System, in dem gewisse Dinge nicht teuer genug sein können / dürfen (weil sie total angesagt sind – selbst wenn ihr Realwert auf Schrottniveau liegt) und die meisten am liebsten wenig bis nichts kosten. Im Moment geht es um die Musiker. Ganz real, da draussen im richtigen Leben, da geht es um Löhne, um Mieten, die bezahlt werden müssen. Und irgendwann bezahlen wir alle dafür, dass wir jetzt für fast alles fast nichts mehr bezahlen wollen.

  14. @Alice:

    30 Franken für eine CD mit nicht mal 15 Tracks und nicht mal 60 Minuten Spielzeit ist ÜBERZOGEN. (Und ich schrieb von „jahrelang“, nicht von jetzt 😉 )

    Eine CD kostet in der Herstellung fast nichts mehr. Das ist Fakt und die grosse Menge macht das ganze nochmals billiger. Tut mir leid, ich kaufe weder Markenhandtaschen noch trinke ich Kaffee bei Starbucks oder wo auch immer. Nur, weil es in anderen Branchen so zugeht, heisst das nicht, das man das dann stillschweigend goutieren muss.

    Und bitte: Ein technisches Produkt wie ein iPhone kann man nicht mit einer CD vergleichen 😉 Obwohl, vielleicht ist die CD ja weniger absturzgefährdet 😉

    Nein, liebe Alice, umgekehrt wird eben ein Schuh draus: Die Industrie hat uns jahrzehntelang abgezockt. Aber eben ganz subtil: Während Plattenfirmen dafür sorgen, dass ein Schweizer Laden eben nur von einem Lieferanten beziehen kann und so sich niemand über die zu hohen Preise aufregen kann, hat es das Internet erst möglich gemacht, Preise im grossen Stil zu vergleichen. Und genau das ist der Punkt: Die Menschen haben gemerkt, dass sie jahrzehntelang für viele Dinge, nicht nur für Kulturgüter, zuviel bezahlt haben. Das schleckt halt nun mal keine Geiss weg.

    Wo denkst du, sind wohl die ganzen Gewinne hingeflossen? Wohl kaum in die Taschen der Musiker und Autoren. Ein Musiker ist am Ende der Kette und kassiert fast nichts mehr. Und genau das ist die Sauerei, die auch den Piraten aufstösst. Nicht die Industrie soll verdienen, sondern der Urheber, eben der Musiker. Somit sollte er, um auf den Ausgang zurückzukommen, besser bei der Industrie anklopfen…

    Noch was zum Schluss:

    „Aber eine CD über 20 CHF ist dann Raub, gell? Sorry, damit komme ich nicht klar. Das ist eine Haltung, die ich nicht verstehe. Vielleicht müsste man auch einfach einmal zusammenzählen, wie viel Zeit Arbeit in einer CD steckt (auch vom Konzern, der in diese CD investiert) und dann mit realistischen Verkaufszahlen operieren. “

    Tja, deine Einstellung ist löblich. Nur hat sie einen Haken: Es ist ein Trugschluss, wenn man denkt, dass wenn eine CD z. B. 30 Franken kostet, dann der Musiker am Schluss mehr bekommt. Genau mit solchen Argumenten wird die Hochpreisinsel Schweiz verteidigt (was hier die hohen Löhne sind, machen in anderen Ländern die Lohnnebenkosten wieder wett). Das stimmt so leider nicht. Schön wäre es, wenn es anders wäre…

  15. Also, ich selber bin nicht gestört 🙂 Du meintest das Verhältnis, dann ist das korrekt 🙂

    Vielleicht noch etwas zu mir: Ich liebe Musik und kaufe jedes Jahr 100+ CDs und auch im iTunes Store gebe ich genug Geld für Musik und Filme aus. Was mir sauer aufstösst ist z. B. SUISA Gebühr auf iPODS, etc. Warum?

    Und ich kaufe fast immer Deluxe Editionen, z. B. mit Zusatz-DVD, etc. Viele Künstler (international, nicht das jetzt jemand noch denkt, ich rede von Schweizer Musikschaffenden) haben eingesehen, dass Konsumenten gerne etwas in der Hand haben. Und diese Deluxe Editionen kosten vielleicht 5 Franken mehr als eine normale Edition. Es geht, wenn sie wirklich wollen…

    Sie wird ja als Argument angeführt, dass man dafür dann kostenlos downloaden kann. Nun gut, wenn man das dann später nicht mehr darf, verlange ich, dass diese unsinnige Gebühr abgeschafft wird. Es ist nämlich eine Abzocke sondergleichen. Warum? Ich kaufe Musik – bezahle einmal. Kaufe einen iPod – bezahle zum zweiten Mal. Kaufe ich ein iPhone – bezahle ich zum dritten Mal, etc. -> jeweils für die gleiche Leistung. Ich meine, ein Abspielgerät benötige ich ja. Kann die Musik ja nicht summen 🙂

