Wangemer Minarett: Heiss gekocht, kalt gegessen

Am 9. Januar vermeldeten die Zeitungen, dass das Minarett in Wangen bei Olten installiert worden sei, dessen Baugesuch 2006 eine Protestwelle ausgelöst hat, in deren Folge ein Gang vor das Bundesgericht und die eidgenössische Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten gestartet wurde. Und nun? Keine Proteste, keine Interviews mit empörten Anwohnern und Politikern, kein Update der entsprechenden Wikipedia-Artikel – es gibt nicht einmal ein Foto vom Haus mit dem fertigen Minarett.

Warum auch? Warum soll das Minarett stören? Plötzlich merkt man, dass die Entrüstung über ein solches Türmchen völlig unverhältnismässig war.

Schweizer Imam-Ausbildung, aber dalli!

Die Sunniten sind nach den Katholiken und Reformierten mit fast 5% Bevölkerungsanteil die drittgrösste Religionsgemeinschaft der Schweiz. Daran wird sich so schnell wohl nichts ändern. Imame sind Vorbeter und nehmen eine ähnliche Rolle wie reformierte Pfarrer und katholische Priester ein.

Es ist mir absolut unverständlich, wieso es mit dem Projekt der Imam-Ausbildung in der Schweiz nicht vorwärts geht. Aus Saudi-Arabien eingeflogene Imame sind eine Bedrohung für unser Land und erschweren die Integration der Muslime. Sie laufen den Bestrebungen eines sakulären Euroislam diametral entgegen. Hier ausgebildete Imame könnten eine unbedingt notwendige Vermittlungsrolle einnehmen.

Dass Möchtegern-Bundesrat Ueli Maurer lieber einen radikalen Islam heranzüchtet, versteht sich von alleine: Die Schweiz sei ein christliches Land. Deshalb habe es für Islam-Lehrgänge an staatlichen Universitäten „keinen Platz“. Was seine Idee zur Radikalität des Islams betrifft, so glaubt Maurer nicht, dass ein Studium in der Schweiz daran etwas ändern würde. „Ein gewisser Fanatismus ist einfach Teil dieser Religion.“ (Quelle)

Die Kirchen und die anderen Parteien stehen der Idee wohlwollend gegenüber. Wieso macht denn niemand etwas!? Man diskutiert lieber über den visuellen Auftritt! Himmelherrgottnochmal! Enschallah!

Linktipp: Vernunft Schweiz: Umgang mit dem Islam in der Schweiz

Nackte Haut von muslimischen und christlichen Kindern

Noch vor hundert Jahren badete man hier in Ganzkörperanzügen. Und Missionare brachten den unzivilisierten Wilden Kleider.

Heute sind die Muslime extrem, wenn sie im gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht mit knappen Bikinis nicht teilnehmen möchten.

Ich bin klar dafür, dass der Lehrplan für alle gelten und niemand aus (angeblich) religiösen Gründen separiert werden soll. Aber: Wenn wir unsere Geschichte kennen, sollten wir ein gewisses Verständnis für die Wünsche und das Sittlichkeitsempfinden der muslimischen Einwanderer haben.

Religion vs. Aberglaube

Marc Ravalomanana
Marc Ravalomanana

Heute in der NZZ am Sonntag über den Präsidenten von Madagaskar, Marc Ravalomanana:

[…] Ravalomanana […] steht zwar im Ruf, trotz seinem Bekenntnis zum Christentum abergläubisch zu sein und bei Staatsgeschäften stets den Geist Verstorbener zu beschwören. […]

Wann hören wir auf, andere Religionen mit «Aberglaube» zu betiteln?

Es ist schön, dass sich die Religion der Madagassen nicht vom Christentum und vom Islam hat verdrängen lassen. Auch «christliche» und «muslimische» Madagassen sind tief überzeugt, dass die Geister ihrer Ahnen weiterhin unter ihnen leben. Darum sind Begräbnisse und die alle paar Jahre durchgeführte «Umwendung der Toten» die höchsten religiösen Feste in Madagaskar.

Liebe NZZ, lieber Hans-Hagen Bremer, bitte geht mit dem Wort «Aberglaube» überlegter um.

Wer hat Interesse an einer freien Schulwahl?

Die freie Schulwahl ist in aller Munde, da die Elternlobby Schweiz in verschiedenen Kantonen Initiativen gestartet hat. Die Befürworter der freien Schulwahl scheinen ziemlich unterschiedliche Leute zu sein. Wer hat alles Interesse an einer freien Schulwahl?

  • Anhänger bestimmter pädagogischen Richtungen wie die Rudolf-Steiner-Pädagogik.
  • Religiöse Eltern (Katholiken, Freikirchler, Juden, Muslime, …), die ihre Kinder in religiöse Schulen wie katholische Internate, Islamschulen und ähnliche Institutionen schicken (wollen).
  • Eltern ausländischer Herkunft, die ihre Kultur den Kindern vermitteln wollen und unsere Kultur ablehnen.
  • Eltern, die mit einem bestimmten Lehrer unzufrieden sind und ihr Kind umplatzieren wollen.
  • Eltern, die finden, dass die Volksschule zu wenig gut ist für ihr Kind, das sie besonders fördern wollen.
  • Leute, die glauben, durch Konkurrenz unter den Schulen werde die Qualität angehoben.

Habe ich jemanden vergessen?
Die Frage ist nun: Wollen wir diesen allen ihre Wünsche erfüllen? Kathy Ricklin findet nicht. Und M.M. plichtet ihr bei.