Zitate ohne Substanz – heute: Lukas Reimann

SVP-Jungnationalrat Lukas Reimann heute in seinem Blog:

Sonderregelungen für Muslime – wie sie immer öfter gefordert werden, beispielsweise eigene Friedhöfe, Ausnahmeregelungen im Schulunterricht oder gar ein spezielles Rechtssystem – lehnt die SVP konsequent ab.»

Darum möchte die SVP eine Sonderregelung für Muslime – einstimmig.

Den Teufel an die Wand malen

Es ist gut für die Demokratie, wenn um eine Abstimmung gekämpft wird. Weniger gut ist, wenn der Realitätssinn dabei verloren geht. Der Abstimmungskampf zur Ausweitung der Personenfreizügigkeit ist überhitzt. Beide Seiten versuchen eine Katastrophe herbeizureden, für den Fall, dass sie die Abstimmung verlieren.

Beruhigt euch, Leute: Es wird keine Katastrophe geben. Eigentlich wird sich bei einem Ja wie bei einem Nein gar nichts ändern. Die Rumänen und Bulgaren werden weiterhin nicht en masse in die Schweiz kommen können und auch nicht wollen. Und bei einem Nein wird der Bundesrat und die EU eine Lösung finden, die Bilateralen I weiterzuführen. Es wird eine neue Abstimmung mit separaten Vorlagen geben. Die EU stellt bei einem gescheiterten Referendum nicht gleich die Politik auf den Kopf, wie die Abstimmungen in Frankreich, den Niederlanden und Irland gezeigt haben.

Die Abstimmung hat eigentlich nur symbolischen Charakter und keine tiefgreifenden Konsequenzen, wie es uns Befürworter und Gegner glauben machen wollen.

Schweizer Imam-Ausbildung, aber dalli!

Die Sunniten sind nach den Katholiken und Reformierten mit fast 5% Bevölkerungsanteil die drittgrösste Religionsgemeinschaft der Schweiz. Daran wird sich so schnell wohl nichts ändern. Imame sind Vorbeter und nehmen eine ähnliche Rolle wie reformierte Pfarrer und katholische Priester ein.

Es ist mir absolut unverständlich, wieso es mit dem Projekt der Imam-Ausbildung in der Schweiz nicht vorwärts geht. Aus Saudi-Arabien eingeflogene Imame sind eine Bedrohung für unser Land und erschweren die Integration der Muslime. Sie laufen den Bestrebungen eines sakulären Euroislam diametral entgegen. Hier ausgebildete Imame könnten eine unbedingt notwendige Vermittlungsrolle einnehmen.

Dass Möchtegern-Bundesrat Ueli Maurer lieber einen radikalen Islam heranzüchtet, versteht sich von alleine: Die Schweiz sei ein christliches Land. Deshalb habe es für Islam-Lehrgänge an staatlichen Universitäten „keinen Platz“. Was seine Idee zur Radikalität des Islams betrifft, so glaubt Maurer nicht, dass ein Studium in der Schweiz daran etwas ändern würde. „Ein gewisser Fanatismus ist einfach Teil dieser Religion.“ (Quelle)

Die Kirchen und die anderen Parteien stehen der Idee wohlwollend gegenüber. Wieso macht denn niemand etwas!? Man diskutiert lieber über den visuellen Auftritt! Himmelherrgottnochmal! Enschallah!

Linktipp: Vernunft Schweiz: Umgang mit dem Islam in der Schweiz

Zitate mit Substanz – heute: Silver Kordic

Silver Kordic, Berater bei Migrationsproblemen, in der SF Rundschau zum Thema Zwangsehen:

Das [die arrangierte Ehe] ist für Menschen aus dem Westbalkan eine Tradition, eine ganz normale Vorgehensart und -weise. Kurzfristig eingefädelt werden sie durch diese Umstände [dass nur die Ferien für diese Verheiratung bleiben]. In Städten und grösseren Agglomerationen auf dem Balkan, in Kosovo, Bosnien usw., ist diese Tradition, insbesondere wenn es sich um Kennenlernen, Verloben, Heiraten geht, nicht mehr bekannt. Hier [in der Schweiz] hingegen leben die Leute viel stärker nach diesen traditionellen Art und Weise. Das ist ein Paradox. Das kann man nicht rechtfertigen, aber versuchen zu erklären dadurch, dass die Menschen, die vor 20, 30, oder 40 Jahren hierher gekommen sind, ihre Vorstellungen in ihren Köpfen konserviert haben. Diese Konserve ist nicht einfach zu öffnen.

Wenn du jetzt besispielsweise eine Ehefrau aus dem Westbalkan hierher holen möchtest, dann sollte sie schon vom 3. oder 5. Tag an mit einem Sprachkurs anfangen müssen. Diese Sprachkurse müssten mindestens drei oder eher sechs Monate dauern – intensiv, den ganzen Tag, damit diese jungen Opfer, die Sprache lernen, Kontakte knüpfen und merken können, dass hier eine ganz andere Lebensweise geführt wird.»

Kordic in den Bundesrat!

Wenn eine Volksinitiative das Gegenteil bewirkt

Die Einsicht, das eine Einbürgerung besser entschieden werden kann durch ein qualifiziertes Gremium als durch einen Volksentscheid, scheint sich nun selbst in meiner Wohngemeinde, in der es nur bürgerliche und keine linke Parteien gibt, durchgesetzt zu haben. Die neue Gemeindeordnung, über die am 28. September abgestimmt wird, sieht eine Kompetenzverschiebung von der Gemeindeversammlung zum Gemeinderat vor – und niemand schreit auf.

Fazit: Manchmal führt eine Volksinitiative auch dazu, dass das Anliegen der Initianten erst recht begraben wird. Es wird den Leuten plötzlich bewusst, wie abwegig die Idee (hier: das Einbürgern einzelner Personen durch das Volk, das von diesen Personen kaum mehr als den Namen kennt) ist.