    Vielleicht noch was anderes: Natürlich kostet die Herstellung einer CD etwas. Nur, wenn jetzt das Argument der Löhne angeführt wird, muss man sich bewusst sein, dass der Computer heutzutage vieles abnimmt. Er ersetzt teilweise sogar ganze Bands – ob das dann allerdings gut ist, ist dann die andere Frage…

    Und zuletzt noch das:

    Mein grösstest Problem sind Menschen, wie Sina. Warum? Nein, nicht weil sie aus dem Wallis kommt und meinen armen Dialekt verhunzt 🙂 Sie sagt ja, ihre Verkäufe seien WEGEN den Downloads eingebrochen. Es gibt für solche Aussagen leider keine Belege. Es wird – und das ist der Trugschluss – von jedem gedownloadeten Stück direkt auf einen Kauf geschlossen (1 Download = 1 Kauf). Die Industrie macht das jeweils sehr gerne um zu zeigen, wie gross die Verluste sind. Dem ist natürlich nie so. Nicht jeder, der ein Stück gehört hat, hätte es auch gekauft. Auch hier wieder waren die Musiker bzw. die Industrie zu langsam: Es gibt noch nicht so viele Jahre die Möglichkeit, ein Stück online probe zu hören.

  16. Das mit den Gebühren ist wirklich ärgerlich. Ich bin als Autorin ja bei Pro Litteris und sehe, was für eine Leerlauf das ist. Jede Bude mit einem Kopiergerät bezahlt Kopiergebühren (auch wenn sie nie aus Büchern kopiert), das Ganze wird dann gesammelt und verteilt. Für acht Bücher habe ich letztes Jahr irgendwas um CHF 110 erhalten. Das ist so lachhaft, dass man es gleich bleiben lassen kann – und man würde damit auch nicht den Schreiner ärgern, der sich fragt, wozu er diese Gebühr (die zum Glück nicht sehr hoch ist) bezahlt. Dafür verdient der Cheffe von Pro Litteris eine ganze Menge. Aber als ich das der Pro Litteris mal mitgeteilt habe, hat man mir gesagt, ich solle nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    So lange es Leute wie dich gibt, sehe ich auch nicht wirklich die Gefahr, dass Künstler verhungern müssen. Aber es gibt eben auch die anderen. Jene, die gar nicht mehr wissen, wie ein Booklet oder eine schön gestaltete Spezialausgabe aussehen – weil sie so was nie kaufen. Und nie spenden.

    Sina verstehe ich. Natürlich ist nicht jeder Download eine nicht verkaufte CD. Aber einige davon sind es eben schon. Und da schlägt dann halt der Frust zu.

    Wo sich die Künstler bei der Nase nehmen sollten: Viele Lieder auf CDs sind reines Füllmaterial. Ich kaufe 18 Songs und überhüpfe dann beim Hören die Hälfte davon. Dann lieber weniger Material auf einer CD, dafür von A bis Z gutes. Ein Musikerkollege von mir hat genau das vor. Nur acht bis zehn Songs auf der CD – aber jeder davon einer, in den er alles, aber gar alles gesteckt hat.

    1. Aber es gibt eben auch die anderen. Jene, die gar nicht mehr wissen, wie ein Booklet oder eine schön gestaltete Spezialausgabe aussehen – weil sie so was nie kaufen. Und nie spenden.

      Auf Booklets und Spezialausgaben bin ich auch nicht wirklich heiss. Wäre ich aber auch ohne Filesharing nicht. Ich denke nicht, dass Filesharing daran wirklich was ändert.

      Sina verstehe ich. Natürlich ist nicht jeder Download eine nicht verkaufte CD. Aber einige davon sind es eben schon. Und da schlägt dann halt der Frust zu.

      Es gibt aber auch einige, die sie durch den Download entdecken und dann kaufen. Vielleicht wiegt es sich auf, vielleicht nicht – wir wissen es nicht.

      Beim Rest kann ich dir beipflichten.

      Also, ich selber bin nicht gestört 🙂 Du meintest das Verhältnis, dann ist das korrekt 🙂

      Ja, das Verhältnis. 😉

  17. Liebe Alice! Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine ausführlichen, sachlichen und „empathischen“ Comments! Schön, dass sich auch die Schreiberszene zu diesem Thema meldet.

    Ich bin immer noch der Meinung, dass wir für ausführliche Diskussionen eine neue gemeinsame Online-Plattform / Website starten sollten, damit wirklich an EINEM Ort sämtliche (Gegen-)Argumente aufgelistet und diskutiert werden können. Ihr versteht bestimmt, dass es uns einfach unmöglich ist, auf jeden einzelnen Blog-Eintrag zu reagieren.

    Da die Piraten ja allesamt IT-ler sind, wäre doch so ein Projekt/Konzept ganz dienlich, oder?

    Gruss an alle, Andy Prinz 😉

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