Einer wagt Kritik am Wegschliess-Extremismus

Wir leben in einer Zeit, in der Empörung erntet, wer es wagt, für einen Kriminellen das Wort zu ergreifen. Wie konnte es nur geschehen, dass die Leute in einem so sicheren Land so viel Angst und Wut haben? Dass sie einem Vergewaltiger praktisch jegliches Recht absprechen?

Da die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden, gering ist, kann man problemlos seine Humanität in billigen Artikeln wie diesem spazieren führen.

Einseitig und tendenziell.

Richtig, diese Geschichte ist empörend! Einmal mehr ein Beitrag aus kriminellenfreundlicher Perspektive.

Vergewaltigung in der Ehe war bis vor wenigen Jahren ein Kavaliersdelikt mit sehr seltenen Verurteilungen. Heute sollen die Täter für die gleiche Tat nie mehr Gefängnismauern verlassen dürfen? Es ist gut, wenn sich endlich jemand wagt, diesem inzwischen weit verbreiteten «Wegschliess-Extremismus» entgegen zu treten.

Minelli, die Kinder und der Tod

Ludwig A. Minelli bezeichnet die Debatte um Dignitas und die Sterbehilfe als «komplett falsch». Wie recht er hat! Es gibt in der Schweiz jedes Jahr über 1300 Selbsttötungen und bis zu 67’000 Suizidversuche. Das sind ganz viele Dramen, die sich fern der Öffentlichkeit abspielen. Niemand interessiert sich dafür – wir ärgern uns höchstens darüber, wenn die SBB wegen «Personenunfalls» Verspätungen haben.
Ludwig A. Minelli ist (leider) einer der wenigen, die sich dem Problem auf unvoreingenommene Weise annehmen. Wenn man den Menschen in schwierigen Lebenssituationen wirklich helfen will, kann man die Möglichkeit des Suizids, immerhin ein Menschenrecht, nicht tabuisieren. Zu wissen, dass dieser letzte Weg bei Bedarf offensteht, kann einem Menschen auch Mut geben, schwierige Zeiten auszuhalten. Minelli: «70 Prozent der Leute, die bei uns grünes Licht von einem Schweizer Arzt bekommen haben, melden sich anschliessend nie mehr. Sie sind beruhigt, weil sie wissen, dass sie sterben könnten, wenn es für sie zu schwer würde.»

Die Debatte in der Öffentlichkeit dreht sich hingegen hauptsächlich um die Räumlichkeiten für die Sterbebegleitung. Wo immer Dignitas die Sterbebegleitung durchführen will, stösst sie auf Widerstand. Dabei wird fast immer mit den Kindern argumentiert. Zum Beispiel Hanspeter Thoma, Gemeindeschreiber Pfäffikon ZH, in Schweiz Aktuell: «Es ist hier eine ganz andere Situation, wenn das irgendwie fast gewerbsmässig gemacht wird. Dann ist es auch für Kinder und Jugendliche nicht einfach so hinnehmbar.» Es wird argumentiert, man könne Kindern der Anblick von Leichenwagen nicht zumuten, die Kinder würden dann Fragen stellen, und dann müsse man erklären, welch grausiges Geschäft hier betrieben werde.

Das ist alles nur vorgeschoben. Das Problem sind nicht die Kinder. Das Problem ist das Tabu bei den Erwachsenen. Diese sind mit der Situation überfordert, nicht die Kinder. Wenn man sich selbst unvoreingenommen mit dem Thema befasst hat, kann man das sehr gut mit Kindern besprechen, und die Kinder werden sehr gut damit leben können.

(Ich möchte anmerken, dass es auch berechtigte Kritik an Dignitas gibt, insbesondere was die intransparenten Finanzen anbelangt. Das ist vielleicht mal Thema für einen weiteren Artikel. Mit den Kindern hat das jedenfalls nichts zu tun.)

Kirchturmgegner richten Kampagne auf Frauen aus

Weil durch die Katholisierung die Gleichberechtigung bedroht sei, peilen die Initianten der Kirchturmverbots-Initiative besonders Frauen an.

