Lesetipp: Leserkommentare zur Eskalation in Nahost

Edgar Schaad, 25.12.2008, 13:11 Uhr:

Man kann es drehen und betrachten, wie man will. Tatsache ist und bleibt, das Palästinä Palästinenserland ist. Die Palästinenser sind als Eingeborene die rechtmässigen Bewohner Palästina; die Israelis sind die Einwanderer. Ein Frieden wird erst dann möglich sein, wenn Israel und alle Juden auf dieser Welt – insbesondere die US-amerikanischen – dies begreifen und akzeptieren.»

Markus Schmidli, 25.12.2008, 13:56 Uhr:

Bravo! Schon viel zu lange lässt sich Israel diese islamistischen Frechheiten bieten. Es wäre nur zu wünschen, dass es jetzt mit diesen Islamisten im Gazastreifen ein für alle Mal aufräumt und sie mit Stumpf und Stiel ausrottet, damit dort endlich Ruhe einkehrt und die Welt sich ihren wirklichen Problemen zuwenden kann.»

Peter Schneider, 25.12.2008, 13:59 Uhr:

Die hochgradig antisemitische Aussage von Herrn Schaad ist nicht nur inhaltlich völlig falsch. Ein Palästina gab es stets nur als eine vage geografische Bezeichnung. Juden dagegen leben seit über 3000 Jahren nachweichlich in dem Gebiet.»

Dies sind Leserkommentare Nummer 2, 5 und 7 von bisher 303 am Stammtissch der Schweiz auf dem Newsnetz zur Eskalation im Gazastreifen. Ein lohnenswerter Ausflug in die Abgründe von Extremisten, Fatalisten, Besserwissern, Rechthabern, Schwarz-Weiss-Denkern… (Von unten zu Lesen beginnen.)

Leben in Gaza und Sderot

Wie sieht der Alltag in Gaza und in der isralischen Grenzstadt Sderot aus? Das Projekt «Gaza Sderot» von Arte berichtet vom täglichen Leben und Überleben der Menschen. Trotz schwerer Lebensbedingungen, der Gefahr von Luftangriffen und Raketenschüssen hören diese Menschen nicht auf zu arbeiten, zu lieben und zu träumen. Zu leben – trotz allem.

Tag für Tag werden kurze Filme (zu je 2 Minuten) von israelischen und palästinensischen Teams gedreht um diesen Willen zu Leben zu dokumentieren.

(Via André Marty)

Zitate mit Substanz – heute: Ehud Olmert

Israel must withdraw from nearly all the territories, if not all.»

I was not prepared to see reality in all its depth.»

Ehud Olmert in der Zeitung «Yedioth Aharonoth».
André Marty meint dazu: «Der das sagt, ist verantwortlich für die grösste Zunahme an Siedlungs-Ausbauten der letzten Jahrzehnte. Der das sagt, kann für sich in Anspruch nehmen, das Land in einen überhastet und ungeplant angegangenen Krieg geführt zu haben, kann von sich behaupten, als einziges konkretes Verhandlungsergebnis einen Waffenstillstand mit Hamas im Gaza-Streifen zustande gebracht zu haben. Er wird in die Analen eingehen als einer, der sich mit Zigarren, Edel-Kugelschreibern, First-Class-Flugtickets und Hotel-Suites erobern liess – prächtiger Leistungsausweis für einen, der ‹not prepared› war ‹to see reality in all ist depth.›»

(Bildquelle)

Was geschieht eigentlich in…

…Darfur? …Burma? …Somalia? …Libanon? …Liberia? …Sri Lanka? …Sierra Leone?

Das Sommerloch war dieses Jahr lange und tief. Leider haben es unsere Medien verpasst, dieses zu nutzen, um verdrängte Themen wieder hervorzunehmen. Gibt es gute Websites, über die man sich aktuell informieren kann?

Ich habe keine Webseite gefunden, die aktuell über die Krisengebiete berichtet, auch wenn sie gerade keine Schlagzeilen liefern. Toll wäre eine Website, die zu allen Ländern konstant Neuigkeiten liefert. Im Ansatz machen das Amnesty International (deutsch), BBC (englisch) und die International Crisis Group (vielsprachig ohne deutsch) – ich hätte das Ganze einfach gerne etwas aktueller und natürlich in deutsch.

Bei der Crisis Group kann man auch den eindrücklichen, aufwühlenden und erhellenden Dokumentarfilm «Jihad on horseback» über den Darfur-Konflikt schauen.