Smartmap zu den Kantonsratswahlen

Politgeographie à la Smartvote ist alles andere als eine genaue Wissenschaft.  Dies gilt für den Smartspider (wieso ist ein Einsatz für persönliche Grundrechte anscheinend gegen „Law and order“?) – aber noch viel mehr für die Smartmap, in der zwei Dimensionen ausreichen müssen. Politik ist aber nicht zweidimensional. Ist EU-Skepsis nun rechts oder links oder konservativ oder liberal? Ist Umweltschutz wirklich links? Insbesondere im mittleren Spektrum können Personen mit völlig unterschiedlichen Meinungen am genau gleichen Punkt positioniert werden, und Leute mit ähnlichen Meinungen recht weit auseinander. Und je nach Fragenkatalog gibt es erhebliche Verschiebungen von Wahl zu Wahl, selbst wenn man seine Meinungen nicht ändert. Der Anschein der genauen Verortung trügt also.

Trotz diesen Vorbehalten kann man ein paar Erkenntnisse daraus ziehen. Ich habe nun mal den Durchschnitt der Kantonsratskandidaten der verschiedenen Zürcher Parteien visualisiert (nach Augenmass):

smartmap_parteien

Interessant finde ich natürlich vor allem die Piraten. Gemäss Smartmap sind sie die am weitesten verstreute, aber trotzdem die liberalste Partei. Sie scheint eine linksliberale Nische zu treffen, wo bisher sich noch keine Partei positioniert hat. Fraglich ist natürlich, ob es dort auch viele Wähler hat, und ausserdem, ob die Piratenpartei diese auch abholen kann.

Ich selbst bin nach dieser Auswertung der liberalste Pirat und der Zweitliberalste aller Kantonsratskandidaten, was mich dann doch ziemlich überrascht hat. Hier findet man mein Profil.

Lesbische Stadtpräsidentin?

Obama wiederholte den Satz, soviel er konnte:

For as long as I live, I will never forget that in no other country on earth is my story even possible.»

Die USA haben damit tatsächlich eine Vorreiterrolle eingenommen. Aber: In den USA gibt es weiterhin unüberwindbare Grenzen, die vor allem religiöser Natur sind. Wäre ein Atheist denkbar als Präsident? Oder eine Lesbe? Nein.

Ob es eine Lesbe in Zürich zur Stadtpräsidentin schaffen kann, werden wir bald sehen. Vielleicht kann Corine Mauch auch schon bald leicht übertrieben sagen: «Solange ich lebe, werde ich nie vergessen, dass in keiner anderen Stadt der Welt meine Geschichte möglich wäre.»