Intensiv arbeiten die Befürworter zurzeit an ihrer Kampagne für die Vorlage, die möglicherweise schon im September an die Urne kommt. Der Slogan steht bereits: «Kirchturm, die Speerspitze des Papstes». Sicher ist auch, dass für den Abstimmungskampf ein Frauenkomitee gegründet wird. «Unter den Frauen erwarten wir eine überdurchschnittliche Unterstützung», sagt SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer. Das habe schon die Unterschriftensammlung gezeigt. Rund 60 Prozent der Unterschreibenden sollen Frauen gewesen sein. «Erstaunt sind wir auch, wie viele junge und links wählende Frauen ein Kirchturmverbot unterstützen.»

Die designierte Präsidentin des Frauenkomitees, Nationalrätin Jasmin Hutter (svp.), weiss, wieso. «Mit der Katholisierung ist die Gleichstellung von Mann und Frau bedroht.» Keine Frau in der Schweiz könne die katholische Morallehre, z.B. die Ablehnung von Verhütungsmitteln, tolerieren. «Das Kirchturmverbot ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, dieses Problem auf den Tisch zu bringen», sagt Hutter.

(Quelle: NZZ)

Zitate mit Substanz – heute: Niklaus Oberholzer

Wenn wirtschaftliche Interessen unsere Meinungsfreiheit einschränken:

Um zu verhindern, dass sich Chinas Premierminister beleidigt fühlen könnte, verbietet man eine tibetische Flagge in einem Davoser Schaufenster. Dies nur wenige Tage, nachdem der Bundesrat der rumänischen Regierung auf deren Intervention hin richtigerweise klargemacht hat, dass die Rabenplakate gegen die Personenfreizügigkeit nichts Illegales sind.»

Niklaus Oberholzer, Präsident der Anklagekammer des Kantons St. Gallen, heute im Landboten

Zitate ohne Substanz – heute: Toni Brunner

Gibt es etwas Ignoranteres als eine solche Aussage?:

Ich bin aber auch schockiert, wie man in diesem Parlament von linker Seite spielt: Man predigt, es sei der Tag der Menschenrechte, und bringt einen Menschen dermassen in Bedrängnis, der erklärt, er wolle die Wahl nicht annehmen, er stehe nicht zur Verfügung. Und will dann noch erreichen, dass er genötigt wird, eine Wahl abzulehnen.»

Gemacht heute von SVP-Parteipräsident Toni Brunner, nachdem die SVP diesen Menschen Hansjörg Walter unter Druck gesetzt hat, zu verzichten. Nachdem er zwei Wochen Kreide fressen musste, schäumte es heute anscheinend über.

Zitate mit Substanz – heute: Silver Kordic

Silver Kordic, Berater bei Migrationsproblemen, in der SF Rundschau zum Thema Zwangsehen:

Das [die arrangierte Ehe] ist für Menschen aus dem Westbalkan eine Tradition, eine ganz normale Vorgehensart und -weise. Kurzfristig eingefädelt werden sie durch diese Umstände [dass nur die Ferien für diese Verheiratung bleiben]. In Städten und grösseren Agglomerationen auf dem Balkan, in Kosovo, Bosnien usw., ist diese Tradition, insbesondere wenn es sich um Kennenlernen, Verloben, Heiraten geht, nicht mehr bekannt. Hier [in der Schweiz] hingegen leben die Leute viel stärker nach diesen traditionellen Art und Weise. Das ist ein Paradox. Das kann man nicht rechtfertigen, aber versuchen zu erklären dadurch, dass die Menschen, die vor 20, 30, oder 40 Jahren hierher gekommen sind, ihre Vorstellungen in ihren Köpfen konserviert haben. Diese Konserve ist nicht einfach zu öffnen.

Wenn du jetzt besispielsweise eine Ehefrau aus dem Westbalkan hierher holen möchtest, dann sollte sie schon vom 3. oder 5. Tag an mit einem Sprachkurs anfangen müssen. Diese Sprachkurse müssten mindestens drei oder eher sechs Monate dauern – intensiv, den ganzen Tag, damit diese jungen Opfer, die Sprache lernen, Kontakte knüpfen und merken können, dass hier eine ganz andere Lebensweise geführt wird.»

Kordic in den Bundesrat!