Bashing vs. Selbstkritik

Journis bashen Blogger – Blogger schreien auf.
Politiker bashen Journis – Journis schreien auf.

Dabei versuchen alle, möglichst von ihren eigenen Fehlern und Schwächen abzulenken und mit dem Finger auf andere zu zeigen. Wie wäre es, mal vor der eigenen Haustüre zu wischen?

Wie wäre es, lieber Herr Sigg, lieber Herr Schmid, einmal offen und proaktiv zu kommunizieren, statt immer nur zuzugeben, was sich nicht mehr abstreiten lässt? Wie wäre es, ehrlich zu sein und Fehler einzugestehen?

Wie wäre es, liebe «Qualitätszeitungen», eigene Inhalte zu produzieren, die den Abopreis auch rechtfertigen, statt abzuschreiben? Wie wäre es, der Geschichte bis auf den Grund zu gehen?

Wie wäre es, liebe Mitblogger, Meinungen von Aussen zu akzeptieren und nicht immer gleich «Bloggerbashing!» zu rufen? Wie wäre es, sich nicht bei jedem kritischen oder ironischen Wort sich gleich angegriffen zu fühlen? Wie wäre es, weniger in Schubladen zu denken?

Wenn man mit der eigenen Rolle nicht zurecht kommt, liegt die Ursache selten bei den anderen.

Ich für meinen Teil, ich blogge was mir gefällt, ich lese was mir gefällt, ich zahle dafür sogar, wenn es mir gefällt, und ich lass die Journis schreiben, was ihnen gefällt. Und manchmal schüttle ich über alle den Kopf.

Es sollte mehr Rudolf Strahms geben

Während alle aus der Finanzkrise dem Populismus verfallen und mit kurzsichtigen Forderungen Profit herauszuschlagen versuchen, bleibt er der Antipopulist in Person: Er warnt vor unbeabsichtigten Folgen der Abzocker-Initiative. Mit Argumenten, die während einer ganzen Arena-Sendung nicht zur Sprache kamen. Nicht gerade das, was man von einem SP-Politiker erwarten würde. Es sollte mehr Rudolf Strahms geben in der Schweizer Politik.

(Bildquelle)

Zitate mit Substanz – heute: Sylvia Lafranchi

Die Berner FDP-Stadtratskanidatin und Offroaderfahrerin Sylvia Lafranchi berichtet im aktuellen Beobachter sehr offen über ihre Erfahrungen mit den Medien und unanständigen Grünen:

Schon am Sonntag ging es los mit SMS und Mails. Beschimpfungen, Beleidigungen, das meiste unterste Schublade, ich vermute, aus dem linksgrünen Lager. Ich muss sagen, irgendwie kann ich das sogar verstehen – so wie ich im Artikel der «Sonntags-Zeitung» daherkomme. Etwa das mit der Sicherheit, daran haben mich die Leserinnen und Leser auch aufgehängt: «Wer gibt mir die Garantie, dass ich mit einem kleineren Auto kein Kind anfahre?» Das klingt natürlich völlig blöd.»

Leute, reisst euch zusammen!

Botellón vs. Grümpi-Festzelt

Am 29. August ist in Zürich nicht nur ein Wettlaufen, sondern auch ein Wettsaufen geplant (danke an Felix Schaad für das Wortspiel). Die Polizeivorsteherin will das verhindern.

Die Frage lautet: Wieso soll ein Massenbesäufnis, das als solches deklariert ist, verboten werden, aber ein Massenbesäufnis, das als etwas anderes deklariert ist, nicht?

Sehr problematisch finde ich Massenbesäufnisse, die unter dem Deckmäntelchen des Sports betrieben werden: Turnfeste, Grümpis, usw. Da wird der Anschein erweckt, man tue etwas für die Gesundheit, lädt die Jugend ein, und bringt ihr dann das Saufen bei.

Ein Botellón (sprich: Boteijon) ist hingegen etwas Ehrliches: Man stellt von Anfang an klar, worum es geht. Da weiss man, was man hat. Da ist die Gefahr auch kleiner, dass Leute hineingezogen werden, die das nicht wollen. Was soll daran schlimm sein? Wenn man Besaufen im Allgemeinen erlaubt, muss man auch ein Botellón tolerieren.

Nachtrag: Theddy ist anderer Meinung.

Nachtrag2: Absurd: Das Blaue Kreuz teilt meine Meinung, die Wir-Liberalen wollen das Botellón verbieten.

16 Zeckenbisse, na und?

Ich bin zurück aus einem zehntägigen Zeltlager in einem Wald bei Lommis, im FSME-Hochrisikogebiet und Lyme-Borreliose-Risikogebiet. In den zehn Tagen sammelte ich trotz des teilweise schlechten Wetters 16 Zecken (normalerweise zähle ich sie nicht, habe aber nun eine Ausnahme gemacht). Einige der über 80 Teilnehmer kamen ebenfalls auf über 10 Zecken – na und? Ist das ein Grund, auf der Titelseite einer Zeitung darüber zu berichten? Nein. Wenn man anfällig auf Zeckenbisse ist, impft man sich, und man entfernt die Tierchen täglich mit der Pinzette des Sackmessers – und die Sache ist erledigt. Dass die Armee nach einzelnen Zeckenbissen eine Untersuchung einleitet, ist ebenso Verhältnisblödsinn wie die Berichterstattung gewisser Medien.